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24.04.2018 Nordport Plaza in Hamburg: Einzigartig im Design- und Energiekonzept

Fotocredit: Marco Moog für Pemero Immobilien
Im Norden Hamburgs, in Sichtweite des internationalen Flughafens der Hansestadt, entsteht ein weltweit einzigartiges 4* Plus Hotel – herausragend in Architektur, Ausstattung und Energiekonzeption. Geplant und gebaut wurde es von den Projektentwicklern Melanie Morgenthaler und Thorsten Schütte, der Kernmannschaft von Premero Immobilien. Offizieller Name des Hotels: Nordport Plaza Hamburg Airport – A Tribute Portfolio Hotel.

Das zehnstöckige, 35 Meter hohe Hauptgebäude zeichnet sich aus durch eine scharfkantige Ellipsenform, die von oben betrachtet nicht von ungefähr an ein Auge erinnert. In ihm befinden sich die meisten der insgesamt 188 Zimmer, darunter zwei Suiten, eine davon barrierefrei – aber nicht offensichtlich. So lassen sich beispielsweise die Haltegriffe unsichtbar in der Wand versenken. Das zehnte Stockwerk beherbergt einen der Höhepunkte des Hotels: die exklusive Senator-Lounge, die sich abends zur Sky-Bar wandelt – fast in den Wolken mit Blick über den Flughafen und die Stadt Hamburg bis hin zur Elbphilharmonie. Direkt daneben liegt der Wellness-Bereich mit Gym, Räumen für Anwendungen und zwei Saunen.
Das Foyer prägen die sechs Businesslounges, die mit Raumteilern voneinander abgetrennt sind und Wohlfühlatmosphäre verbreiten. Als Materialien kommen Holz und Leder zum Einsatz, jede Lounge hat einen eigenen Kamin. Im Foyer wird ein- und ausgecheckt, hier befindet sich auch ein Shop mit Snacks. Einen Rückzugsort bietet die kleine Bibliothek.

Das elegant um das Auge geschwungene Nebengebäude – die Augenbraue – ist vier Stockwerke hoch und bietet Platz für ein Restaurant mit 200 Plätzen und für ein Tagungszentrum. Zwischen den beiden Gebäudeteilen liegt eine Plaza, die zum Biergartenaufenthalt einlädt. Der gesamte Bereich um die Gebäude ist als Grüngürtel gestaltet, der sich zum benachbarten Naturschutzgebiet mit Joggingwegen und Angelteich öffnet. Parkplätze und sämtliche Anlieferungs- und Service-Einrichtungen für die Infrastruktur des Hotels sind für die Gäste unsichtbar in einem durchgehenden Untergeschoss untergebracht.

Das trapezförmige Grundstück bewog die Projektentwickler, kein rechteckiges, sondern eben zwei geschwungene, aber kompakte Gebäude zu planen. Wichtig war ihnen, dass die Baukosten nicht höher ausfallen als bei einem konventionellen Rechteckbau. Dazu wurden Erfahrungswerte und Kennzahlen aus Pfosten-Riegel-Fassadenkonstruktionen herangezogen. Entscheidendes Kriterium für die Baukosten: Trotz der elliptischen Form des Baukörpers ist deren Radius so groß, dass sämtliche Elemente gerade sind, also nichts gebogen werden musste. Alle Rundungen konnten über die Fugen aufgenommen werden, die die Elemente miteinander verbinden. Die Biegung beträgt 7 mm auf einem 1,25 m Achsraster.
Die Fassade beider Hotelgebäude ist komplett aus Glas – gehalten in einem edlen Dunkelgrau –, die außen die wechselnden Wetterstimmungen widerspiegelt und zugleich höchsten Ansprüchen an den Schallschutz genügt. Ausgeführt wurde sie als Elementfassade in Monoblockbauweise, die fertig – ohne Gerüst – eingesetzt wird. Trotz des dunklen Glases wird der Blick von innen nach außen nicht „getrübt“. Die Fassade lässt sich nicht öffnen, was auch der Nähe zum Flughafen und der entsprechenden Lärmbelastung geschuldet ist. Die Räume verfügen über eine automatisierte Be- und Entlüftung.

