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27.10.2026 Weltweit größte pflegefreie Moos-Fassade ziert Neu-Ulmer Parkhaus

Bildquelle: meeco Communication Services
Das Parkhaus am neuen Standort des IT-Dienstleisters Bechtle fällt schon von Weitem auf, denn 1.600 Quadratmeter Außenwände bestehen aus Moos. Bernd Dollmann, Neckarsulmer Architekt und Geschäftsführer der Neckarsulmer „KREOR Südwest GmbH“, war für die Planung verantwortlich. Die Baugenehmigung des Parkhauses wurde unter anderem von einer grünen Gebäudegestaltung abhängig gemacht.

Damit kam MoosMoos ins Spiel. „Das ursprüngliche, in der Wendezeit gegründete, Unternehmen, konzentrierte sich auf Moosgestecke, die am Totensonntag oder Allerheiligen auf die Gräber gelegt wurden. „Wir haben damit deutschlandweit die Gärtnereien versorgt. 2015 sahen wir dann ein Wandbild aus Moos und haben uns gesagt, das können wir besser. Aufgrund unserer jahrelang gesammelten Vorkenntnisse konnten wir mit unseren eigenen Wandbildern bereits zwei Jahre später auf den Markt gehen und seit 2021 sind wir Marktführer“, verrät MoosMoos-Chef Andreas Bergermann. Irgendwann kam die Idee auf, auch im Außenbereich Mooswände zu platzieren. Nach Testwänden im eigenen Garten und auf 1.300 Meter in Hochkössen baute man eine Wand auf das Dach eines Hauses auf Mallorca – damit alle extremen Möglichkeiten getestet werden konnten.

„Für uns war neben der reinen Fassadenbegrünung wichtig, dass die Außenfassade auf Jahre hundertprozentig pflegefrei bleibt“, sagt Raphael Marquardt von der KREOR Südwest GmbH, der mit der ersten von KREOR geplanten Moos-Fassade sehr zufrieden ist. „Die Investition in die Zukunft war eine gute Entscheidung.“ Das zuvor präparierte Moos wird mit einem Spezialkleber auf Aluminiumplatten aufgebracht, diese werden dann in Stahlelemente eingebracht. Moos kann bis zu acht Liter Wasser auf den Quadratmeter aufnehmen und dieses dann wieder verdunsten lassen. Das Moos regeneriert sich also immer wieder selbst; außerdem funktioniert es wie eine Schallschutzwand und absorbiert die Sonneneinstrahlung.

Die beiden weltweit größten pflegefreien Moos-Fassaden befinden sich aktuell in Bayern – neben Neu-Ulm mit 1.600 Quadratmetern wurde auch in Kürnach bei Würzburg eine 160-Quadratmeter-Fassade am EDEKA-Markt Didis offiziell eingeweiht. Christos Didis, der insgesamt drei EDEKA- und einen Marktkauf betreibt, hatte aufgrund der Idee seiner Frau den Wunsch nach einer pflegefreien Moos-Fassade in den laufenden Planungsprozess eingebracht. „Unser CI ist Moos und Holz und daher war uns die grüne Fassade besonders wichtig“, so Didis. Sven Schemann, Regionalleiter Expansion/Immobilienmanagement bei der EDEKA Unternehmensgruppe Nordbayern-Sachsen-Thüringen, musste umplanen: „Eine Moos-Außenwand hatten wir noch nie, aber mit dem Ergebnis können wir mehr als zufrieden sein. Unsere Planer haben die Idee erstmal aufgenommen, denn wer weiß, welche unserer selbständigen EDEKA-Kaufleute das Moos auch noch auf die Außenwand haben möchten.“ Auch Kürnachs Bürgermeister René Wohlfart zeigt sich begeistert, denn „wir haben ringsherum nur grüne Felder, so wirkt der EDEKA-Markt nicht mächtig, sondern passt sich vielmehr seiner Umwelt an.“

„Aktuell geben wir auf unsere Außenflächen mindestens sechs Jahre Garantie – auf Flächen in Innenräumen sogar lebenslang, denn das Moos regeneriert sich immer wieder von selbst“, so Bergermann weiter. Aktuell wird Moos für die Verarbeitung im sächsischen Oppach vor allem in Lettland (wo es auch eine Tochtergesellschaft gibt), Polen, der Ukraine und in Skandinavien gesammelt. Die Endkunden sitzen zu 80 Prozent im DACH-Raum. Mit unseren pflegefreien Moos-Fassaden wollen wir im Sommer kühlen und Wärmeinseln, gerade in den Großstädten, abschaffen“, so Bergermann abschließend, der aktuell rund 70 Mitarbeiter in Deutschland und Lettland beschäftigt.



























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