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07.04.2026 DVFA-Monatsfrage: Trump 2.0 dominiert die politische Risikolandkarte

Kriege, drohende Pandemien und insbesondere die erratische „Trump-2.0-Legislatur“ erschweren Politikern, Zentralbanken, Analysten und Investoren die Arbeit. Daher hat die DVFA ihre Mitglieder nach dem Einfluss der Geoökonomie auf den Analyse- und Investmentprozess gefragt. „Wir leben in einer Ära, in der politische Ereignisse zunehmend real- und finanzwirtschaftliche Schocks auslösen. Mess- und modellierbare Risiken mutieren zu fundamentaler Unsicherheit, wie es Frank Knight schon 1921 bei der Begriffsdifferenzierung von Risiko und Unsicherheit beschrieben hat“, kommentiert Ingo Mainert, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der DVFA, die jüngste Monatsfrage.

Politische Börsen: „Kurzbeinigkeit“ zunehmend in Frage gestellt

Eine alte, in der Vergangenheit empirisch oft belegte Weisheit besagt, dass politische Börsen „kurze Beine“ haben, die Finanzmärkte also eher kurzfristig stark beeinflussen, nicht aber langfristig. Doch gilt dies auch heute noch angesichts einer Kette geopolitischer und geoökonomischer Ereignisse, die von vielen inzwischen als „Permakrise“ empfunden werden?

Mehr als die Hälfte der Antwortenden (55 %) hält die sprichwörtliche Regel weiterhin für wirksam. Doch jeder Dritte (34 %) zweifelt inzwischen an deren allgemeiner Gültigkeit, und jeder Zehnte (11 %) sieht sie sogar völlig außer Kraft gesetzt. Diese Teilnehmer wiesen in ihren Kommentaren darauf hin, dass je nach Art des Impulses geopolitische Entwicklungen und deren Spillover-Effekte die Finanzmärkte durchaus langfristig beeinflussen können.

Noch dominiert die Finanzanalyse den Research- und Investmentprozess

Wenn politische Ereignisse immer stärker auf Volkswirtschaft und Börsen ausstrahlen, stellt sich die Frage, inwieweit der professionelle Research- und Investmentprozess dieser Entwicklung Rechnung trägt. Immerhin fast die Hälfte (48 %) der Umfrageteilnehmer konzentriert sich weiterhin vorwiegend auf die Finanzanalyse. Dafür spricht, dass politische Rahmenbedingungen grundsätzlich alle Wirtschaftsprozesse beeinflussen und somit in Investmententscheidungen eingehen. Doch ein Drittel (34 %) gibt der politischen Analyse jetzt bewusst ein größeres Gewicht. Fast jeder Fünfte (18 %) wollte sich dagegen nicht festlegen, ob sich Research- und Investmentprozesse durch die politischen Ereignisse der letzten Jahre verändert haben.

Eigene politische Analysen gegenüber Fremdbezug weiter bevorzugt

Wie bei den klassischen Länderrisiken erfordert in einer immer komplexer werdenden Welt auch die breitere Analyse politischer Risiken und Unsicherheiten großen Ressourceneinsatz und langjährige Expertise. Dabei geht es insbesondere um die kontinuierliche Sammlung, Auswertung und Bewertung großer, nicht quantitativ vorliegender Informationsmengen. Daher sehen sich Finanzanalysten und Investoren gerade für politische Analysen regelmäßig vor die Entscheidung „Make or buy?“ gestellt.
Nahezu die Hälfte (49 %) der Umfrageteilnehmer analysiert politische Faktoren selbst und lässt externes Research somit nur indirekt in ihre Ergebnisse einfließen. Dagegen setzen 37 % auf ein Mischsystem intern erstellter und gezielt extern beschaffter Analysen. Nur jeder Zwanzigste (5 %) verlässt sich dabei ausschließlich auf Fremdbezug.

Donald Trump wird als größter Unsicherheitsfaktor gesehen

Grundsätzlich gibt es zahlreiche Quellen politischer Unsicherheit. Die Umfrage setzte den Schwerpunkt auf drei mögliche Ursachen politischer Risiken. Die Antworten ergaben das erwartbare Bild: 59 % entfielen auf „Trump 2.0“ sowie etwa gleich viel auf „Russland“ (21 %) und „China“ (20 %).

„So gravierende geoökonomische Ereignisse wie in letzter Zeit erfordern einen breiteren, umfassenderen Research- und Analyseansatz“, fasst Ingo Mainert die Ergebnisse zusammen. „Gerade weil die Haltbarkeitsdauer von Annahmen und Prognosen abgenommen hat, ist es richtig, darauf mit Vorsicht zu reagieren. Der Einkauf externer Expertise bei der Entscheidungsfindung nimmt bei der Analyse politischer Risiken tendenziell zu.“
























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