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17.06.2016 Wohnungsmieten steigen an der Saar um zehn Prozent

Die Wohnungsmieten sind im Landesdurchschnitt in den vergangenen zwölf Monaten um knapp zehn Prozent gestiegen. Nach leichten Steigerungen im Vorjahr setzt sich der Aufwärtstrend massiv fort. Vor allem in Saarbrücken, St. Wendel und an der Luxemburgischen Grenze sind noch deutlichere Steigerungen zu verzeichnen. Die Verkaufspreise für Einfamilienhäuser nahmen im Durchschnitt eine stabile Entwicklung. Eigentumswohnungen verteuerten sich im Landesschnitt um über neun Prozent. Die Landeshauptstadt, Saarlouis, Homburg und St. Ingbert bleiben die gefragtesten Immobilienmärkte im Saarland.

Dies geht aus dem neuen Immobilienpreisspiegel Saarland 2016 hervor, den der Immobilienverband IVD West herausgab und in dem 14 Kommunen untersucht wurden. Alle in Prozentpunkten angegebenen Steigerungswerte beziehen sich auf einen Berichtszeitraum von zwölf Monaten. Dabei ist zu beobachten, dass dramatische Entwicklungen aus anderen Bundesländern wie Wohnraummangel und Preisexplosionen an der Saar kaum Niederschlag finden. Jedoch sind Nachholeffekte langer Jahre ohne jegliche Steigerung feststellbar. Das Phänomen der Landflucht und die ungebrochene Tendenz zu mehr Singlewohnungen sind spürbar und lassen die Bevölkerung in den größeren Zentren anwachsen. Allerdings kam es im Vergleich zu den Vorjahren auch in den ländlichen Regionen nicht zu Preisnachlässen. Positive Entwicklungen auf den Immobilienmärkten können die Bildungs-, Verwaltungs- und Handelszentren Saarbrücken, Homburg und Saarlouis verzeichnen. Sie ziehen besonders Studenten und Gewerbetreibende an. Viele Luxemburger und Deutsche, die in Luxemburg arbeiten, investieren weiterhin in den grenznahen Gemeinden wie Perl, Mettlach oder Merzig. Bauland, Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen aus dem gehobenen Bereich bilden dort daher eine Art Sondermarkt.

In Zeiten niedrigster Zinsen ist die Investition in Wohneigentum lohnend und die Vermietung von Immobilien eine attraktive Renditelösung für viele Menschen, die lukrative und sichere Vermögensanlagen suchen. Vermietete Mehrfamilienhäuser mit sechs bis zwölf Wohnungen beziehungsweise vermietete Eigentumswohnungen sind momentan die Immobilien mit der höchsten Nachfrage bei dieser Gruppe. Familien mit mittleren und gehobenen Einkommen zieht es ebenfalls zum Immobilienkauf. Hier steht die Eigennutzung der Immobilie stärker im Vordergrund als die Bindung von Kapital in Betonwerte. Doch die erhöhte Grunderwerbsteuer trifft vor allem junge Familien, die diese ständig steigende Zwangsabgabe kaum schultern können. Immerhin spielt die bundesweit eingeführte Mietpreisbremse im Saarland keine Rolle.

Preise für Einfamilienhäuser

Im Segment der einfach ausgestatteten Einfamilienhäuser kam es besonders in Gemeinden wie Neunkirchen und Ottweiler zu einem Preisanstieg von 11 bis 13 Prozent. Bei den gut ausgestatteten Eigenheimen ist ebenfalls Bewegung im Markt: Steigerungsspitzenreiter ist hier Dudweiler (+ 13 %), gefolgt von Heusweiler und Sulzbach (jeweils + 8 %). Hochklassige Immobilien steigen landesweit um durchschnittlich 5 % im Preis. Über alle Lagen und Qualitätsstufen steigen die Preise in Dudweiler am deutlichsten, durchschnittlich um 8,75 Prozent. Problematisch hingegen ist die Vermarktung von übergroßen Häusern auf dem Land.

