22.10.2026 Zahl unzureichend versicherter Gebäude in Risikolagen könnte steigen
Wachsende Klimarisiken könnten die finanziellen Folgen fehlenden Versicherungsschutzes für Gebäudeeigentümer in Deutschland verschärfen. Im Szenario mit hohen Treibhausgasemissionen kann die Zahl der Gebäude, die Naturgefahren ausgesetzt und dagegen nicht versichert sind, bis 2080 um 70 Prozent auf rund 2,5 Millionen steigen. Das zeigt eine neue Studie von Wüest Partner in Zusammenarbeit mit CLIMADA Technologies. Die Berechnung hält die regionale Versicherungsdichte auf dem Stand von 2023 konstant.
Während rund 96 Prozent der Wohngebäude gegen Sturm und Hagel versichert sind, verfügen nur 59 Prozent über den ergänzenden Elementarschutz. Dieser deckt unter anderem Überschwemmungen durch Starkregen und ausufernde Flüsse sowie Erdrutsche ab. Sturmflutschäden sind dagegen auch in diesen Zusatzpolicen meist ausgeschlossen.
Starkregen vergrößert die Versicherungslücke
Die Untersuchung betrachtet vier Naturgefahren: Starkregen, Flusshochwasser, Küstenhochwasser und Erdrutsche. Im historischen Referenzzeitraum ergibt sich eine modellierte Zahl von rund 1,47 Millionen gefährdeten Gebäuden ohne entsprechende Versicherungsdeckung. Bis 2080 könnte sie je nach Emissionsszenario auf 1,90 bis 2,50 Millionen steigen. Wichtigster Treiber ist die zunehmende Gefährdung durch Starkregen.
Besonders große Versicherungslücken zeigen sich an der Nordseeküste. Für Wilhelmshaven ergibt die Modellierung im Szenario mit hohen Treibhausgasemissionen bis 2050 einen Versicherungslücken-Score von 99,8 Prozent, für den Landkreis Wesermarsch von 98,9 Prozent. Damit wäre dort nahezu der gesamte Gebäudebestand mindestens einer der untersuchten Naturgefahren ausgesetzt, ohne dafür entsprechenden Versicherungsschutz zu haben. Ausschlaggebend ist vor allem die zunehmende Gefährdung durch Küstenhochwasser bei weitgehend fehlender Sturmflutdeckung.
Auch am bayerischen Alpenrand wächst die Versicherungslücke. Dort treffen zunehmende Risiken durch Starkregen und Erdrutsche auf eine vergleichsweise geringe Verbreitung von Elementarschadenversicherungen. Für Altötting ergibt die Modellierung bis 2050 einen Versicherungslücken-Score von 59 Prozent, für Kempten (Allgäu) von 54 Prozent.
Der Anstieg beschränkt sich jedoch nicht auf einzelne Regionen. Unter dem Szenario mit hohen Treibhausgasemissionen erhöht sich die Zahl der Landkreise mit einem Versicherungslücken-Score von mindestens zehn Prozent bis 2080 von 68 auf 120.
Versicherungsschutz wird zum Faktor für den Immobilienwert
Für Eigentümer, Investoren und finanzierende Banken hat die Entwicklung erhebliche Bedeutung. Bleiben Schäden durch Naturgefahren ungedeckt, müssen Eigentümer die Kosten selbst tragen. Das kann die Wirtschaftlichkeit einer Immobilie beeinträchtigen, Finanzierungen erschweren und ihren Marktwert belasten. Zugleich können steigende Schadenaufwendungen dazu führen, dass Versicherungen teurer werden oder der Schutz in besonders gefährdeten Lagen schwerer erhältlich ist.
„Versicherungsschutz ist Teil der Werthaltigkeit einer Immobilie. Wer ihr Klimarisiko beurteilt – ob im Rahmen einer Bewertung oder bei der Kreditvergabe –, muss deshalb auch prüfen, ob ausreichender Versicherungsschutz besteht und die Immobilie langfristig versicherbar bleibt. Fehlt dieser Schutz, trägt die Eigentümerin oder der Eigentümer das finanzielle Risiko eines Schadens selbst“, sagt Ronny Haase, langjähriger Partner von Wüest Partner.