Um die Baukosten zusätzlich zu senken, kamen weitestgehend Betonfertigteile zu Einsatz. Der hohe Grad an Vorfertigung verkürzte zudem die Bauzeit auf der Baustelle. Während beispielsweise die obersten Stockwerke noch betoniert wurden, wuchs unten bereits die Fassade am Baukörper empor.

Innenausstattung – als Fliegen noch etwas Besonderes war

Die Innenausstattung des Nordport Plaza orientiert sich an der Designsprache der 1960er-Jahre, als das Fliegen noch etwas Besonderes war. Dieses Themensetting haben die Projektentwickler von Premero entworfen und konsequent über Materialien, Oberflächen, Farben verfolgt. Hinzu kommt, dass alle Ausstattungselemente praktisch sind und sich nach den Bedürfnissen der Hotelgäste richten. Nur ein Detail: eine Nische mit einem hoch angebrachten Haken zum Aufhängen des Kleidersacks und der Abendgarderobe. Dies fehlt in den allermeisten Hotels, wie Melanie Morgenthaler aus eigener Erfahrung weiß. Weshalb der Bügel mit dem Abendkleid oft kurzerhand an den Sprinklerkopf gehängt wird – die häufigste Ursache für Fehlalarme im Hotel.

Emissionsfreie Teppichböden mit Akustikrücken dienen dem Schallschutz und lassen sich leicht reinigen, ihr dezentes Design zieht sich von den Fluren in die Zimmer. Alle Flächen, mit denen Gäste in Berührung kommen, sind aus mattem Echtholzfurnier: Schreibtischplatte, Ablageflächen, Schrank- und Zimmertüren. Den Gast erwarten Boxspringbetten in 210 cm Länge, das Einzelbett ist 90 cm breit, das Doppelbett 180 cm. Weiße Hochglanzoberflächen machen die Zimmer optisch größer. Hierzu passt das Schalterprogramm Gira E2 in Reinweiß glänzend.

Generell zeichnet sich das Innenraumdesign durch Kontraste aus – nicht in den Farben, sondern in den Materialien. Die Kernwand aus Ortbeton wurde in den Fluren beschichtet und optisch mit Fahrbahnmarkierungen und Gummiabrieb versehen wie bei einer Landebahn, die vertikal noch oben steigt – auch hier ist die Assoziation mit dem Flughafen gewollt. Die gegenüberliegende Flurseite ist mit einer edlen textilen Vinyltapete gestaltet. Wie der Teppichboden absorbiert auch die Nanodecke Schall. Um einen optimalen Schallschutz zu gewährleisten, haben sich die Projektentwickler einen Akustiker mit ins Team geholt.

Das Energiekonzept – „Denken hilft“

Vom Beginn der Planungen an standen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit ganz oben auf der Prioritätenliste. Hier konnten die Projektentwickler ihr Erfahrungswissen aus über 20 Jahren Planungstätigkeit ausspielen, auch und gerade im Office-Segment. Doch was im Office den Generalplanern vorgeschrieben wird, nämlich den künftigen Energieverbrauch exakt vorauszuberechnen, gilt so nicht fürs Hotel – hierzu fehlen schlicht die entsprechenden Konzepte. Ziel von Premero war es deshalb, ein Konzept auf der Grundlage einer zukunftssicheren Gebäudetechnik zu entwickeln, damit auch Hotels effizienter werden.

