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23.09.2014 Masterplan für das neue Wohnviertel in Lichterfelde Süd entschieden

© CASANOVA + HERNANDEZ ARCHITECTS
Der Standort in Berlin Lichterfelde-Süd als grüner Wohnstandort mit rund 2.500 Wohnungen im Miet- und Eigentumsbereich ist das derzeit größte und anspruchsvollste Wohnungsbauprojekt Berlins. Das an die Thermometersiedlung grenzende ehemalige Truppenübungsgelände umfasst 96 Hektar. Das neue Viertel entsteht inklusive Nahversorgungs- und sonstigen erforderlichen Wohnfolge- und Infrastruktureinrichtungen auf knapp 40 Prozent dieser Fläche (39 Hektar), während 57 Hektar des Geländes als „Grüne Mitte“ erhalten bleiben. Hierfür sind vielfältige, auch landwirtschaftliche Nutzungen unter gleichzeitiger weitgehender Bewahrung und Weiterentwicklung der vorhandenen Biotope und Lebensräume schützenswerter Arten vorgesehen.

Staatssekretär für Bauen und Wohnen Prof. Dr. Engelbert Lütke Daldrup: „Wohnungsneubau ist das wichtigste Instrument, um steigenden Mieten zu begegnen. In Lichterfelde Süd werden rund 2.500 Wohnungen entstehen. Dabei ist uns nicht nur das Städtebauliche Konzept wichtig, sondern auch der Anteil an bezahlbaren Mietwohnungen. Mehr als 500 der neuen Wohnungen sollen von kommunalen Wohnungsbaugesellschaften des Landes Berlin errichtet, langfristig im Bestand gehalten und belegungsgebunden für durchschnittlich 6,50 Euro pro Quadratmeter (netto/kalt) vermietet werden. Wir werden außerdem einen städtebaulichen Vertrag auf Basis des Ende August in Kraft getretenen Berliner Modells der kooperativen Baulandentwicklung abschließen, um darin auch die Versorgung mit Infrastruktur und preisgünstigen Wohnungen zu vereinbaren.“

Zum Städtebaulichen Workshop für den Masterplan wurden die folgenden acht national und international renommierten Architekturbüros eingeladen: Casanova + Hernandez Architekten, Rotterdam; Christoph Kohl Gesellschaft von Architekten, Berlin; Cramer Neumann Architekten, Berlin; Grüntuch-Ernst Architekten, Berlin; Hilmer & Sattler + Albrecht, München Berlin; Lorenzen & Partner, Kopenhagen Berlin; nps tchoban voss, Hamburg Berlin Dresden; O3 Architekten, München.
Aufgabenstellung für die teilnehmenden Büros war es, Entwürfe zur künftigen grundsätzlichen städtebaulichen Struktur, zum Nutzungskonzept, zur Anbindung und inneren Erschließung des Plangebietes sowie zur Verbindung der Quartiere untereinander und mit der „Grünen Mitte“ zu erarbeiten und einem Fachgremium zu präsentieren.

Bezirksbürgermeister Norbert Kopp: „Ein Projekt dieser Größenordnung lässt sich nur mit guten Planern, intensiver Bürgerbeteiligung und größtmöglicher Transparenz umsetzen, darüber waren sich der Bezirk und die Groth Gruppe als Projektentwickler von Anfang an einig. Schließlich mussten bei diesem Bauvorhaben auch die soziale und infrastrukturelle Anbindung des neuen Quartiers an den vorhandenen Kiez sowie ein Nutzungskonzept für die ‚Grüne Mitte’ bedacht werden. Das mehrstufige Workshop-Verfahren hat sich hier bestens bewährt und bietet eine Grundlage für die weitere Ausarbeitung des Masterplans.“
Schon im Vorfeld des Städtebaulichen Workshops wurden Wünsche und Bedenken der Anwohner bei einer öffentlichen Bürgerinformationsveranstaltung sowie im Rahmen einer offenen Werkstatt gesammelt und diskutiert, um sie in die städtebauliche und landschaftsplanerische Flächenentwicklung einfließen zu lassen. Zudem waren Bürgervertreter und Vertreter des Aktionsbündnis am Workshop-Verfahren beteiligt.

