07.04.2026 Neueröffnungen auf Europas Luxus-Einkaufsstraßen nehmen zu
Der Luxus-Einzelhandelssektor in Europa trotzte auch 2025 den allgemeinen Branchenproblemen mit einem starken Anstieg der Neueröffnungen, einer zunehmenden Marktbeteiligung über die globalen Luxus-Größen hinaus und einem wachsenden Druck auf die knappen Einzelhandelsflächen in den Einkaufsstraßen. Das sind Ergebnisse des aktuellen „European Luxury Retail Report“ von Cushman & Wakefield. 2025 wurden insgesamt 96 neue Luxusgeschäfte in 20 Top-Lagen in 16 Städten und 12 Ländern eröffnet, gleichbedeutend einem Plus von 13 Prozent gegenüber 2024. Dies unterstreicht die strategische Bedeutung physischer Standorte für Luxusmarken, die verstärkt auf Flagship-Erlebnisse und langfristige Präsenz setzen.
Robert Travers, Head of EMEA Retail bei Cushman & Wakefield: „Luxusmarken betrachten ihre Geschäfte zunehmend als kulturelle Statements – als physische Manifestation von Identität, Handwerkskunst und Tradition. Marken investieren daher in größere, immersivere Flächen und mehrstöckige Konzepte, die das Markenuniversum erlebbar machen.“
Mode-, Luxusgüter- und Beauty-Segmente treiben Expansion voran
Das Segment Mode & Accessoires war 2025 erneut der stärkste Wachstumstreiber: 48 neue Stores von 40 Marken entfielen auf diesen Bereich – rund die Hälfte aller Aktivitäten.
Der Bereich Schmuck und Uhren bestätigte seine mehrjährige Stärke mit 28 neuen Boutiquen, gestützt durch ein leichtes Umsatzwachstum von 0,5 Prozent. Dagegen verzeichneten Bekleidung, Schuhe und Accessoires leichte Rückgänge.
Besonders dynamisch entwickelte sich das Segment Beauty & Parfümerie, vor allem in Paris, wo allein sechs Eröffnungen im Spezialbereich „Haute Parfumerie“ registriert wurden. Cushman & Wakefield erwartet, dass das Segment Beauty & Parfümerie in den kommenden Jahren weiter expandieren wird.
Die Marktbreite vergrößert sich durch die Expansion von „Herausforderer-Marken“
Der Markt zeigt eine interessante Doppelbewegung: Konsolidierung an der Spitze und gleichzeitig zunehmende Diversifizierung. Während Marken der großen Luxusgruppen LVMH, Kering und Richemont rund ein Drittel der Neueröffnungen ausmachten, entfielen 70 Prozent der Eröffnungen auf 57 weitere Marken.
Damit wächst die Zahl der „Herausforderer“, die neue Flagship-Formate entwickeln und sich in Top-Lagen positionieren. Ein Beispiel ist die schwedische Modemarke Toteme, die 2025 drei neue Stores in führenden Einkaufsstraßen eröffnete.
Starke Angebotsengpässe treiben Mietwachstum an
Trotz der starken Expansion herrscht in Europas erstklassigen Luxusstraßen weiterhin ein erheblicher Angebotsengpass. Im Jahr 2025 verzeichneten acht der 20 untersuchten Straßen eine Leerstandsquote von null Prozent gegenüber sechs im Jahr 2024, wobei weitere sechs Straßen eine Verfügbarkeit von unter fünf Prozent aufwiesen. Andreas Siebert, Head of Retail Investment Germany bei Cushman & Wakefield: „Die angespannte Lage hat Marken dazu veranlasst, bei der Sicherung von Flächen kreativ zu werden, unter anderem durch die Ausweitung in obere Etagen und benachbarte Einheiten.“
Dieser chronische Angebotsmangel treibt das Mietwachstum in Top-Lagen weiter an. Bis Ende 2025 lagen die Mieten in Luxusstraßen sieben Prozent über dem Niveau von 2018, dem Jahr, das als Wendepunkt in der Ausrichtung der Konsumenten auf Onlineshopping gilt. Sie erreichten oder hielten in mehreren Märkten Rekordhöhen. Das Mietwachstum hat sich auch über den Luxussektor hinaus ausgeweitet: Im Jahr 2025 stiegen die Mieten in Luxusstraßen um 3,5 Prozent, während Nicht-Luxus-Einkaufsstraßen ein Wachstum von 3,3 Prozent verzeichneten. Dies spiegelt eine breitere Belebung der Nachfrage nach erstklassigen physischen Einzelhandelsstandorten wider.