Für ein gut ausgestattetes, gebrauchtes Eigenheim muss man in Saarbrücken derzeit 400.000 Euro einrechnen, in Neunkirchen 190.000, in Homburg 260.000 und in Saarlouis 350.000 Euro.

Preise für Eigentumswohnungen

Die Preise für Eigentumswohnungen sind in den vergangenen zwölf Monaten landesweit deutlich gestiegen, im Durchschnitt um neun Prozent. Die größten Anstiege waren in der Landeshauptstadt (11 %), Neunkirchen (12 %) und Dudweiler (14 %) zu verzeichnen. Gleichbleibende Preise waren in Heusweiler Rückgänge jedoch in keiner Kommune aus dem Berichtsgebiet zu beobachten.
Saarbrückens bessere Lagen, wie am Rotenbühl, Triller oder Staden, weisen einen Quadratmeterpreis von etwa 2.500 Euro beim Kauf auf und sind damit im Vergleich zum Vorjahr um 9 Prozent teurer geworden. In Saarlouis sind vergleichbar ausgestattete Wohnungen nur unwesentlich günstiger (2.250 ,-) bei einer Steigerung von 10 Prozent zum Vorjahr.

Wohnungsmieten

Bei den Kaltmieten für Wohnungen ist in den letzten zwölf Monaten eine landesweite Steigerung von durchschnittlich 10 Prozent zu beobachten (Vorjahr: + 3,5 %). Vor allem in St. Wendel (+ 22 %) und in Merzig (+ 13 %) sind noch deutlichere Steigerungen zu verzeichnen. In der Landeshauptstadt war der Mietanstieg mit einem durchschnittlichen Plus von 9 Prozent ebenfalls höher als in den Vorjahren – und es gibt durchaus preisliche Ausreißer in den Toplagen. Hingegen waren Mietpreissenkungen nirgendwo festzustellen.
Mit 11,- Euro pro Quadratmeter Wohnfläche müssen die Saarländer in der Landeshauptstadt für gut gelegene Wohnungen rechnen. Bei 7,- Euro liegen die Mieten in vergleichbaren Lagen in Homburg, bei 6,50 bzw. 7,- Euro in Dudweiler und St. Ingbert. In Saarlouis‘ guten Lagen werden inzwischen 9,- Euro Kaltmiete verlangt (+ 6 %). Am günstigsten lassen sich Wohnungen in Wadern anmieten: Hier liegt die Netto-Kaltmiete in einfachen Lagen nur bei 3,75 Euro pro Quadratmeter.

Nach Stagnation in den Vorjahren erholten sich die Büromieten in den letzten beiden Jahren leicht. Nur in St. Wendel und Saarlouis waren teils deutliche Preiserhöhungen zu beobachten. In Dudweiler hingegen gaben die Preise nach. Die teuersten Büros finden sich nach wie vor in Saarbrücken mit Quadratmeterpreisen von bis zu 11,- Euro, doch auch in Saarlouis ist teilweise die 8-Euro-Marke schon überschritten.

Die Mieten für Ladenlokale sanken im Landesdurchschnitt um ca. drei Prozent. Dramatische Rückgänge in Geschäftskernlagen gab es in Dudweiler und Sulzbach (-14 und -17 Prozent) sowie in Heusweiler (-29 %). Preisanstiege in den Toplagen waren hingegen einzig in Völklingen erkennbar (+14 %). Mit einem Quadratmeterpreis von 35 Euro auf der Französischen Straße hat Saarlouis die zweitteuerste Lage im Saarland. Nur auf Saarbrückens Bahnhofsstraße liegen die Ladenmieten mehr als doppelt so hoch: mit 85 Euro pro Quadratmeter Verkaufsfläche sind sie allerdings in den letzten zwölf Monaten preisstabil geblieben.




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