Bezirksstadtrat Norbert Schmidt: „Wesentlich für den Erfolg des Workshops war sowohl die Zusammensetzung der Jury mit ausgewiesenen Experten für die verschiedenen Fachbereiche, als auch die Tatsache, dass die Workshop-Präsentationen und die Entscheidungen unter Beteiligung einer großen Anzahl von Verantwortlichen stattfanden, um größtmögliche Transparenz und Mitsprache zu gewährleisten.“

Dem Entscheidungsgremium für den von der Freien Planungsgruppe Berlin GmbH organisierten Städtebaulichen Workshop gehörten an: Bezirksbürgermeister Norbert Kopp, die Bezirksstadträte Norbert Schmidt und Christa Markl-Vieto, Klaus Groth und Gerd Unger für die Groth Gruppe, die Leiterin des Stadtentwicklungsamtes Sabine Lappe, der Staatssekretär für Bauen und Wohnen Prof. Dr.-Ing. Engelbert Lütke Daldrup, die Architekten und Stadtplaner Prof. Kirsten Schemel (Berlin), Prof. Klaus Trojan (Darmstadt), Prof. Michael Braum (IBA, Heidelberg) sowie Andreas Rietz vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Die Moderation hatte Prof. Hildebrand Machleidt. (Berlin) Fachlich begleitet wurde das Gremium nicht nur durch Politiker aller Fraktionen aus der BVV Steglitz-Zehlendorf und Bürgervertretern, sondern auch durch Vertreter des Natur- und Umweltamts, des Stadtentwicklungsamts, des Straßen- und Grünflächenamts, des Schul- und Sportamts, des Jugendamts, der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt sowie Experten für Fauna, Flora, Verkehr, Schallschutz und Klimaökologie.

Bezirksstadträtin Christa Markl-Vieto: „Ein besonderes Augenmerk bei der Planung galt dem verantwortungsvollen Umgang mit den hochwertigen Biotopen und Lebensräumen schützenswerter Arten auf dem Areal. Diese zu sichern und im Konzept der 'Grünen Mitte' weiterzuentwickeln war und ist daher Gegenstand eines gesonderten landschafts-planerischen Fachworkshops.“

Ein weiteres Ziel des Städtebaulichen Workshops war es, das neue Quartier in größtmöglicher architektonischer Vielfalt zu entwickeln.

Hierzu erklärte der geschäftsführende Gesellschafter der Groth Gruppe Klaus Groth: „Alle Teilnehmer am Workshop haben hochwertige Entwürfe mit ausdifferenzierten städtebaulichen Lösungen vorgelegt. Im Gegensatz zum klassischen Architekturwettbewerb erlaubt uns das diskursive Workshop-Verfahren sämtliche eingebrachten Ideen zu nutzen, immer im Sinne eines zukunftsweisenden und lebenswerten neuen Quartiers.“

Nach einer ersten Überarbeitungsrunde mit allen acht teilnehmenden Architekturbüros empfahl die Jury am 27.08. dann die Entwürfe von casanova + hernandez architects und nps tchoban voss einer weiteren Überarbeitung. Am 19. September fiel dann die Entscheidung, welches der beiden Konzepte die Grundlage für den zukünftigen Masterplan bilden wird. Dort wurde das städtebauliche Konzept von CASANOVA + HERNANDEZ ARCHITECTS (Rotterdam) einstimmig als Masterplan ausgewählt und wird nun zur Grundlage für das anschließende Bebauungsplanverfahren sowie für die parallel laufende Änderung des Flächennutzungsplans (FNP).



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