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23.01.2017 Canzler: Gebäudetechnik für Archäologische Staatssammlung München

Entwurf: Nieto Sobejano Arquitectos, Berlin, Madrid
Münchens Archäologische Staatssammlung im Stadtteil Lehel wird generalsaniert und erhält zusätzliche Ausstellungsflächen. Mit der Planung der Technischen Ausrüstung ist das Planungs- und Beratungsunternehmen Canzler betraut. Ziel ist es, die Anlagen zu erneuern, den Betriebsaufwand und Energieverbauch zu reduzieren und hinsichtlich ihrer Umweltaspekte zu optimieren. Eine besondere Anforderung besteht darin, ein konstantes Klima in den Ausstellungsräumen und Depots herzustellen. Auftraggeber ist der Freistaat Bayern.

Die Archäologische Staatssammlung München stellt das zentrale Landesmuseum für die Archäologie Bayerns und dessen Forum für die öffentliche Präsentation dar. Das Gebäude, Baujahr 1974, 5.400 m2 Nutzfläche, wird generalsaniert. Dazu wird es bis auf das Grundraster, ein Stahlbetongerüst, zurückgebaut. Es erhält eine neue Fassade, wie zuvor aus Cortenstahl, ein größeres Foyer und ein Café mit Dachgarten. In Anlehnung an die kubische Architektur bekommt das Haus unterirdisch 700 m2 zusätzliche Fläche, davon 520 m2 als Sonderausstellungsfläche. Canzler verantwortet die Planung, Ausschreibung und Objektüberwachung für die Sanitär-, Heizungs- und Lüftungsanlagen sowie die Gebäudeautomation nach den Leistungsphasen 1 bis 8 HOAI für das Bestandsgebäude und die Erweiterung. Die Bauarbeiten beginnen im Sommer dieses Jahres und werden bis 2020 abgeschlossen sein.

Perfektes Klima für Exponate

Besondere Anforderungen bestehen bei der Planung für die Ausstellungsflächen und Depots an ein konstantes Raumklima bezüglich Temperatur und Feuchte. „Die erforderlichen Raumkonditionen in der Ausstellung und in den Depots erzielen wir über geregelte Zuluftströme, die den Feuchtigkeitsgehalt in der Luft regulieren“, sagt Dr. Gerhard Braunmiller, Leiter des Münchner Büros von Canzler. „Im Sommerbetrieb erfolgt die kontrollierte Entfeuchtungskühlung über zusätzlich installierte Kondensatorregister“, so Braunmiller. Um Energie und Betriebskosten zu sparen, sind diese als Nacherhitzer vorgesehen. „Wir bekommen klimatische Bedingungen, die für Museumsbesucher und Exponate ideal sind“, betont der Direktor des Museums, Prof. Rupert Gebhard. Der Nachweis für die geforderten Raumluftkonditionen wird in einem speziellen Laborversuch erbracht.

Effiziente Anlagen und niedrige Medientemperaturen

Die Technische Gebäudeausrüstung wird komplett erneuert und auf den aktuellen Stand der Technik gebracht. Im Vergleich zur über 40 Jahre alten Technik lassen sich durch neue, energieeffiziente Anlagen Betriebsaufwand und Energieverbrauch erheblich senken. In vielen Bereichen des Gebäudes kommen zukünftig großflächige Wärme- und Kälteverteilsysteme mit optimierten Betriebstemperaturen in Form von Fußbodenheizflächen sowie Boden- und Deckenkühlflächen zum Einsatz. „Die Betriebstemperaturen der Anlagen können so an die Zieltemperaturen der Räume angenähert werden, Kühlleistung vom Medium Luft auf das Medium Wasser übertragen und infolgedessen Luftmengen und auch ihre Geschwindigkeit verringert werden“, so der Projektleiter Ingo Bensch von Canzler. „Demzufolge sinkt der Energieverbrauch. Zugerscheinungen und Lüftungsgeräusche werden immens reduziert und somit erhöht sich die Behaglichkeit im ganzen Haus“, so Bensch. Die zentrale Wärmeerzeugung erfolgt über den vorhandenen Fernwärmeanschluss, die Kälteerzeugung über eine Kompressionskältemaschine.






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