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11.11.2025 Erhalten die Bauzinsen vor dem Jahresende neue Impulse?

Die Europäische Zentralbank (EZB) bestätigte jüngst ihren zinspolitischen Kurs und behielt den Leitzins auf dem Niveau von 2,15 %. Auch die Bestzinsen für Baufinanzierungen entwickelten sich in den letzten Wochen vergleichsweise ruhig.

EZB-Vizepräsident Luis de Guindos unterstrich jüngst, dass das gegenwärtige Zinsniveau angemessen sei, solange die Inflation und die wirtschaftlichen Projektionen keine signifikanten Abweichungen aufweisen. Die letzte geldpolitische Sitzung des Jahres ist für den 18. Dezember angesetzt, an dem neue Indikatoren für das weitere Vorgehen in Form von Wachstums- und Inflationsprognosen erwartet werden.

Zentrale Personalie bei der EZB

„Ebenfalls im Fokus steht bereits die mögliche Nachfolge von EZB-Präsidentin Christine Lagarde, deren Amtszeit 2027 endet“, erwähnt Antonio Skoro, Geschäftsführer der Qualitypool GmbH. „Bundesbank-Präsident Joachim Nagel soll sich laut Medienberichten für die Spitzenposition interessieren und wirbt bereits um Unterstützung. Deutschland, als größte Volkswirtschaft im Euroraum, hat diese Führungsrolle bislang noch nicht besetzt. Weitere Kandidaten sind unter anderem Klaas Knot aus den Niederlanden und Pablo Hernandez de Cos aus Spanien.“

Zugleich sorgte die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) mit einer erneuten Zinssenkung für Bewegung auf den Märkten: Nachdem sie den dortigen Leitzins im September erstmals seit Monaten um 0,25 Prozentpunkte gesenkt hatte, folgte Ende Oktober eine weitere Reduktion auf die Spanne von 3,75 bis 4,0 %. Die Fed begründete diese Lockerung vor allem mit den zunehmenden Risiken am Arbeitsmarkt, trotz einer Inflationsrate von 3,0 % im September, die noch deutlich über dem mittelfristigen Ziel von 2,0 % lag. Marktbeobachter rechnen damit, dass bei der Fed-Sitzung Anfang Dezember weitere Zinsschritte möglich sein könnten.

Inflationsentwicklung in Deutschland und Eurozone

Die Inflation in Deutschland ist im Oktober leicht zurückgegangen: Die Verbraucherpreise stiegen um 2,3 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum, nach einem Jahreshöchststand von 2,4 % im September. In der Eurozone insgesamt setzte sich der rückläufige Trend der Inflation fort: Die Verbraucherpreise nahmen im Oktober um 2,1 % im Vergleich zum Vorjahr zu, während die Kerninflation mit 2,4 % stabil blieb. Die EZB sieht darin eine Annäherung an ihr mittelfristiges Inflationsziel von 2,0 % und bewertet die aktuelle geldpolitische Ausgangsposition positiv.

Ausblick auf die Baufinanzierungszinsen

„Aktuell liegen die Bestzinsen für zehnjährige Zinsbindungen bei etwa 3,3 %, für 15-jährige Bindungen bei rund 3,5 %“, bemerkt Skoro. „Die Zinsswaps, Indikatoren für die zukünftige Zinsentwicklung, bewegten sich zuletzt nur in einer geringen Range. Impulse könnten in den kommenden Wochen vor allem aus den USA kommen. Die US-Notenbank hat angekündigt, ihren sogenannten ‚Balance Sheet Runoff‘ – also den Abbau der Bilanzsumme – zum 1. Dezember einzustellen. Auch wenn dies noch kein erneutes Quantitative Easing darstellt, signalisiert der Schritt eine geldpolitische Lockerungstendenz. Entsprechend könnten sich am langen Ende der US-Zinskurve leichte Entspannungstendenzen zeigen.“

Für Europa sieht der Qualitypool-Geschäftsführer die Situation differenzierter: „Trotz stabiler Leitzinsen der EZB sehen wir aufgrund der unterschiedlichen fiskalischen Ausgangslagen der Mitgliedsstaaten immer wieder Aufwärtsdruck auf die langfristigen Renditen. Wir erwarten allerdings nach wie vor keine kurzfristig signifikanten Bewegungen bei den Bauzinsen.“

Tendenz

Kurzfristig: Seitwärts mit leichter Volatilität
Langfristig: Stabil bis leicht rückläufig

























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