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28.04.2017 München Candidplatz – Drei Preisträger in der engeren Wahl

1. Platz: nbundm architekten, München. OK LANDSCHAFT Andreas Kicherer, München
Am Donnerstag, den 27. April 2017, hat Stadtdirektorin Susanne Ritter, Leiterin der Hauptabteilung II des Referates für Stadtplanung und Bauordnung, die Ausstellung zu den Ergebnissen des Realisierungswettbewerbs "Wohnen am Candidplatz" eröffnet. Die stellvertretende Fachpreisrichterin zeigte sich mit dem Ergebnis des Wettbewerbs sehr zufrieden und würdigte das Engagement des privaten Eigentümers für mehr bezahlbaren Wohnraum in München. Mit "Wohnen am Candidplatz" entstehe in Untergiesing ein Referenzprojekt für gelungene Nachverdichtung. "Wir freuen uns, dass durch diese Maßnahme neue Mietwohnungen mit EOF-Anteil entstehen, die wir in unserer rasant wachsenden Stadt so dringend benötigen." Positiv sei auch, dass die Chance genutzt werde, um für Bewohnerinnen und Bewohner des angrenzenden Areals Lärmschutzmaßnahmen und attraktive Freiflächen zu entwickeln.

Bis Freitag, den 5. Mai 2017, können im Referat für Stadtplanung und Bauordnung die Modelle und Entwürfe der neun im Wettbewerb eingereichten Architektenentwürfe begutachtet werden.

Drei Preisträger in der engeren Wahl

Anlässlich der Ausstellungseröffnung bedankte sich Winfried Kunz, Geschäftsführer der Candid Immobilien Projekt GmbH & Co. KG, bei der Stadtverwaltung und dem Bezirksausschuss Untergiesing-Harlaching für die konstruktive Zusammenarbeit.

Die intensive Auseinandersetzung mit der besonderen Situation am Mittleren Ring und dem angrenzenden Bestand wurden in den Ergebnissen der Planerinnen und Planer kreativ umgesetzt. "Es gab in den Beiträgen des Wettbewerbs viele gute Konzepte für attraktiven Wohnraum, gemeinschaftliche Freiflächen und bestmöglichen Schallschutz für die Wohnanlage und das dahinterliegende Quartier", erklärte Kunz. Die Entscheidung sei daher sehr eng gewesen. "Es werden aktuell mit allen drei Presiträgern Gespräche geführt, um das denkbar beste Ergebnis zu finden", berichtete Kunz.

Die Jury des Realisierungswettbewerbs hatte das Konzept der Büros nbundm architekten und OK LANDSCHAFT Andreas Kicherer in der Preisgerichtssitzung vom 21. März 2017 mit dem ersten Preis ausgezeichnet, gefolgt von den Entwürfen der Büros Grassinger Emrich Architekten GmbH mit liebald+aufermann landschaftsarchitekten (2. Platz) sowie ASTOC GmbH & Co.KG mit lohrer.hochrein landschaftsarchitekten und stadtplaner gmbh (3. Platz).

Aufgabenstellung des Wettbewerbs

Gegenstand des Wettbewerbs waren Gebäude für eine Wohnbebauung mit integrierter Kinderkrippe und Tiefgarage sowie der zugehörigen Freianlagen. Ziel der Entwicklung ist es, dringend benötigten Wohnraum zu schaffen und durch Sanierung der Bestandsgebäude sowie Aufstockung die Qualität der Mietwohnanlage insgesamt zu steigern. Der EOF-Anteil für das Mehrbaurecht Wohnen soll hierbei gemäß des LaSie-Beschlusses bei 40 Prozent liegen.

Mit dem Neubau an der Candidstraße und dem angrenzenden Eckgebäude an der Hans-Mielich-Straße sollen ca. 170 neuen Wohnungen realisiert werden.

Gelungene Nachverdichtung und Lärmschutz für das Quartier

Das Konzept der Candid Immobilien Projekt GmbH & Co. KG, sieht vor, dass der Neubau an der Candidstraße durch einen achtgeschossigen Baukörpers sowie einem Lückenschluss der Blockrandbebauung zur Agilolfingerstraße einen effektiven Lärmschutz für das gesamte Quartier bildet. Bisher werden durch die dreigeschossige Bebauung und die vorhandene Baulücke die dahinterliegenden Wohnhäuser durch die Lärmemission des Mittleren Rings stark belastet.

