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20.10.2026 FACC: So baut der Luftfahrtzulieferer seine Standorte aus

Die Nachfrage nach Verkehrsflugzeugen ist anhaltend hoch, doch Hersteller und Zulieferer kommen mit der Produktion kaum hinterher. Eine aktuelle Branchenanalyse der Beratungsgesellschaft Deloitte zeigt, wo die Engpässe liegen. Der österreichische Luftfahrtzulieferer FACC reagiert darauf mit Investitionen an mehreren Standorten.

Deloitte-Branchenausblick 2026: Nachfrage stark, Kapazitäten knapp

Deloitte hat Anfang August 2026 eine Halbjahresaktualisierung seines Ausblicks für die Luftfahrt- und Verteidigungsindustrie veröffentlicht. Die Kernaussage: Am Interesse der Kunden mangelt es nicht. Für das zweite Halbjahr ist vielmehr entscheidend, ob die Industrie Aufträge tatsächlich in ausgelieferte Produkte umsetzen kann. Begrenzte Fertigungs- und Wartungskapazitäten, schwankende Treibstoffpreise und fehlende Fachkräfte wirken dabei als Bremse.

Weil neue Flugzeuge knapp sind, fliegen Airlines ältere Maschinen länger. Das stützt das Geschäft mit Wartung und Ersatzteilen. Bei den vier größten Triebwerksherstellern wuchs dieser Umsatz im ersten Quartal 2026 laut Deloitte um 20 bis 40 Prozent. Engpässe sehen die Autoren vor allem bei Triebwerken, Elektronik, Guss- und Schmiedeteilen und Titan sowie bei kritischen Rohstoffen wie Seltenen Erden. Manche Unternehmen legen deshalb größere Lager an und nehmen dafür eine höhere Kapitalbindung in Kauf. Gleichzeitig gewinnen künstliche Intelligenz und Automatisierung an Bedeutung, während sich der Wettbewerb um qualifiziertes Personal verschärft. Zu beachten ist, dass die Analyse stark auf den US-Markt ausgerichtet ist.

FACC-Investitionen: Neues Werk in St. Martin verdoppelt Kapazität

FACC, mit Sitz in Ried im Innkreis, fertigt Leichtbauteile für Flugzeugstrukturen, Triebwerke und Kabinen. Zu den wichtigsten Kunden zählen Airbus, Boeing sowie große Triebwerkshersteller. Das Unternehmen beschäftigt über 3.900 Menschen an 15 Standorten. Bis 2030 will FACC rund 350 Millionen Euro in neue Technologien und zusätzliche Kapazitäten investieren. Begründet wird dies mit rund 18.700 fest bestellten Flugzeugen weltweit.

Ein zentrales Projekt ist ein neues Werk in St. Martin im Innkreis mit einem Volumen von rund 120 Millionen Euro. Auf einer Fläche von etwa 20.000 Quadratmetern entsteht ein Neubau, der direkt an das bestehende Werk 3 angeschlossen wird. Er soll die Kapazität für großflächige Strukturbauteile wie Höhen- und Seitenruder am Standort verdoppeln. Der Bau soll Ende 2026 beginnen. Die Inbetriebnahme ist für Mitte 2028 geplant, der volle Ausbau für Ende 2029. Bis 2030 werden dafür bis zu 300 zusätzliche Beschäftigte benötigt. Weil Österreich ein Hochlohnland ist, setzt FACC auf einen hohen Automatisierungsgrad und künstliche Intelligenz. Hinzu kommt ein eigener Forschungsbereich für Fertigungsverfahren künftiger Flugzeuggenerationen. Für St. Martin sprachen laut Unternehmen die Anbindung an die bestehende Produktion, die vorhandenen Fachkräfte sowie die Forschungs- und Testinfrastruktur vor Ort.

Kroatien und Indien: FACC erweitert sein Fertigungsnetzwerk

Bereits in Betrieb ist die Erweiterung im kroatischen Jakovlje nahe Zagreb. Insgesamt hat FACC 36 Millionen Euro in den Ende 2021 eröffneten Standort investiert und die Produktionsfläche damit verdreifacht. Die Belegschaft wuchs seit 2022 von 160 auf über 500 Personen, damit ist Jakovlje der größte Standort außerhalb Österreichs. Das Werk soll zum konzernweiten Kompetenzzentrum für hochwertige Kabinenausstattung werden. Neben einer automatisierten Lackieranlage geht dort nun eine Pressenfertigung für Verbundbauteile in Betrieb. Branchenbeobachter sehen darin auch eine Verlagerung arbeitsintensiver Schritte an einen Standort mit niedrigeren Lohnkosten.

In Indien setzt FACC auf einen Partner statt auf ein eigenes Werk. Auf Basis einer 2025 geschlossenen Langfristvereinbarung erhielt der Hersteller Kineco Aerospace ein zweites Arbeitspaket für Airbus mit mehreren tausend Composite-Teilen pro Jahr. Die Serienfertigung soll Ende 2027 starten.

Was Anleger beim Kapazitätsausbau beachten sollten

Ergänzend investierte FACC im ersten Halbjahr 6 Millionen Euro in Automatisierung und Digitalisierung, um den Anteil manueller Arbeit zu senken. Ob sich das Programm für Aktionäre auszahlt, hängt nicht allein von FACC ab. Entscheidend ist, ob Airbus, Boeing und andere Hersteller ihre Produktionsraten tatsächlich steigern können. Genau dort verortet Deloitte die größten Hürden. Zudem binden die Projekte über Jahre Kapital, und das neue Werk in St. Martin trägt frühestens ab Mitte 2028 zum Geschäft bei. Weitere Anhaltspunkte über den geplanten Kapazitätsausbau dürfte der für den 11. November angekündigte Bericht zum dritten Quartal liefern.






























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