Deutschland: Moderate Eröffnungszahlen, aber starke Pipeline
In Deutschland verzeichneten die Münchner Maximilianstraße und die Düsseldorfer Königsallee 2025 insgesamt drei Neueröffnungen – ein Rückgang gegenüber acht im Vorjahr. Dennoch bleibt die Aktivität hoch, insbesondere durch großvolumige Projektentwicklungen, die künftig zusätzliche Premiumflächen schaffen. An der Königsallee 20 eröffnete Chanel einen neuen Flagship-Store, während Dior einen temporären Standort an der Königsallee 19 für die Dauer der Renovierung des Flagship-Stores Königsallee 30–32 eröffnete. In München feierte Bulgari nach umfassender Modernisierung die Wiedereröffnung seiner dreistöckigen Boutique in der Maximilianstraße 17.
Parallel entstehen entlang der Königsallee mehrere bedeutende Neubau- und Sanierungsprojekte, darunter: „Le Coeur“ von Hines mit 47.000 m² gemischt genutzte Fläche, bereits mit Marken wie Diptyque, Juwelier Hestermann und Label Kitchen vorvermietet, sowie das Trinkaus Karree der Momeni Gruppe mit 40.000 m² Gesamtfläche, davon 2.000 m² Retail und 700 m² Gastronomie.
Auch in München bewegt sich der Markt: Commerz Real plant die Sanierung der Maximilianstraße 12–14, um Büro- und Einzelhandelsflächen aufzuwerten. Trotz dieser Pipeline bleibt das Angebot knapp: Die Leerstandsquote lag 2025 bei 1,8 Prozent in der Maximilianstraße und 3,1 Prozent auf der Königsallee, wobei Letztere lediglich zwei vakante Einheiten umfasst. Die Mieten sind stabil, liegen aber weiterhin 8 - 14 Prozent unter dem Niveau von 2018.
Andreas Siebert abschließend: „Die Entwicklung zeigt eindrucksvoll, wie robust und strategisch ausgerichtet der europäische Luxuseinzelhandel ist. Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten investieren Marken gezielt in ihre Präsenz an den besten Standorten – und das bei historisch knappen Flächen. Für Eigentümer wie für Marken bleibt die Lagequalität der entscheidende Faktor. Wir sehen 2026 einen Markt, der von struktureller Nachfrage, hoher Wettbewerbsintensität und einem klaren Fokus auf das Kundenerlebnis geprägt ist.“
Robert Travers, Head of EMEA Retail bei Cushman & Wakefield: „Luxusmarken betrachten ihre Geschäfte zunehmend als kulturelle Statements – als physische Manifestation von Identität, Handwerkskunst und Tradition. Marken investieren daher in größere, immersivere Flächen und mehrstöckige Konzepte, die das Markenuniversum erlebbar machen.“
Mode-, Luxusgüter- und Beauty-Segmente treiben Expansion voran
Das Segment Mode & Accessoires war 2025 erneut der stärkste Wachstumstreiber: 48 neue Stores von 40 Marken entfielen auf diesen Bereich – rund die Hälfte aller Aktivitäten.
Der Bereich Schmuck und Uhren bestätigte seine mehrjährige Stärke mit 28 neuen Boutiquen, gestützt durch ein leichtes Umsatzwachstum von 0,5 Prozent. Dagegen verzeichneten Bekleidung, Schuhe und Accessoires leichte Rückgänge.
Besonders dynamisch entwickelte sich das Segment Beauty & Parfümerie, vor allem in Paris, wo allein sechs Eröffnungen im Spezialbereich „Haute Parfumerie“ registriert wurden. Cushman & Wakefield erwartet, dass das Segment Beauty & Parfümerie in den kommenden Jahren weiter expandieren wird.
Die Marktbreite vergrößert sich durch die Expansion von „Herausforderer-Marken“
Der Markt zeigt eine interessante Doppelbewegung: Konsolidierung an der Spitze und gleichzeitig zunehmende Diversifizierung. Während Marken der großen Luxusgruppen LVMH, Kering und Richemont rund ein Drittel der Neueröffnungen ausmachten, entfielen 70 Prozent der Eröffnungen auf 57 weitere Marken.
