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30.06.2017 Rot-Rot-Grün darf uns nicht zu viele Steine in den Weg legen

V.l.: Alexander Happ (BUWOG Group), Thomas Groth (BFW Landesverband Berlin-Brandenburg), Robert Skuppin (rbb), Ülker Radziwill (SPD) und Antje Kapek (Bündnis 90/Die Grünen). Fotoquelle: Engel & Völkers Commercial Berlin
Berlin braucht Wohnungsbau auf hohem Niveau. Zwar entstehen gegenwärtig so viele Neubauten wie seit zehn Jahren nicht mehr, das reicht aber nicht aus, um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden. Darin waren sich Vertreter der rot-rot-grünen Koalition und der Berliner Immobilienwirtschaft bei einer Podiumsdiskussion am Donnerstagabend einig. Die Meinungen gingen jedoch bei der Frage auseinander, mit welchen Instrumenten mehr Wohnraum für die breite Bevölkerung geschaffen werden kann.

Auf Einladung von Engel & Völkers Commercial Berlin diskutierten Antje Kapek (Bündnis 90/Die Grünen), Ülker Radziwill (SPD), Thomas Groth (BFW Landesverband Berlin-Brandenburg) und Alexander Happ (BUWOG Group) unter der Moderation von radioeins-Programmchef Robert Skuppin vor rund 150 Gästen.

Antje Kapek, Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Stadtentwicklung von Bündnis 90/Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus, machte den Kurs der neuen Koalition deutlich: „Wir wollen den bedarfsgerechten Neubau voranbringen und Mieter vor Mietsteigerungen schützen.“ Sie zog eine positive Bilanz aus den bisherigen sieben Monaten „Rot-Rot-Grün“ in der Stadt: „Wir haben Mieterhöhungen zurück genommen, uns ehrgeizige Neubauziele gesetzt und die Partizipation bei den landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften gestärkt“, sagte Kapek. Sie erneuerte zudem ihren Vorschlag für eine engere Zusammenarbeit mit der privaten Immobilienwirtschaft: „Mir ist es ein Anliegen, dass wir stärker als bisher mit den privaten Vermietern und Investoren ins Gespräch kommen.“

Dominiert wird der Berliner Immobilienmarkt weiterhin von einer Vielzahl privater Unternehmen und Eigentümer. „Die privaten Unternehmen haben einen Anteil von etwa 70 Prozent am Berliner Wohnungsbau. Als tragender Pfeiler des Immobilienmarktes können sie wesentlich dazu beitragen, die Situation auf dem Wohnungsmarkt zu entspannen. Dies funktioniert allerdings nur unter der Voraussetzung, dass den Privaten nicht zu viele Steine in den Weg gelegt werden“, sagte Thomas Groth, Vorstandsvorsitzender des BFW Landesverbandes Berlin-Brandenburg und Geschäftsführer der Groth Development GmbH, an die Adresse der Politik.

Darauf antwortete Kapeks Koalitionspartnerin Ülker Radziwill, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, mit einem Appell an die Branche: „Die Immobilienwirtschaft trägt auch eine Verantwortung dafür, dass die soziale Mischung beim Wohnen erhalten bleibt.“ Mit einer sozialen und nachhaltigen Liegenschaftspolitik will „Rot-Rot-Grün“ Flächenpotenziale mobilisieren und zugleich den Anstieg der Grundstückspreise dämpfen. „Das gemeinsame Ziel in der Koalition ist es, die Mietpreise zu dämpfen und den Neubau zu fördern“, sagte Radziwill.

Alexander Happ, Geschäftsführer Property Development Deutschland der deutsch-österreichischen BUWOG Group, begrüßte, dass „Rot-Rot-Grün“ die Themen Stadtentwicklung und Wohnungsbau zur Chefsache gemacht habe. Zugleich dämpfte er die Erwartungen: „Drei Dinge stehen einer größeren Neubaudynamik im Weg: Steigende Grundstückspreise, das Fehlen wirksamer Fördermodelle und eine gesellschaftliche Abwehrhaltung gegenüber dem dringend benötigten Neubau.“ Nachbesserungsbedarf für die rot-rot-grüne Koalition sieht Happ auch beim Thema Finanzierung: „Insbesondere Schwellenhaushalte haben bei dem aktuellen Preisniveau zunehmend Probleme, aus eigener Kraft Wohneigentum zu erwerben oder eine Neubauwohnung zu mieten“, erläuterte er. Dies führe dazu, dass sich vor allem diejenigen das Wohnen im Neubau leisten können, die bereits über Vermögen verfügen.

Rackham F. Schröder, Geschäftsführer von Engel & Völkers Commercial Berlin, zeigte sich mit dem Verlauf des Abends zufrieden: „Auch wenn noch eine Menge Gesprächsbedarf besteht, haben wir unser Ziel erreicht, mit dieser Diskussionsrunde den Dialog zwischen Rot-Rot-Grün und der Immobilienwirtschaft zu fördern.“







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