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07.08.2015 Vorstudie zur Bedeutung von Innovation in der Immobilienwirtschaft

Über 80 Prozent der Akteure aus der Immobilienwirtschaft schätzen Innovationskraft als "wichtig" oder "sehr wichtig" ein. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Expertenbefragung zur Bedeutung von Innovation und Innovationskraft in der Immobilienwirtschaft in Deutschland. Diese Vorstudie entstand an der interdisziplinären Forschungsstelle "SOVEREIGN - Real Estate Innovation" des Real Estate Management Institute (REMI) und des Institute for Transformation in Business and Society (INIT) an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht, die von der Real I.S. als Wissenschaftspartnerin unterstützt wird. "Es konnten konkrete Einblicke zu den Fragestellungen gewonnen und industriespezifische Einflussgrößen zur Bestimmung der Innovationskraft identifiziert werden. Aufbauend auf diesen ersten Ergebnissen erfolgt die Konzeption einer Datenerhebung über die gesamte Immobilienwirtschaft", erklärt Dipl.-Ing. Susanne Hügel, Autorin der Vorstudie und Doktorandin an der EBS, die die umfängliche Datenerhebung analysieren und unter anderem im Rahmen ihrer Dissertation veröffentlichen wird.

Langfristig angesetzte Arbeit

Bei der Befragung wurden 22 Experten aus dem oberen Management mit jeweils langjähriger Erfahrung in einer der zahlreichen Teilbranchen der Immobilienwirtschaft befragt. "Das Ziel bei der Zusammensetzung des Expertenpanels war es, ein möglichst breites Kompetenzspektrum der Teilnehmer abzudecken und sämtliche Tätigkeitsfelder dieser sehr heterogenen Branche zu umfassen", sagt Hügel. "Die Berücksichtigung der einzelnen Teilbranchen-Besonderheiten bei der Messung der Innovationskraft ist ein zentrales Anliegen dieser langfristig angesetzten Arbeit." In Zusammenarbeit mit der EBS wird die Real I.S. daraufhin ein Innovationsbarometer entwickeln, mit dem die einzelnen Akteure und Bereiche der Immobilienwirtschaft ihre Innovationskraft bestimmen und in der Folge auch erhöhen können.

Unterschiedliche Bedeutung von Innovation in den einzelnen Teilbereichen

Die aktuelle Vorstudie lässt ein Grundverständnis über die beeinflussenden Faktoren von Innovation bei den Teilnehmern erkennen, allerdings scheint ein tiefergehender Kenntnisstand nicht über alle Tätigkeitsfelder der Branche hinweg vorhanden zu sein. "Die Immobilienwirtschaft hat eine hohe gesamtwirtschaftliche Bedeutung", sagt Hügel. "Doch im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen sind die Erkenntnisse und Methoden aus der Innovationsforschung der letzten zehn Jahre, zum Beispiel ‚Crowdsourced Innovation' oder ‚Corporate Incubation' , noch nicht sehr stark ausgeprägt."

Einigkeit über die obersten Investitionshemmer

Bei den teilnehmenden Experten herrscht allerdings weitestgehend Einigkeit hinsichtlich der obersten Investitionshemmer. Über ein Drittel der Teilnehmer antworteten unabhängig voneinander, dass eine zu bürokratische oder standardisierte Unternehmens- und auch Branchenstruktur für die geringe Innovationskraft verantwortlich sei. Normen und Regulierungen sorgten darüber hinaus dafür, dass sich Innovationen nur schwer entfalten können. "Vor allem der Regulierung wird angelastet, als Absicherungsstrategie eine Umsetzungsschwäche zu bewirken, den Status Quo zu bewahren und Veränderungen nur schwerlich zuzulassen", fasst Hügel zusammen.

Uneinigkeit bei den innovationsfördernden Faktoren

Die Faktoren, die die Innovationskraft dagegen positiv beeinflussen, sind für die Befragten vor allem Kundenorientierung und flache Hierarchien. Im Vergleich zu den hemmenden Faktoren fällt hier jedoch auf, dass einzelne Aspekte lose und unkonkret aufgezählt werden. "Die Experten scheinen sich einig zu sein, welche Faktoren ihre Innovationskraft hemmen", so Hügel. "Bei den innovationsfördernden Faktoren dagegen scheint ein eher fragmentiertes Bild vorzuherrschen und eine umfassendere Vorstellung von Erfolgsparametern für die Innovationskraft wird nicht geäußert, obwohl die Bedeutung der Innovationskraft innerhalb des Expertenpanels derart hoch eingeschätzt wird."

Innovation zieht Nachwuchs an

"Wenn die Branche der Immobilienwirtschaft ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Industriezweigen erhalten will, muss sie auch für die kommenden Generationen von Nachwuchskräften spannend und interessant sein", sagt Jochen Schenk, Vorstand der Real I.S. "Wir brauchen Menschen, die auch in noch nicht ausgetretenen Pfaden laufen und sich darüber Gedanken machen, was geändert werden kann - und wo die Immobilienwirtschaft innovativer werden muss." Die Real I.S. entwickelt zusammen mit der EBS ein Innovationsbarometer, das im Frühjahr 2016 vorgestellt werden soll. "Aus der Vorstudie werden erste Tendenzen sichtbar, die wir nun als Wissenschaftspartner weiter zum Vorschein bringen möchten", so Schenk.



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