Das Konzept des Münchner Büros nbundm architekten und OK LANDSCHAFT Andreas Kicherer überzeugte die Jurymitglieder unter anderem durch einen besonderen Kniff, der die Wohnqualität in den vorrangig nach Norden ausgerichteten Wohnungen durch Nutzung des Sonnenlichts verbessert. Die abgestuften Vor- und Rücksprünge der Fassade schaffen auf der Seite des Innenhofes zugleich ein wirkungsvolles Zusammenspiel mit den vier Bestandsgebäuden.

Die Freifläche gestaltet der Siegerentwurf nach den Plänen von OK Landschaft Andreas Kicherer als eine Art grüner "shared space" der allen Bewohnerinnen und Bewohnern für vielerlei Nutzungen offen steht"Kleine Plätze vor den Hauseingängen stehen im Wechsel mit Gemeinschaftsgärten, Spielstationen, Rasenflächen und unterschiedlichen Gehölzen", heißt es im Entwurf

Die Arbeit von Grassinger Emrich Architekten schlägt einen Typus vor, der trotz der Lärmbelastung vom Mittleren Ring eine schallgeschützte Südorientierung der Wohnungen ermöglicht. Hierzu werden entlang der Candidstraße ab dem ersten Obergeschoss vier nach Süden verglaste Atrien entwickelt, zu denen sich die Wohnungen orientieren. Das achte Geschoss wird in Verlängerung der Atrien nach Norden geöffnet und bietet Dachterrassen zur gemeinschaftlichen Nutzung an. Diese verbinden alle Treppenräume mit ihren teilweise offenen Wegebeziehungen. Die Ecke zum Candidplatz hin wird durch ein 13-geschossiges Gebäude mit einer gemeinschaftlichen Nutzung auf der obersten Etage deutlich akzentuiert.

Auch der Freiflächen-Entwurf von liebald+aufermann landschaftsarchitekten zeigt seine Stärken nach Auffassung der Jury in den Innenhöfen zwischen den Bestandsgebäuden. Hier können die Freiflächen für die Anwohner hinsichtlich ihrer Gestaltung und Funktion überzeugen. Das Angebot der Dachgärten im siebten Obergeschoss wird positiv gesehen und verspricht zusätzliche Freiraumqualitäten.

Schwungvoll führt das Büro ASTOC die Bebauung entlang der Candidstraße, ohne dabei langweilig zu wirken. Mit wenigen, fein ausbalancierten Abstufungen und einem geschickten Fassadenbild glückt der Versuch, die lange Straßenabwicklung wirksam zu gliedern. Hier werden gekonnt die einzelnen Hauszugänge akzentuiert und die Fassade mit geringem baulichem Aufwand sowohl horizontal als auch vertikal aufgeteilt. Am östlichen Abschluss wird aus der Baumasse gekonnt ein wirksamer Hochpunkt entwickelt. Er dient als zeichenhafte Überhöhung und Signalgeber entlang der Candidstraße.

Der Freiraum-Entwurf von lohrer.hochrein landschaftsarchitekten und stadtplaner sieht im Innenhof befestigte Flächen vor, die ausreichend Bewegungsraum bieten. Begrünte Bereiche liegen inselförmig in diesem Bereich und schaffen so einen Übergang zu den bestehenden Flächen zwischen der Zeilenbebauung.

Hochpunkt am Candidplatz

In allen eingereichten Entwürfen wurde die Platzsituation im Norden an der Hans-Mielich-Straße genutzt, um einen quartiersprägenden Hochpunkt zu setzen. Die besondere Situation, die sich durch die stark befahrene Candidstraße ergibt, wird bei der künftigen Bebauung besonders berücksichtigt. Im Erdgeschoss des Neubaus soll es keine Wohnungen geben, stattdessen entsteht auf 560 qm viel Raum für eine dringend im Quartier benötigten Kinderkrippe. Zusätzlich stehen 360 qm für Gewerbefläche zu Verfügung. Die bisher im Innenhof geparkten Autos sollen in die Tiefgarage verlagert werden, in der es Platz für 147 Stellplätze geben soll.






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