Damit wächst die Zahl der „Herausforderer“, die neue Flagship-Formate entwickeln und sich in Top-Lagen positionieren. Ein Beispiel ist die schwedische Modemarke Toteme, die 2025 drei neue Stores in führenden Einkaufsstraßen eröffnete.
Starke Angebotsengpässe treiben Mietwachstum an
Trotz der starken Expansion herrscht in Europas erstklassigen Luxusstraßen weiterhin ein erheblicher Angebotsengpass. Im Jahr 2025 verzeichneten acht der 20 untersuchten Straßen eine Leerstandsquote von null Prozent gegenüber sechs im Jahr 2024, wobei weitere sechs Straßen eine Verfügbarkeit von unter fünf Prozent aufwiesen. Andreas Siebert, Head of Retail Investment Germany bei Cushman & Wakefield: „Die angespannte Lage hat Marken dazu veranlasst, bei der Sicherung von Flächen kreativ zu werden, unter anderem durch die Ausweitung in obere Etagen und benachbarte Einheiten.“
Dieser chronische Angebotsmangel treibt das Mietwachstum in Top-Lagen weiter an. Bis Ende 2025 lagen die Mieten in Luxusstraßen sieben Prozent über dem Niveau von 2018, dem Jahr, das als Wendepunkt in der Ausrichtung der Konsumenten auf Onlineshopping gilt. Sie erreichten oder hielten in mehreren Märkten Rekordhöhen. Das Mietwachstum hat sich auch über den Luxussektor hinaus ausgeweitet: Im Jahr 2025 stiegen die Mieten in Luxusstraßen um 3,5 Prozent, während Nicht-Luxus-Einkaufsstraßen ein Wachstum von 3,3 Prozent verzeichneten. Dies spiegelt eine breitere Belebung der Nachfrage nach erstklassigen physischen Einzelhandelsstandorten wider.
Deutschland: Moderate Eröffnungszahlen, aber starke Pipeline
In Deutschland verzeichneten die Münchner Maximilianstraße und die Düsseldorfer Königsallee 2025 insgesamt drei Neueröffnungen – ein Rückgang gegenüber acht im Vorjahr. Dennoch bleibt die Aktivität hoch, insbesondere durch großvolumige Projektentwicklungen, die künftig zusätzliche Premiumflächen schaffen. An der Königsallee 20 eröffnete Chanel einen neuen Flagship-Store, während Dior einen temporären Standort an der Königsallee 19 für die Dauer der Renovierung des Flagship-Stores Königsallee 30–32 eröffnete. In München feierte Bulgari nach umfassender Modernisierung die Wiedereröffnung seiner dreistöckigen Boutique in der Maximilianstraße 17.
Parallel entstehen entlang der Königsallee mehrere bedeutende Neubau- und Sanierungsprojekte, darunter: „Le Coeur“ von Hines mit 47.000 m² gemischt genutzte Fläche, bereits mit Marken wie Diptyque, Juwelier Hestermann und Label Kitchen vorvermietet, sowie das Trinkaus Karree der Momeni Gruppe mit 40.000 m² Gesamtfläche, davon 2.000 m² Retail und 700 m² Gastronomie.
Auch in München bewegt sich der Markt: Commerz Real plant die Sanierung der Maximilianstraße 12–14, um Büro- und Einzelhandelsflächen aufzuwerten. Trotz dieser Pipeline bleibt das Angebot knapp: Die Leerstandsquote lag 2025 bei 1,8 Prozent in der Maximilianstraße und 3,1 Prozent auf der Königsallee, wobei Letztere lediglich zwei vakante Einheiten umfasst. Die Mieten sind stabil, liegen aber weiterhin 8 - 14 Prozent unter dem Niveau von 2018.
Andreas Siebert abschließend: „Die Entwicklung zeigt eindrucksvoll, wie robust und strategisch ausgerichtet der europäische Luxuseinzelhandel ist. Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten investieren Marken gezielt in ihre Präsenz an den besten Standorten – und das bei historisch knappen Flächen. Für Eigentümer wie für Marken bleibt die Lagequalität der entscheidende Faktor. Wir sehen 2026 einen Markt, der von struktureller Nachfrage, hoher Wettbewerbsintensität und einem klaren Fokus auf das Kundenerlebnis geprägt ist.“




