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09.08.2013 51 Praktiker-Märkte werden spätestens bis zum 31. Oktober abverkauft

Die vom vorläufigen Insolvenzverwalter Christopher Seagon durchgeführte Überprüfung des von den Verantwortlichen aus dem Praktiker Konzern bereits erarbeitenden Restrukturierungskonzeptes ergab, dass 51 Praktiker-Standorte, darunter drei extra BAU+HOBBY-Märkte, spätestens zum 31. Oktober 2013 abverkauft werden müssen. Diese Märkte erwirtschaften seit längerem deutliche Verluste und belasten damit die anderen Filialen erheblich. Nach den inzwischen erfolgten Sondierungsgesprächen im Rahmen des vom vorläufigen Insolvenzverwalter initiierten M&A-Prozesses steht zudem nicht zu erwarten, dass mögliche Investoren, die Interesse an einer Übernahme von Praktiker/Max Bahr im Ganzen oder in Teilen haben, diese Standorte als Praktiker- beziehungsweise Max Bahr-Baumärkte fortführen werden.

Den insgesamt etwa 1.500 festangestellten Beschäftigten (zzgl. etwa 1.000 geringfügig Beschäftigte) an diesen 51 Standorten wird derzeit nicht gekündigt. Seagon sieht Chancen, dass Investoren aus anderen Branchen Standorte und Beschäftigte übernehmen. „Diese Märkte haben unter dem Dach von Praktiker oder Max Bahr keine Perspektive. Ein leer verkaufter Markt aber ist insbesondere für potenzielle Investoren anderer Branchen interessanter als ein Markt mit Ware“, sagte Seagon. Entsprechende Interessensbekundungen sind bereits übermittelt worden.

Der Abverkauf an den 51 Standorten mit entsprechenden Rabatten beginnt voraussichtlich in der kommenden Woche.

Wie es an den weiteren Standorten der Praktiker-Baumärkte weitergeht, werden in den kommenden Wochen weitere Detailprüfungen, die wirtschaftliche Entwicklung an den jeweiligen Standorten und der bereits in der vorigen Woche eingeleitete Investorenprozess zeigen. Hier haben inzwischen verschiedene strategische und Finanzinvestoren Interesse an einer Übernahme der Praktiker-/Max-Bahr-Gruppe im Ganzen oder in Teilen bekundet. In diesem strukturierten Prozess erhalten ernsthafte Interessenten die Möglichkeit zur Angebotsabgabe auf Basis der durch die Investmentbank Macquarie erteilten Informationen. Erste Interessensbekundungen werden bereits ausgewertet. Mit konkreten Angeboten wird Anfang September 2013 gerechnet.

An folgenden Standorten findet der Abverkauf statt:
Altötting, Arnsberg, Bautzen, Berlin-Wedding, Bielefeld, Bonn, Brandenburg, Bruchsal, Chemnitz (Werner-Seelenbinder-Straße), Darmstadt, Duisburg-Meiderich, Eisenhüttenstadt, Emden, Erfurt, Frankfurt/Oder, Freising, Garbsen, Görlitz, Gosen, Gotha (Gottlieb-Daimler-Straße), Gotha (Langensalzär Straße), Hamburg-Eidelstedt, Hamburg-Wentorf, Heidelberg, Herford, Ingolstadt, Kempten, Köln-Porz, Kulmbach, Kuppenheim, Magdeburg (Saalestraße), Memmingen, Mittweida, Mönchengladbach (Aachener Straße), Mülheim/Ruhr, München Gleisdreieck, Neumünster, Oberjettingen, Oranienburg, Pfarrkirchen, Pforzheim, Plauen, Reutlingen, Riesa, Rüsselsheim, Straubing, Suhl, Weiden, Weißwasser, Würzburg, Zittau

Hintergrund
Die Geschäftsführungen von acht operativen Praktiker-Konzerngesellschaften mit Sitz in Hamburg hatten am 11. Juli 2013 beim zuständigen Amtsgericht in Hamburg Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Das Amtsgericht hat daraufhin Rechtsanwalt Christopher Seagon von der Kanzlei Wellensiek für alle acht Gesellschaften zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Gemeinsam mit der Geschäftsführung und den etwa 8.600 Beschäftigten hat Seagon den Geschäftsbetrieb aufrechterhalten, die 168 Praktiker Filialen und 14 extra BAU+HOBBY-Märkte sind an allen Standorten geöffnet, der Verkauf geht mit allen Beschäftigten unverändert weiter. Anfang der Woche hat Seagon mitgeteilt, dass er sich nach intensiven Verhandlungen mit Warenkreditversicherern, Banken und Lieferanten über die Finanzierung der weiteren Warenversorgung für die Praktiker Märkte einigen konnte. Grundlage ist ein Massekredit, über dessen Einzelheiten Stillschweigen vereinbart wurde. Die Warenversorgung der verbleibenden Praktiker Märkte ist somit sichergestellt.

Der Vorstand der Praktiker AG hatte am 12. Juli 2013 zudem in Saarbrücken einen Insolvenzantrag für die Konzernholding mit etwa 350 Beschäftigten gestellt. Das Amtsgericht hat daraufhin Rechtsanwalt Udo Gröner zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

Am 26. Juli 2013 hat dann die Geschäftsführung von Max Bahr Insolvenzantrag für die Gesellschaften der Baumarkt MB Vertriebs GmbH gestellt. In dieser Gesellschaft sind die 54 Filialen mit etwa 3.000 Beschäftigten eingegliedert, die seit September 2012 von Praktiker auf Max Bahr Baumärkte umgeflaggt wurden. Die Gesellschaft dieser umgeflaggten Max-Bahr-Märkte ist in der gesellschaftsrechtlichen Struktur unter den Praktiker-Märkten angesiedelt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Amtsgericht Hamburg Christopher Seagon.

Zudem hatte die Max-Bahr-Geschäftsführung am 26. Juli 2013 auch Insolvenzantrag für die drei Gesellschaften der 78 Max-Bahr-Baumärkte mit etwa 3.600 Beschäftigten gestellt, die gesellschaftsrechtlich direkt unter der Praktiker-Holding stehen. Das zuständige Amtsgericht in Hamburg hat daraufhin Rechtsanwalt Dr. Jens-Sören Schröder zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

Seagon und sein Kollege Dr. Jens-Sören Schröder führen derzeit auch für die Max Bahr-Märkte Verhandlungen über die Warenfinanzierung und Warenversorgung. Seagon und Schröder sind zuversichtlich, dass die Warenfinanzierung auch für Max Bahr zeitnah gesichert werden kann.


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