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06.11.2014 Oslo mit höchstem Wachstum der Einzelhandelsmieten in EMEA

Nach Angaben des Immobilienberatungsunternehmens Colliers International verzeichnet Oslo im Jahr 2014 in der Region EMEA das höchste Mietwachstum in den Haupteinkaufsstraßen. Die gesteigerte Nachfrage hat in der Hauptstadt Norwegens zu einer Mietpreissteigerung von 13,6 Prozent zwischen dem ersten und dritten Quartal 2014 geführt. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum beträgt die Steigerung für die ersten drei Quartale 2014 sogar 25 Prozent. Höhere Konsumausgaben, die stärker als am Jahresbeginn erwartet ausfielen, haben dazu beigetragen, dass internationale Einzelhändler auf die norwegischen Märkte drängen, da die gewachsene Kaufkraft und der stabile Markt anziehend wirken. Das ist das zentrale Ergebnis des aktuellen Colliers International EMEA Retail Snapshot für das dritte Quartal 2013, der die Spitzenmieten der wichtigsten Einkaufsstraßen und Shopping-Center in 56 Städten in 32 Ländern analysiert.

Falko Streber, Head of Retail Lease bei Colliers International in Deutschland: „Im Jahr 2014 sind einige der weltgrößten Retailer nach Oslo gekommen, darunter Marks & Spencer, die im November ihr erstes Ladengeschäft eröffnen werden. Habitat hat kürzlich seinen dritten Shop eröffnet, Laura Ashley ist in eine bessere Lage gezogen und Domino’s hatte im September sein Debüt. Das alles spielt sich vor dem Hintergrund einer ohnehin schon großen Vielfalt an Luxusmarken ab, die bereits in der Stadt vertreten sind, darunter Marc Jacobs, Bottega Veneta, Hermès, Mulberry, Louis Vuitton und Gucci.”

In London sind die Spitzenmieten in der Bond Street in den letzten sechs Monaten stabil geblieben, da die Angebotsknappheit die Mietaktivität gebremst hat, wenngleich sich das Mietwachstum der letzten drei Jahre auf insgesamt mehr als 30 Prozent beläuft. Nach Angaben von Colliers International werden die Mieten in der Bond Street allerdings auch künftig steigen. Die Durchschnittsmiete in den A-Lagen von Central London liegt aktuell 28 Prozent über dem Niveau von 2008 und ist damit die höchste seit dem Jahr 1998.

Nach Angaben von Colliers International stiegen die Spitzenmieten für Einzelhandelsimmobilien zwischen dem ersten und dritten Quartal 2014 insgesamt nur in wenigen Märkten, darunter Dubai, Jeddah (Saudi Arabien), Madrid, Glasgow, Amsterdam, Düsseldorf, Sofia und Vilnius.

Während die wirtschaftliche Erholung in Spanien und Portugal noch fragil ist, erwiesen sich das wachsende Verbrauchervertrauen und die steigenden Konsumausgaben als gute Vorzeichen für den Handel. So verzeichnet die Calle Preciados, die wichtigste Einkaufsstraße in Madrid, ein Mangel an freien Flächen. Das hat zu einer erhöhten Mietaktivität in anderen Lagen geführt, etwa in der Calle Serrano, in die erst kürzlich Einzelhändler wie Stella McCartney, Nike und ein neuer Zara-Flagshipstore gezogen sind. Die wichtigsten Einkaufsziele in Lissabon – die Chiado und Avenida da Liberdade – ziehen internationale Handelsketten aufgrund der zunehmenden Zahl von Touristen und der erhöhten lokalen Konsumausgaben an.

Bei den wichtigsten Shopping-Centern in EMEA verzeichnete Warschau den größten Anstieg der Spitzenmieten (5,6 Prozent), was auf das knappe Angebot an Flächen zurückzuführen ist. Moderates Wachstum fand in Sofia, Vilnius und Tallinn statt. Das knappe Angebot an neuen Flächen in Verbindung mit der starken Nachfrage wird in den kommenden 12 Monaten weiterhin Druck auf die Mieten in Vilnius ausüben, während sich die Mieten in Sofia und Tallinn stabilisieren werden. Demgegenüber sanken die Mieten in Shopping-Centern in Kiew, gleiches gilt für die High Street-Lagen in Athen und Belgrad.

Streber: „Das relativ flache Mietniveau in vielen europäischen Städten überdeckt interessante Entwicklungen und Anzeichen für ein Mietpreiswachstum in den High Streets, Einkaufszentren sowie auf dem Retail-Investmentmarkt. Grund dafür ist der Angebotsmangel in Schlüssellagen, der zur Ansiedlung in anderen, neuen Lagen geführt hat. Das ist beispielsweise in Madrid zu beobachten, wo der Mangel an freien Flächen in der Calle Preciados dazu geführt hat, dass sich Retailer in der Calle Serrano ansiedeln. Dies hat – in Verbindung mit einer guten Mixtur nationaler und internationaler Einzelhändler, die auf neue Märkte drängen, zu steigenden Konsumausgaben und somit auch zu mehr Stabilität geführt. Der Mietermix aus Luxus- und Budget-Einzelhändlern ist damit positiv ausgeglichen.“

Das Retail-Investitionsvolumen in der EMEA-Region ist 2014 weiter gestiegen und belief sich am Ende des dritten Quartals 2014 auf 32 Milliarden Euro, was einem Jahreszuwachs von 19 Prozent entspricht. Ein Drittel davon wurde in Großbritannien, gefolgt von Deutschland, Frankreich und Spanien investiert. Das gesteigerte Interesse und das begrenzte Angebot an Core-Immobilien haben zusätzlichen Druck auf die Spitzenrenditen in bestimmten Märkten ausgeübt.


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