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26.03.2026 FACC investiert 120 Mio. Euro in neues Werk in Oberösterreich

© FACC / Delta
In Zeiten, in denen Industrieunternehmen Produktionskapazitäten zunehmend in Niedriglohnländer verlagern, geht der oberösterreichische Luftfahrtzulieferer FACC AG einen anderen Weg und baut am Heimatstandort ein neues Werk.

Investition in die Zukunft der Luftfahrtbranche

Die im Juni 2025 veröffentlichte KPMG-Studie zur Luft- und Raumfahrtindustrie zeigt, dass sich die Branche in einer Phase tiefgreifender Transformation befindet, die zugleich erhebliche Chancen eröffnet. Unternehmen investieren verstärkt in Innovation, Digitalisierung und Forschung, um die Entwicklung der nächsten Flugzeuggeneration zu beschleunigen und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Gleichzeitig gewinnt der Aufbau resilienter, technologisch moderner Lieferketten und Produktionsstrukturen an Bedeutung, um auf eine steigende Nachfrage und volatile Rahmenbedingungen flexibel reagieren zu können. Besonders hervorgehoben wird die wachsende Rolle spezialisierter Zulieferer, die durch neue Technologien, schnellere Entwicklungszyklen und höhere Effizienz zunehmend zum zentralen Wertschöpfungstreiber der Branche werden.

Am 17. März meldete der oberösterreichische Luftfahrtzulieferer FACC AG (ISIN: AT00000FACC2), dass er seinen Heimatstandort deutlich ausbauen wird. In St. Martin im Innkreis soll auf einer Fläche von 20.000 Quadratmeter ein neues Produktionswerk entstehen, das sich auf die Fertigung großflächiger Strukturbauteile für Passagierflugzeuge spezialisiert. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf rund 120 Millionen Euro, wodurch bis zu 300 neue Arbeitsplätze entstehen sollen. Baubeginn ist für Ende 2026 vorgesehen, die Inbetriebnahme ist für Mitte 2028 geplant und die Vollausbaustufe soll Ende 2029 erreicht sein.

Platz für Forschung eingeplant

Das neue Werk wird direkt an das bestehende Werk 3 in St. Martin im Innkreis angeschlossen und verdoppelt die dortigen Fertigungskapazitäten im Bereich Aerostructures. Hergestellt werden sollen unter anderem Höhen- und Seitenruder für Passagierflugzeuge – Komponenten, bei denen FACC über langjährige Serienfertigungskompetenz verfügt. Neben der eigentlichen Produktionsfläche ist ein separater Forschungsbereich vorgesehen, in dem Fertigungsprozesse und Technologien für die nächste Generation von Verkehrsflugzeugen entwickelt werden.

Ein wesentliches Merkmal des Projekts ist der geplante hohe Automatisierungsgrad. FACC setzt dabei auf künstliche Intelligenz, automatisierte Prozesssteuerung und neue Produktinnovationen, um die Fertigungseffizienz in einem Hochlohnland wie Österreich wettbewerbsfähig zu halten. Eine durchgängige End-to-End-Fertigung soll dabei sämtliche Produktionsschritte unter einem Dach bündeln. Für die Standortentscheidung zugunsten von St. Martin im Innkreis sprach laut Unternehmen vor allem die nahtlose Integration in die bestehende Fertigung. Hinzu kommen die bereits vorhandene Forschungs- und Entwicklungsinfrastruktur sowie umfangreiche Testkapazitäten am Standort. Nicht zuletzt spielte aber auch der lokale Pool an qualifizierten Fachkräften eine wichtige Rolle.

Die Investition fügt sich in eine breitere Wachstumsstrategie ein: Laut FACC sollen bis 2030 insgesamt rund 350 Millionen Euro in neue Technologien und den Ausbau weltweiter Standorte fließen. Grundlage sind aktuelle Marktprognosen, die weiteres Wachstum für den Konzern erwarten lassen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 erzielte FACC einen vorläufigen Umsatz von 984,4 Millionen Euro — ein Plus von rund 11,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr — und steigerte das operative Ergebnis (EBIT) um 49,4 Prozent auf 42,3 Millionen Euro.

Standortstrategie: Bekenntnis zu Österreich

Das neue Werk in St. Martin ist kein Einzelschritt, sondern Teil einer klaren Standortstrategie. Es ist die größte Einzelinvestition am österreichischen Heimatstandort seit Jahren – und ergänzt das 2022 eröffnete Produktionswerk im kroatischen Jakovlje als bislang größtes Greenfield-Investment außerhalb Österreichs. Das Werk in Kroatien mit einer Fläche von rund 15.000 Quadratmeter, in das seit 2022 insgesamt rund 36 Millionen Euro geflossen sind, beschäftigt inzwischen rund 500 Mitarbeitende.

Robert Machtlinger, CEO von FACC AG, bezeichnete das neue Werk als „Weichenstellung“ und bekräftigte das langfristige Bekenntnis des Unternehmens zum Standort Oberösterreich. Bis 2030 würden allein für diesen Ausbau 300 neue Mitarbeitende benötigt. Mit der hochmodernen Fertigung wolle FACC für internationale Kunden ein starker Partner bleiben – sowohl bei bestehenden Projekten als auch bei der nächsten Generation von Passagierflugzeugen, für die das Unternehmen bereits heute Technologien der Zukunft erforsche.

























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