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11.08.2016 Internationaler Architektur- und Designpreis für pbr

Bildrechte: Fotograf Ulrich Hoppe, Hamburg
Für den Entwurf des Wasser- und Schifffahrtsamts in Kiel wurde die pbr Planungsbüro Rohling AG in diesem Jahr mit dem Iconic Award ausgezeichnet. Dieser konnte die Jury des Rates für Formgebung in der Kategorie Architecture Public überzeugen. Für pbr ist es nunmehr der vierte Iconic Award, mit dem innerhalb von drei Jahren Projekte prämiert wurden. Die Verleihung findet anlässlich der Gewerbe- und Immobilienmesse Expo Real am 4. Oktober 2016 in der BMW Welt in München statt.

Realisierungswettbewerb gewonnen

Im Jahr 2009 ging pbr mit dem Entwurf für das Wasser- und Schifffahrtsamt Kiel als Sieger aus einem Realisierungswettbewerb hervor und erbrachte im Auftrag der GMSH Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR die Gesamtplanung für die Errichtung eines neuen Verwaltungsgebäudes und die Sanierung des denkmalgeschützten Altbaus aus dem Jahr 1895. Im Mai 2015 wurde das Gebäudeensemble auf der Schleuseninsel Kiel-Holtenau, das mit seiner hohen Repräsentationskraft überzeugt, an den Nutzer übergeben.

Städtebaulich-architektonischer Akzent

Mit Errichtung des Neubaus sollte nicht nur das bestehende Wasser- und Schifffahrtsamt ergänzt, sondern vielmehr ein städtebaulich-architektonischer Akzent auf der Schleuseninsel gesetzt werden, der sich in die Umgebung einfügt aber auch einen die heutige Epoche kennzeichnenden Gestaltungsaspekt setzt. So ist ein neues Bürogebäude entstanden, das mit seiner kubischen Formgebung und der prägnanten Dachlandschaft den Bestand gen Westen erweitert. Über einem L-förmigen Grundriss neigen sich die Ost- und Westfassaden nach außen. Das Dach verläuft mit leichter Neigung mehrfach geknickt, so dass im Zusammenspiel mit den geneigten Fassaden ein dynamischer, bewegter Eindruck entsteht. Die kubische Formgebung spielt dabei mit der Assoziation eines Schiffes und verleiht der Nutzung einen abstrakten Ausdruck, der vielfältige Interpretationen zulässt. Zwar steht das neue Volumen durch seine besondere Formgebung im klaren Kontrast zum Bestand, doch wurde durch die Materialwahl ein klarer Bezug zur ortstypischen Architektursprache und damit zum Bestand hergestellt.

Lichtdurchflutetes Atrium als verbindendes Element

Über einen transparenten Zwischenbau wurden Alt- und Neubau miteinander verbunden. Das lichtdurchflutete Atrium dient als Haupteingang und sichert die barrierefreie Erschließung beider Gebäude. Verschattungselemente, das Ergebnis eines Kunst-am-Bau-Wettbewerbs, an der gläsernen Front erinnern an die Pegelstände des Wassers.

Wilhelminische Ziegelsteinarchitektur als Gegensatz zu klarer Formgebung
Während mit dem Neubau ein die heutige Epoche kennzeichnender Gestaltungsaspekt gesetzt wurde, sollte der Altbau in Abstimmung mit dem Denkmalschutz möglichst in den Ursprungszustand zurückversetzt werden. Neben der Fassadensanierung der wilhelminischen Ziegelsteine, wurden Dachgauben zurück- und an der Originalstelle aus dem Jahr 1895 wieder aufgebaut, das Dach neu geschalt. Auch die historischen Grundrisse sind seit der Sanierung wieder erlebbar. Hierfür war es notwendig, eine in den 50er Jahren nachträglich eingebaute Zwischenebene zurückzubauen und das Dachgeschoss vollständig aus der Nutzung herauszunehmen. Auf diese Weise konnte u.a. der historische Sitzungssaal wieder in den bauzeitlichen Zustand zurückgeführt werden. Historische Farbbefundungen wurden neu interpretiert und gewährleisten jetzt eine angenehme Arbeitsatmosphäre.





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