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23.01.2012 Neue Großansiedlungen von Osram und der Automobilindustrie im Business Campus München : Garching

Die Universitätsstadt Garching unmittelbar nördlich von München kommt im Wettbewerb der Wirtschaftsräume immer besser ins Spiel: Zwischen der „AllianzArena“ und dem Forschungsgelände mehren sich die Neuansiedlungen, wobei viele Unternehmen diese Adresse wählen: Parkring, Business Campus. Dafür standen zuletzt Akamai (Cloud-Plattformen), Garmin (Navigation), Insight (IT), die TU und ein Edeka-Vollsortimenter als Herzstück der integrierten Nahversorgung. Belegt werden die Standortvorteile und -potenziale auch durch eine aktuelle Großanmietung von Osram (19 000 m²) und ein geplantes Joint Venture der Automobilindustrie: Auf 30 000 m² sollen 940 Ingenieure innovative Antriebskonzepte (Hybridtechnik) entwickeln. Sechs Jahre nach dem Spatenstich ist damit die Schlüsselfunktion des Business Campus (schon rund 70 Mietpartner) bei der Neupositionierung der lange „unter Wert gehandelten“ Kommune klar erkennbar.

Die Osram AG bestätigte jetzt offiziell gegenüber Medien, dass sich das international tätige Unternehmen (Licht- /LED-Systeme) nicht nur im Münchener Hochhaus-Komplex „m.pire“ etabliert, sondern weitere 450 Arbeitsplätze im Business Campus München : Garching ansiedelt. Pressesprecherin Nadine Kleinert erklärte, dass künftig die Bereiche Allgemeinbeleuchtung und Forschung in der Universitätsstadt tätig sein würden. Die Flächen erfüllten alle bautechnischen Anforderungen. So seien beispielsweise für Labore spezielle Böden notwendig. Zudem sei der Business Campus sowohl mit der U-Bahn als auch mit dem Auto gut zu erreichen. Die Linie 6 verbinde die beiden neuen Standorte direkt.

Im insgesamt 31 000 m² großen Gebäude Parkring 29 – 33, dessen Fertigstellung zum Frühjahr 2012 eingetaktet ist, werden 19 000 m² bereit gestellt. Der Abschluss, mit vermittelt von Colliers International (München) und BNP Paribas Real Estate, wurde Ende 2011 unter Dach und Fach gebracht. „Neben anderen Vorteilen war wichtig, dass hier über Jahre hinweg alle Möglichkeiten für eine eventuelle Expansion und zur optimalen Organisation aller Abläufe gesichert sind“, sagt Michael Blaschek, Geschäftsführer der Business Campus Management GmbH am Parkring, nur wenige Kilometer von München-Schwabing.

Mit den laufenden Vorhaben sind noch heuer Mietflächen von rund 100 000 m² im Business Campus und damit die „Halbzeit“ bei der Projektentwicklung absehbar. „Die Resonanz bestätigt unseren strategischen Ansatz ebenso wie die Lagegunst der Stadt“, sagt Christian Bretthauer vom Zentralmanagement der federführenden Vielberth-Gruppe (Regensburg). „Selbst der beste Standort ist aber kein Selbstläufer. Eine nachhaltige Kooperation aller Kräfte bleibt für den Endausbau zwingend.“ Anspruchsvolle Konzepte verlangten hohe Vorleistungen, um von Anfang an all jene Struktur- und Service-Bausteine zu integrieren, die für ein attraktives Umfeld und die dauerhafte Akzeptanz zwingend seien. Die Gruppe baue selbst über kritische Wirtschaftsphasen hinweg auf die Qualität des flexiblen Masterplans und substanzielle Effekte. „Eine schnelle Gewinnabschöpfung steht nicht im Fokus.“

Das Konzept überzeugt

Der Mieterkreis sieht seinen Vertrauensvorschuss schon bestätigt: Umfragen zufolge können nahezu alle Entscheider ihren neuen Sitz weiter empfehlen. Zugleich listete die „SZ“ Gründe für die Sogkraft auf. Aus der Historie anderer Vorhaben im Landkreis lasse sich ableiten, „warum manche Immobilien gut angenommen werden und andere nicht“: Ein attraktiver Park „braucht mehr als eine Autobahnabfahrt, ein paar Lagerhallen und ein gläsernes Bürohaus. Standortmarketing ist vonnöten, Psychologie, allerlei Infrastruktur und eine ausgeklügelte Werbestrategie“. Beim Business Campus sei dies gelungen: mit einem Plan aus einem Guss, der in marktgerechten Intervallen umgesetzt werde und Servicestrukturen beinhalte.

Zufrieden registriert Hannelore Gabor, Garchings 1. Bürgermeisterin, die Dynamik: Dank der Anmietungen der TUM und renommierter Institute im Business Campus entstünden neue Netzwerke Wissenschaft - Wirtschaft, brachte sie im „Münchner Merkur“ einen der Synergie- Effekte auf den Punkt. Dies begünstige die Orientierung weiterer Investoren auf die Stadt. Mittlerweile werden für die Forschung und Lehre rund 12 000 m² am Parkring genutzt.

