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26.02.2019 Jahresauftaktevent der 6B47: Großes Thema Grundstückknappheit

V.l.: Oliver Hecht, Gerhard G. Feldmeyer, Oliver Knörr und Kai-Uwe Ludwig. Fotocredit: © Nicole Wahl Fotografie
Mehr als einhundert Gäste aus allen Bereichen der Immobilienbranche folgten vergangene Woche der Einladung zur mittlerweile traditionellen Jahresauftaktveranstaltung von 6B47 Germany in Düsseldorf. Am gleichen Tag, an dem der Zentrale Ausschuss der Immobilienwirtschaft (ZIA) der Bundesregierung das Frühjahrsgutachten 2019 der Immobilienbranche vorstellte, waren die Experten zum Networking und Meinungsaustausch an der Heinrich-Heine-Allee zusammengekommen, wo die deutsche Tochtergesellschaft des international tätigen Projektentwicklers 6B47 Real Estate Investors mit Stammsitz in Wien ihre Geschäftsräume hat. Nach den einführenden Worten von Kai-Uwe Ludwig als Vorsitzendem der Geschäftsführung von 6B47 Germany stand neben dem Networking vor allem die Diskussion auf dem hochkarätig besetzten Podium im Mittelpunkt des Interesses. Unter dem Titel „Kostendruck, Grundstückknappheit, Kapazitätsengpässe – eine unheilvolle Ménage-à-Trois?“ brachten die Diskutanten ganz unterschiedliche Facetten in die Diskussion ein und sorgten so für eine lebhafte Debatte.

Kontroverse Sichtweisen wurden vor allem bei der Rolle des Staates bei der Frage des Mangels an Baugrund offensichtlich. So forderte Oliver Hecht, Leiter Portfoliomanagement bei der Berlin Hyp, die Städte auf, großvolumig Baugrund aus dem eigenen Bestand freizugeben. „Wir brauchen Bauland!“ Dem Appell an den Staat schloss sich auch Ignaz Trombello, Head of Investment Germany von Colliers International, an. So habe sich etwa das Vorkaufsrecht der Gemeinde zu einem Problem entwickelt. „Die öffentliche Hand greift hier häufig in Prozesse ein, ohne das Ganze zu Ende gedacht zu haben – etwa wer zu welchem Preis bauen soll.“ Das verkompliziere die ohnehin angespannte Lage.

Dr. Alexander Fils stimmte zwar der Forderung zu, dass der Staat mit Bedacht vorzugehen habe, nahm aber auch die Immobilien-Branche selbst in die Pflicht und machte das am Beispiel der Stadt Düsseldorf fest: „Unsere Stadt ist von der Einwohnerzahl her die Nummer sieben in Deutschland, gemessen an der Fläche aber liegen wir auf Platz 70“, erläuterte der langjährige Vorsitzende des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung der Landeshauptstadt. „Neue Flächen können und werden wir daher nur mit Augenmaß freigeben. Viel wichtiger ist, dass die Bau- und Immobilienbranche mit Kreativität den vorhandenen Raum nutzt.“ Die eindimensionale Aufforderung an die öffentliche Hand, Bauland zur Verfügung zu stellen greife hier deutlich zu kurz. „Ebenso wie die Forderung von mancher Seite, nun alles auf den geförderten Wohnungsbau zu konzentrieren. Bezahlbarer Wohnraum muss sein, keine Frage. Aber wir wollen auch keine Monotonie in den Städten, die die Lebensqualität unzumutbar mindert und neue Probleme schafft.“ Auch hier sei, so der Ratsherr, das Mitdenken der Immobilienbranche gefordert.

Weitgehend Einigkeit dagegen bestand unter den Podiumsteilnehmern bei anderen Themen. So traf die Aussage von Oliver Knörr, Niederlassungsleiter Essen der ZECH Bau GmbH, bei Punkt Personalmangel auf breite Zustimmung: „Wir haben es einfach versäumt, unsere Berufe attraktiv zu halten.“ Auch der Forderung von Gerhard Feldmeyer, Geschäftsführender Gesellschafter von HPP Architekten, nach deutlich reduzierter Komplexität beim Planen und Bauen schlossen sich alle Podiumsteilnehmer an: „Ein Gebäude mit 500 Einheiten muss nicht 450 verschiedene Badausstattungen haben. Kein Wunder, wenn die Kosten dann nach oben schießen. So etwas muss auch mit 100 oder 200 unterschiedlichen Spezifikationen zu machen sein.“

Kai-Uwe Ludwig zog am Ende eine positive, aber auch leicht skeptische Bilanz. „Es scheint klar zu sein, dass wir die Herausforderungen nur meistern, wenn wir alle gemeinsam daran arbeiten. Ob wir derzeit aber alle bereits am gleichen Ende des Strangs ziehen, scheint mir die Frage.“








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