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02.11.2026 Wo Deutschlands Beherbergungsmärkte wachsen – und wo nicht

Die Schollen Hotelberatung hat den Top100-Report 2026 für den deutschen Beherbergungsmarkt veröffentlicht. Auf Basis der Übernachtungszahlen des Jahres 2025 werden die jeweils 100 nachfragestärksten Städte- und Ferienstandorte sowie ihre Entwicklung von 2015 bis 2025 untersucht. Die 200 Standorte stehen zusammen für rund 268 Millionen Übernachtungen und damit etwa 54 Prozent des deutschen Gesamtmarktes. Die Analyse zeigt deutliche Unterschiede zwischen Marktwachstum, Bettenangebot und Auslastung.

A-Städte: 2025 erstmals wieder mit Nachfragerückgang

Die sechs A-Städte Berlin, München, Hamburg, Frankfurt am Main, Köln und Düsseldorf verzeichneten 2025 gegenüber dem Vorjahr zusammen rund ein Prozent weniger Übernachtungen. Abgesehen vom Pandemiejahr 2020 war dies der erste Rückgang seit 2015. Die B- und C-Städte legten im selben Zeitraum dagegen um rund ein beziehungsweise zwei Prozent zu.

Berlin bleibt mit 29,4 Millionen Übernachtungen der größte deutsche Städtemarkt, vor München (19,7 Millionen) und Hamburg (16,5 Millionen). Im Zehnjahresvergleich zählt die Hauptstadt allerdings zu den schwächsten Standorten: Die Übernachtungen gingen von 2015 bis 2025 durchschnittlich um 0,3 Prozent pro Jahr zurück – als einzige der insgesamt 31 A- und B-Städte mit negativer Nachfrageentwicklung.

Bettenauslastung: Auch kleinere Städte können vorn liegen

Die höchsten Bettenauslastungen unter den Top100-Städten erreichen 2025 Bamberg mit 58,1 Prozent, Brühl im Rheinland mit 57,6 Prozent und Kempten (Allgäu) mit 55,7 Prozent. Damit liegen kleinere Märkte vor vielen großen Städten. Schlusslicht ist Wolfsburg mit 28,4 Prozent, gefolgt von Ratingen (32,2 Prozent) und Magdeburg (32,6 Prozent).

Besonders anschaulich ist Eschborn bei Frankfurt: Zwischen 2015 und 2025 stiegen die Übernachtungen jährlich um durchschnittlich 10,3 Prozent und die Bettenkapazitäten um 10,4 Prozent. Trotz der Spitzenposition in beiden Wachstumsrankings lag die Bettenauslastung 2025 nur bei 38,6 Prozent.

Ferienstandorte: Küste stark im Wachstum, Kurorte bei der Auslastung

Sylt führt das Übernachtungsranking der Ferienstandorte mit rund 3,35 Millionen Übernachtungen an. Es folgen Heringsdorf mit 3,07 Millionen und Fehmarn mit 2,54 Millionen. Die höchste Bettenauslastung erreichen jedoch andere Destinationen: Bad Sassendorf mit 80,9 Prozent, Schwangau mit 78,3 Prozent und Bad Elster mit 70,7 Prozent.

Kappeln an der Schlei ist der dynamischste Ferienstandort des Zehnjahresvergleichs. Die Übernachtungen stiegen um durchschnittlich 22,1 Prozent jährlich, das Bettenangebot sogar um 23,4 Prozent. Die Bettenauslastung betrug 2025 dennoch lediglich 27,0 Prozent.

Zehnjahresvergleich: Entscheidend ist das Verhältnis von Angebot und Nachfrage

Die Ferienstandorte an der Küste verzeichneten seit 2015 ein Übernachtungsplus von rund 37 Prozent; die Bettenkapazität wuchs mit rund 46 Prozent noch stärker. Im Vergleich zu 2024 stiegen die Küstenübernachtungen 2025 um rund sechs Prozent. Die Bergstandorte sind die einzige untersuchte Standortgruppe, in der sich die Bettenauslastung über zehn Jahre verbessert hat. Dort übertraf das jährliche Nachfragewachstum von 1,0 Prozent den Zuwachs des Bettenangebots von 0,3 Prozent.

Diese Gegenüberstellung macht deutlich: Hohe Zuwachsraten bei den Übernachtungen allein begründen noch keinen Bedarf für zusätzliche Hotelkapazitäten. Für Standort- und Investitionsentscheidungen müssen Angebot, Nachfrage und Auslastung gemeinsam beurteilt werden.

Die Schollen-Standortkategorisierung

Die Einordnung basiert auf der Schollen-Standortkategorisierung, die insgesamt 500 übernachtungsstarke deutsche Standorte erfasst. Sie unterscheidet Städte nach A-, B- und C-Standorten und Ferienstandorte nach Küste, Berge und Inland. Als Kriterien dienen unter anderem Einwohnerzahl, durchschnittliche Aufenthaltsdauer und Tourismusintensität. Die Top500 repräsentieren rund 70 Prozent der Übernachtungen des deutschen Beherbergungsmarktes.

Der Report enthält die vollständigen Top100-Ranglisten, die Spitzen- und Schlusslichter der Bettenauslastung, die Auf- und Absteiger im Zehnjahresvergleich sowie Auswertungen nach Standortgruppen. Er bietet Investoren, Eigentümern, Finanzierern, Entwicklern, Betreibern und Kommunen eine datenbasierte erste Orientierung; eine individuelle Markt- und Machbarkeitsanalyse ersetzt er nicht.

Der Report steht zum kostenlosen Download auf der Seite der Schollen Hotelberatung zur Verfügung.
























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