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05.03.2018 Alte Bahndirektion Stuttgart: Zwei zweite Plätze bei Wettbewerb

Fotocredit: W2 Developement GmbH
Zukunftsvisionen für eines der attraktivsten Areale im Zentrum Stuttgarts: Insgesamt sechs Stadtplanungs- und Architekturbüros haben im Rahmen des städtebaulichen Wettbewerbs Ideen für die städtebauliche Neugestaltung des Areals rund um die denkmalgeschützte „Alte Bahndirektion“ im Herzen Stuttgarts erarbeitet, über die bei der abschließenden Sitzung des Preisgerichts am 28. Februar 2018 im Haus der Wirtschaft in Stuttgart entschieden wurde. Im Ergebnis hat das Preisgericht unter Vorsitz des Architekten und Stadtplaners Wolfgang Riehle zwei zweite Plätze an KSP Jürgen Engel Architekten, Frankfurt, und Wick + Partner Architekten Stadtplaner, Stuttgart, verliehen, um so den beiden nach Ansicht der Jurymitglieder aussichtsreichsten Teilnehmern die Chance zu einer weiteren Überarbeitung ihrer Entwürfe zu geben.

Die P+B Gruppe (St. Augustin, Frankfurt am Main) hatte erst kürzlich das Kerngebiet des Wettbewerbs – ein rund 13.400 Quadratmeter großes Grundstück zwischen der Kriegsberg-, Jäger-, Ossietzky- und Heilbronner Straße – von den beiden Joint-Venture-Partnern W2 Development und Competo Capital Partners erworben. Von der W2 Developement GmbH waren im Vorfeld Verfahrensschritte zur städtebaulichen Entwicklung des Areals initiiert worden, die sie nun auch nach dem Eigentümerwechsel in Zusammenarbeit mit der Stadt Stuttgart zum Abschluss bringen wird. Grundsätzlich möglich sind auf dem Areal Gewerbenutzungen, Wohnen und Hotellerie.

Gerd Hebebrand, Geschäftsführer der P+B Gruppe erklärte: „Das Areal und das erweiterte Umfeld gehören zu den interessantesten und städtebaulich prägendsten Gebieten der gesamten Landeshauptstadt. Deshalb waren wir gespannt, wie sich die Planungsbüros mit dem Areal in ihren Beiträgen auseinandersetzen würden. Auch wenn uns einzelne Aspekte in den jeweiligen Entwürfen durchaus angesprochen haben, teilen wir die Auffassung des Preisgerichts, dass es zwei zweitplatzierte Büros gibt, die jetzt in einer Überarbeitungsphase die Gelegenheit haben, ihre Entwürfe nach den Vorgaben des Preisgerichts zu überarbeiten. Auf dieser Basis werden wir dann die einzelnen Nutzungsmöglichkeiten prüfen und deren Umsetzung mit unseren Partnern klären.“

Wolfgang Riehle, der Vorsitzende des Preisgerichts, fasste die Ergebnisse der Sitzung mit den Worten zusammen: „Ein geregelter Wettbewerb nach RPW erwies sich in einer der stadtbildprägendsten Situationen Stuttgarts einmal mehr als geeignetes Instrument zur Findung der besten Lösungen. Das Preisgericht empfahl, beiden Preisträgern in einer Überarbeitung die Chance zur weiteren Optimierung ihrer Entwürfe zu geben. Alle Entscheidungen des Preisgerichts fielen nach teilweise leidenschaftlich geführten Diskussionen einstimmig. Ausschlaggebend für die Wahl der Preisträger waren die jeweils maßstäbliche Dimensionierung der Einzelquartiere, die Sichtachsen zum Weinberg und die Qualität der öffentlichen Räume.“ Stuttgarts Baubürgermeister und Jurymitglied Peter Pätzold sagte zu den Ergebnissen: „Die Beiträge zeigen durchweg interessante Ansätze. Bei den beiden für die Überarbeitung ausgewählten Arbeiten überzeugten das Preisgericht die stadträumlichen Qualitäten. Insbesondere die neu eröffnete Blickbeziehung vom Straßburger Platz zum Weinberg bietet eine attraktive Perspektive, die die künftige durch den neuen Hauptbahnhof entstehende städtebauliche Neuordnung aufgreift und weiterentwickelt.“

Entwürfe ab sofort im Stadtplanungsamt zu sehen

Das Plangebiet des Wettbewerbs umfasste im sogenannten Vertiefungsbereich zum einen die neu erworbenen Flächen der P+B Gruppe mit insgesamt knapp 13.400 Quadratmeter Fläche im östlichen Teil und zum anderen rund 8.340 Quadratmeter Fläche im westlichen Teil, die im Besitz der Stadt bzw. eines privaten Eigentümers sind. Darüber hinaus war die Fläche nördlich der Jägerstraße mit 12.778 Quadratmeter Fläche als Ideenteil ausgelobt. Alle sechs Entwürfe für das Plangebiet sind ab sofort bis einschließlich 16. März 2018 im 1. Obergeschoss des Amts für Stadtplanung und Stadterneuerung in der Eberhardstraße ausgestellt.

Baugenehmigung bis Anfang 2020

Das Grundstück der P+B Gruppe im Herzen des Vertiefungsbereichs des Wettbewerbs wird derzeit – ebenso wie die benachbarten Areale – noch von der Deutschen Bahn AG für die Arbeiten am Nordkopf des Stuttgart-21-Projekts in Beschlag genommen. Ziel der P+B Gruppe ist es, bis zur Rückgabe eine oder mehrere Baugenehmigungen zu erwirken. Auf Basis des finalen Wettbewerbsergebnisses wird im nächsten Schritt ein neuer Bebauungsplan gefertigt, der bereits 2017 mit dem Aufstellungsbeschluss auf den Weg gebracht worden war.

Erfahrung am Stuttgarter Markt

Die P+B Gruppe ist ein bankenunabhängiger Bauträger und blickt bereits auf langjährige Erfahrung am Stuttgarter Markt zurück. Neben dem Wohnprojekt Alexanderstraße und einem Studentenwohnheim in Stuttgart-Vaihingen, die P+B gemeinsam mit Willwersch Architekten realisiert hat, plant die Gruppe aktuell – ebenfalls in Vaihingen – ein Hotelprojekt mit mehr als 500 Betten. Insgesamt hat P+B derzeit Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 700 Millionen Euro in Planung. Die Gruppe ist vor allem in Baden-Württemberg und dem Rhein-Main-Gebiet (Hessen) aktiv und errichtet Immobilien sowohl zur Eigennutzung als auch für private und institutionelle Anleger. Zu den größten Immobilienprojekten des Unternehmens zählt das Wohnprojekt „Parkend“ im Frankfurter Europaviertel mit 816 Wohneinheiten, das kurz vor der Gesamtfertigstellung steht. Außerdem entwickelt P+B derzeit den Wohnturm Porsche Design Tower, ebenfalls in Frankfurt am Main.






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