Das setzt eine intensivere Planung, aber auch höhere Investitionskosten voraus, die gegen die Betriebskosten über die Lebensdauer gerechnet werden müssen. Melanie Morgenthaler folgte hier ihrem Lebensprinzip: „Denken hilft“. Denn der gebäudetechnische Betrieb eines konventionellen Hotels macht zwischen 7 und 8 % des Nettoumsatzes aus. Um diese Kosten signifikant zu senken und möglichst zu halbieren, setzte Premero auf neueste Gebäudetechnik. Hier kam Daikin, der Spezialist für Wärmepumpen, Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen, als kongenialer Partner mit ins Spiel. Daikin hatte im Vorfeld das Förderprojekt „FOR F.R.E.E.“ initiiert: Bei der deutschlandweiten Ausschreibung wurden Hotelprojekte gesucht, die sich noch in der Planungsphase und auf der „grünen Wiese“ befinden. Und die für die Hotelbranche eine Leuchtturmfunktion haben sollen in Sachen Energieeffizienz, regenerative Energien, CO2-Emission, vernetzte und intelligente Energiebereitstellung sowie Bedien- und Nutzerkomfort. Gemeinsam mit Daikin, dem Haustechniker und dem Installateur wurden für das Nordport Plaza entsprechende Konzepte geplant und realisiert.

Der gesamte Wärme- und Kältebedarf wird über Geothermie abgedeckt. Hier kam die eigentlich schwierige Lage des Hotels zugute, ein Grundstück mit unmittelbar angrenzendem Naturschutzgebiet. An dessen Grenze durfte oberirdisch nicht gebaut werden, die Fläche wird deshalb für die Geothermiesonden verwendet. Knapp 50 von ihnen fördern aus 130 m Tiefe Grundwasser an die Oberfläche. So werden erneuerbare Energien genutzt und die CO2-Emissionen gesenkt. Im „Auge“ wird die Wärme zudem intelligent verteilt, sie wird unmittelbar und je nach Bedarf zwischen den Zimmern einer Etage getauscht, Überwärme wird sofort in jene Zimmer geschoben, die diese brauchen. Das funktioniert auch etagenweise, ohne die Heizzentrale miteinzubeziehen. Dieser umweglose Wärmetausch minimiert Verluste.

Eine Besonderheit – zumindest im Hotelbau – ist der Einsatz von BHKWs. Was Thorsten Schütte nicht versteht, denn ein BHKW wird umso effizienter, je mehr es im Betrieb läuft. Und ein Hotel „läuft“ immer, 365 Tage im Jahr, non-stop. Das Nordport Plaza verfügt über gleich zwei Heizkraftwerke dieser Art, eine Redundanz, die bei etwaigem Stromausfall eine Kopplung ans öffentliche Stromnetz überflüssig macht. Per Sondergenehmigung darf das Hotel den selbst erzeugten Strom auch gleich nutzen. Die Beleuchtung wird komplett über LED realisiert.

Vorteil Premero: Projektentwickler und Bauherr in einem

In seiner Doppelfunktion als Projektentwickler und Bauherr konnte Premero drei Vorteile nutzen: zum einen die frühe Einbindung der Gebäudetechnik in die Planung, zum anderen die freie Wahl der Baupartner. Und nicht zuletzt die freie Wahl der Bauprodukte und Ausstattungselemente, ohne hier immer nur die Kosten entscheiden zu lassen.

Um den Anspruch an Energieeffizienz und CO2-Neutralität zu belegen, wird das Hotelprojekt zehn Jahre lang vom Fraunhofer-Institut per Monitoring begleitet. Die Projektentwickler von Premero sind davon überzeugt, dass die Energieeffizienz des Gebäudes einzigartig sein wird. Das Hotel wäre damit nicht nur umweltfreundlich, sondern garantiert später auch einen besonders wirtschaftlichen Betrieb – eines der Hauptziele von Premero: letztlich ein renditesicheres Projekte für Investoren zu realisieren.

Das Nordport Plaza ist das erste dieser Art in Deutschland, es gehört zu einem exklusiven Kreis von Hotels, die sich in kein Schema pressen lassen, sondern einen ganz eigenen Stil besitzen. Zielgruppen sind vor allem Geschäftsleute, die über den Flughafen anreisen.










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