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01.10.2019 Hamburg: Procom plant Nikolai-Insel mit Berliner Architekten

Fotocredit: Bruno Fioretti Marquez Architekten / PONNIE Images
Die Entscheidung der Jury ist einstimmig: Das Berliner Büro Bruno Fioretti Marquez hat den zweistufigen Architekten-Wettbewerb zur Neubebauung der Hamburger Nikolai-Insel durch die Procom Invest GmbH & Co. KG am einstigen Ursprungspunkt des Hafens gewonnen. Direkt am Fleet in der Altstadt wird das Commerzbank-Hochhaus einem Backsteinbau weichen. Geplant ist zudem, stilbildende Fassadenelemente des weißen Altbaus daneben zu erhalten und in einen zweiten Neubau zu integrieren.

Das Votum des Auswahlgremiums darf als Reminiszenz an das historische Umfeld, insbesondere an die denkmalgeschützte Patriotische Gesellschaft, verstanden werden. Den favorisierten Gestaltungsentwurf wählten Hamburgs Oberbaudirektor Franz-Josef Höing Vertreter des Bauherrn, des Bezirksamts Hamburg-Mitte, der Bezirkspolitik, der Denkmalpflege sowie Architekten und Stadtplaner aus einem im Mai von ursprünglich 15 auf sechs Büros reduzierten finalen Teilnehmerkreis. Auf den zweiten Platz kam der Entwurf der Hamburger Biwermau Architekten, auf Rang drei Sergison Bates architects aus London. Oberbaudirektor würdigt Symbiose aus Vergangenheit und Zukunft

Franz-Josef Höing, Oberbaudirektor: „Das mehrstufige Wettbewerbsverfahren hat zu einem passgenauen Stadtbaustein geführt, der an prominenter Stelle in der Stadtgeometrie zu einer deutlichen Vitalisierung beitragen wird. Die historische Bausubstanz wird klug eingebunden, der öffentliche Raum durch intensive Nutzung der Erdgeschosszonen belebt und auch das Wohnen kehrt in einer nennenswerten Größenordnung an diesen Ort zurück.“

Dennis Barth, Geschäftsführer Procom: „Die besondere Aufgabenstellung bei diesem innerstädtischen Bauvorhaben war und ist es, dort einen neuen Wohnort zu entwickeln. Der Standort erfordert einen sensiblen Umgang mit den Baudenkmälern im Umfeld. Dies ist dem einstimmig ausgewählten Büro sehr überzeugend und am besten gelungen.“

Prof. Jórunn Ragnarsdóttir, Jury-Vorsitzende: „Mit präzisen stadträumlichen Antworten auf das Gegenüber liefert das neue Ensemble eine ganzheitliche Antwort auf die einmalige Lage im Herzen der Stadt. Das Entscheidungsgremium würdigt einen vollkommen gelungenen Entwurf.“

Neubau mit Arkade soll direkt am Wasser entstehen

Die Teilnehmer des Wettbewerbs hatten die Aufgabe, das historische der beiden Bestandsgebäude auf der Nikolai-Insel in ihren Beiträgen ganz oder in Teilen zu erhalten, alternativ aber auch voll durch einen Neubau zu ersetzen.

Der von Bruno Fioretti Marquez Architekten als „Stadthaus“ titulierte Siegerentwurf ersetzt das einst von der Commerzbank genutzte 13-geschossige Hochhaus an der Domstraße durch einen Neubau mit bis zu zehn Geschossen. Markant ist die zweifarbige Backsteinfassade und die Arkade, die das geplante Gebäude direkt ans Wasser rücken lässt, Passanten aber weiterhin Durchgang gewährt. Der nicht denkmalgeschützte Altbau von 1874 soll in seinen städtebaulich charmanten Fassadenelementen nicht abgebrochen, sondern mit einem Neubauteil verbunden und erweitert werden. Eine besondere Ingenieursleistung erfordert der Bau einer Tiefgarage unter dem Komplex.

Beste Terrassenlage am Nikolaifleet

Weitere Merkmale der Entwurfsplanung sind begrünte und für die künftigen Nutzer teilweise begehbare Dächer sowie ein großes Potenzial für Gastronomie sowohl in Erdgeschossflächen, als auch in bester südlicher Terrassenlage am Nikolaifleet, einst Mündungsarm der Alster in die Elbe.

Etwa 30 Prozent der rund 40.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche sind für den Bau von rund 150 Wohnungen vorgesehen. Im „Hamburger Drittelmix“ sollen öffentlich geförderter Wohnraum, Miet- und Eigentumswohnungen entstehen.

Rund 350 Millionen Euro investiert Procom in die spektakuläre Entwicklung des 5.900 Quadratmeter großen Areals an diesem historischen Standort.








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