Schutzmaßnahmen können Risiken begrenzen
Um die wachsende Versicherungslücke zu begrenzen, braucht es neben einer breiteren Absicherung gegen Elementarschäden auch wirksame Schutzmaßnahmen. Bauliche Anpassungen und öffentliche Vorsorge können Schäden begrenzen und dazu beitragen, Gebäude langfristig versicherbar zu halten. Für besonders hohe Schäden sind zudem Lösungen erforderlich, die Risiken zwischen Versicherern, Rückversicherern und Staat verteilen.
Während rund 96 Prozent der Wohngebäude gegen Sturm und Hagel versichert sind, verfügen nur 59 Prozent über den ergänzenden Elementarschutz. Dieser deckt unter anderem Überschwemmungen durch Starkregen und ausufernde Flüsse sowie Erdrutsche ab. Sturmflutschäden sind dagegen auch in diesen Zusatzpolicen meist ausgeschlossen.
Starkregen vergrößert die Versicherungslücke
Die Untersuchung betrachtet vier Naturgefahren: Starkregen, Flusshochwasser, Küstenhochwasser und Erdrutsche. Im historischen Referenzzeitraum ergibt sich eine modellierte Zahl von rund 1,47 Millionen gefährdeten Gebäuden ohne entsprechende Versicherungsdeckung. Bis 2080 könnte sie je nach Emissionsszenario auf 1,90 bis 2,50 Millionen steigen. Wichtigster Treiber ist die zunehmende Gefährdung durch Starkregen.
Besonders große Versicherungslücken zeigen sich an der Nordseeküste. Für Wilhelmshaven ergibt die Modellierung im Szenario mit hohen Treibhausgasemissionen bis 2050 einen Versicherungslücken-Score von 99,8 Prozent, für den Landkreis Wesermarsch von 98,9 Prozent. Damit wäre dort nahezu der gesamte Gebäudebestand mindestens einer der untersuchten Naturgefahren ausgesetzt, ohne dafür entsprechenden Versicherungsschutz zu haben. Ausschlaggebend ist vor allem die zunehmende Gefährdung durch Küstenhochwasser bei weitgehend fehlender Sturmflutdeckung.
Auch am bayerischen Alpenrand wächst die Versicherungslücke. Dort treffen zunehmende Risiken durch Starkregen und Erdrutsche auf eine vergleichsweise geringe Verbreitung von Elementarschadenversicherungen. Für Altötting ergibt die Modellierung bis 2050 einen Versicherungslücken-Score von 59 Prozent, für Kempten (Allgäu) von 54 Prozent.
Der Anstieg beschränkt sich jedoch nicht auf einzelne Regionen. Unter dem Szenario mit hohen Treibhausgasemissionen erhöht sich die Zahl der Landkreise mit einem Versicherungslücken-Score von mindestens zehn Prozent bis 2080 von 68 auf 120.
Versicherungsschutz wird zum Faktor für den Immobilienwert
Für Eigentümer, Investoren und finanzierende Banken hat die Entwicklung erhebliche Bedeutung. Bleiben Schäden durch Naturgefahren ungedeckt, müssen Eigentümer die Kosten selbst tragen. Das kann die Wirtschaftlichkeit einer Immobilie beeinträchtigen, Finanzierungen erschweren und ihren Marktwert belasten. Zugleich können steigende Schadenaufwendungen dazu führen, dass Versicherungen teurer werden oder der Schutz in besonders gefährdeten Lagen schwerer erhältlich ist.
„Versicherungsschutz ist Teil der Werthaltigkeit einer Immobilie. Wer ihr Klimarisiko beurteilt – ob im Rahmen einer Bewertung oder bei der Kreditvergabe –, muss deshalb auch prüfen, ob ausreichender Versicherungsschutz besteht und die Immobilie langfristig versicherbar bleibt. Fehlt dieser Schutz, trägt die Eigentümerin oder der Eigentümer das finanzielle Risiko eines Schadens selbst“, sagt Ronny Haase, langjähriger Partner von Wüest Partner.
Schutzmaßnahmen können Risiken begrenzen
Um die wachsende Versicherungslücke zu begrenzen, braucht es neben einer breiteren Absicherung gegen Elementarschäden auch wirksame Schutzmaßnahmen. Bauliche Anpassungen und öffentliche Vorsorge können Schäden begrenzen und dazu beitragen, Gebäude langfristig versicherbar zu halten. Für besonders hohe Schäden sind zudem Lösungen erforderlich, die Risiken zwischen Versicherern, Rückversicherern und Staat verteilen.