„Die Wirtschaftsförderung hat für die Stadt und auch für mich persönlich eine hohe Priorität. Deshalb fördere ich gezielt eine gesunde Struktur. Wir vertrauen auf unsere Standortfaktoren, auf Innovation und Fortschritt, bauen die Infrastruktur aus, fördern Firmen und helfen bei der Erschließung. Das alles kommt den Unternehmen in Garching und dem Business Campus zugute. Er markiert sicher einen Durchbruch bei der Positionierung des Wirtschaftsraums, zumal das große Kontingent flexibler Mietflächen über längere Zeit hinweg rasche Ansiedlungen oder Expansionsvorhaben ohne hohe Kapitalbindung ermöglicht.“

Dass hier kein „Lokalpatriotismus“ zum Ausdruck kommt, belegt die Expertise von Rupert Hackl, als Leiter der Region Süd des Immobilienfinanzierers Eurohypo ein ausgewiesener Kenner des Marktes. Hackl bewertete den Business Campus vom Start weg als überzeugende Entwicklung vor den Toren der Landeshauptstadt und schrieb dem Projekt selbst inmitten der globalen Krise 2008/09 eine Sonderstellung zu. Dahinter stehe ein Investor mit hoher Eigenfinanzierungskraft, sagte Hackl anlässlich eines IIR-Forums.

Mit Anfragen gut zu tun

Am Parkring haben die Teams alle Hände voll zu tun. Grenzen setzen derzeit allenfalls die Kapazitäten. Weitgehend bezogen ist das jüngste Gebäude am Fußgänger-Tunnel zur U-Bahn-Linie 6. Hier wurden 15 000 m² für den Edeka-Markt mit umfassenden Sortimenten und Bäckerei, für ergänzende Gastronomie-Angebote, eine Zahnarztpraxis, TUM-Hörsäle, Büros und Dienstleistungen realisiert. Nebenan folgt das erwähnte, aktuell größte Büroobjekt im Landkreis, für das es neben Osram bereits weitere Mieter/Interessenten gibt. Im Hintergrund werden deshalb die nächsten Bauquartiere vorbereitet: für Büros, B2B-Services, F&E.

Mehr als 70 Firmen/Institutionen agieren inzwischen vom Business Campus aus. Im Kundenkreis finden sich neben den genannten Adressen zum Beispiel die Zentrale der internationalen Gruppe Amer Sports (Atomic, Salomon, Wilson...), Bombardier, Bosch Rexroth, Fraunhofer, Harman Becker, Helmholtz, Knauf, Texas Instruments oder Velux. Um die 2000 Arbeitsplätze sind entstanden. Nimmt man ein mittleres Jahreseinkommen von 50 000 Euro an - was bei qualifizierten Vollzeitjobs kaum zu hoch gegriffen sein dürfte - so addieren sich Gehaltssummen von 100 Millionen Euro und erhebliche Kaufkraftgewinne auf. Auch offizielle Statistiken spiegeln die wachsende Wirtschaftskraft: Garchings Kämmerer erhöhte im Herbst 2011 seinen Gewerbesteuer-Ansatz von 14 auf 18,4 Millionen Euro.

Und es gibt noch beachtliche Potenziale zwischen City und Airport: Insgesamt sieht der Bebauungsplan rund 230 000 m² und 7000 Arbeitsplätze vor, womit sich Bruttoeinkommen von 350 Millionen Euro pro Jahr abzeichnen. Auch die Gewerbesteuer-Effekte dürften nachhaltig sein: „Obwohl der Stadtrat im Sinne einer verstärkten Wirtschaftsförderung den Hebesatz von 350 auf 330 Punkte gesenkt hat, sind unter dem Strich Mehreinnahmen zu erwarten“, prognostiziert Bretthauer. „Wir bieten einen Weltstadt-Standort mit Steuervorteil.“

Blaschek führt diese Linie fort: „Die Verdichtung moderner Strukturen auf früheren Brachflächen verbessert das Profil der gesamten Stadt. Alle Angebote kommen ja nicht nur dem Bedarf der Beschäftigten vor Ort, sondern auch dem angrenzenden Gewerbegebiet, Bürgern aus Hochbrück und anderen Stadtteilen bis hin zu dem über die Nordtrasse sowie die U-Bahn angebundenen TU-Gelände entgegen. Die kurzen Wege zum Nahverkehr sind ebenso vorteilhaft wie die mit den Bauquartieren entstehenden 4000 Campus-Stellplätze.“

Auch in der Nachbarschaft mehren sich von BMW bis Zeppelin positive Signale: So will Swiss Life bis 2014 eine neue Zentrale (600 Beschäftigte) in direkter Nähe zum Business Campus bauen. Der Versicherer erwartet Medienberichten zufolge siebenstellige Einsparungen an Gewerbesteuern pro Jahr. Zudem will General Electric erneut die Standortvorteile in der Wissenschaftsstadt nutzen und sein Research Center erweitern.

Angesichts des rundum erfreulichen Geschehens sagt Blaschek stellvertretend für sein Team: „Die Pionierarbeit am Parkring macht bei allem Stress wirklich Spaß. Zumal wir stolz darauf sind, dass unser Projekt weit über die Aufbauphase hinaus ausstrahlen wird...“




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