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14.10.2026 Eröffnung des Fraunhofer IKS in Garching bei München

Bildnachweis: Telluride Architektur, Hubert Juranek
Das neue Gebäude des Fraunhofer-Instituts für Kognitive Systeme IKS auf dem Fraunhofer-Campus in Garching bei München steht für eine zukunftsweisende Verbindung von Forschung und architektonischer Innovation. Als moderner Forschungsbau setzt es einen eigenständigen architektonischen Akzent auf dem Campus und entwickelt im Inneren eine räumliche Struktur, die auf Vernetzung, Kommunikation und die Entstehung neuer Ideen ausgerichtet ist. Entworfen und geplant wurde das Fraunhofer IKS von Telluride Architektur, einem auf intelligente Infrastruktur im Bildungs-, Forschungs- und Gesundheitswesen spezialisierten Architekturbüro.

Anlässlich der feierlichen Eröffnung des Fraunhofer IKS im Beisein von Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Hubert Aiwanger, Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie und stellvertretender Ministerpräsident, sowie Prof. Dr. Gerhard Kramer, Vizepräsident der Technischen Universität München, stellt sich auch die Frage nach der architektonischen Bedeutung von Forschungsinfrastruktur im Kontext von Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft. Der Fraunhofer-IKS-Forschungsbau von Telluride Architektur wird dabei zu einem exemplarischen Modell, wie architektonische Innovation Forschung stärken und damit zugleich gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Mehrwert schaffen kann.

KOGNITION ALS ARCHITEKTONISCHES PRINZIP

Die im Fraunhofer IKS betriebene Forschung zu sicherer Künstlicher Intelligenz und zur Resilienz autonomer intelligenter Systeme widmet sich zentralen Fragen der Zukunft. Diese Forschungsidee übersetzt Telluride Architektur in den realen Raum: Kognition wird zum architektonischen Prinzip.

„Wir sind der Überzeugung, dass Architektur – analog zur Erforschung kognitiver Systeme – Wahrnehmung, Vernetzung und Erfahrung als grundlegende Prinzipien räumlicher Organisation versteht und so neue Arbeitsformen in der Forschung ermöglichen kann“, sagt Hubert Juranek, Geschäftsführender Gesellschafter von Telluride Architektur.

EIN KOMMUNIKATIVES UND RÄUMLICHES NETZWERK

Basis aller Planungen ist über alle Phasen hinweg die Telluride Kommunikationskultur. Sie schafft ein tiefgreifendes Verständnis für die Bedürfnisse der Nutzer:innen und entwickelt daraus Vorschläge und Lösungen, die häufig weit über die ursprünglich formulierte Aufgabe hinausgehen.

„Erfolg wird zukünftig daran gemessen, wie sehr sich forschende Spezialist:innen mit dem architektonischen Ergebnis identifizieren können“, beschreibt Vicente Menchero, Architekt und Projektleiter, den Planungsprozess zwischen forschenden Auftraggeber:innen und Architekt:innen.

Die zentrale Idee der Fraunhofer-IKS-Planung bestand in der räumlichen Übersetzung einer Wissensbibliothek in das digitale Zeitalter. Das Big Picture einer Bibliothek wird dabei zum erlebbaren architektonischen Motiv des Neubaus. Herzstück des rund 8.450 Quadratmeter großen Forschungsgebäudes ist daher ein großzügiges Atrium. Es übernimmt weit mehr als die Funktion einer Erschließungszone: Als zentraler Ort der Begegnung und Kommunikation verbindet es die unterschiedlichen Bereiche des Instituts und macht Austausch zu einem integralen Bestandteil der Architektur. Um das Atrium gruppieren sich die Arbeits- und Forschungsbereiche. Sie sind als individuell gestaltbare Erfahrungs- und Innovationsräume konzipiert und lassen sich unterschiedlichen Anforderungen und Arbeitsweisen anpassen. So entsteht ein räumliches Netzwerk, das formelle und informelle Begegnungen und verschiedene Arten der Forschung ermöglicht und die Kommunikation zwischen den Forschenden unterstützt.

Die unterschiedlichen Grade von Öffentlichkeit, Kommunikation und Konzentration und eine hohe räumliche Flexibilität angesichts zukünftiger Entwicklungen sind im Forschungsbereich ein Novum. Damit wird das Gebäude selbst zu einem herausragenden Bestandteil der institutionellen Innovationskultur.

„Das Atrium schafft eine hohe Sichtbarkeit und fördert den Austausch zwischen den Nutzer:innen. Gleichzeitig stärkt es die Identifikation der Forschenden mit dem Standort und trägt dazu bei, dessen Attraktivität im Wettbewerb um qualifizierte wissenschaftliche Fachkräfte zu erhöhen“, so Vicente Menchero.

EIN SCHARNIER FÜR DEN FRAUNHOFER-CAMPUS

Im Erdgeschoss verbindet das Atrium das Gebäude mit dem angrenzenden Anger. In den darüberliegenden Geschossen schafft es eine innere und zugleich nach außen wirksame Vernetzung. Architektur wird damit zum verbindenden Element zwischen Forschung, Menschen und Ort. Im Westen bildet ein Gebäudekern das konstruktive und funktionale Rückgrat des Hauses.

Dem Kern gegenüber liegen flexibel nutzbare Geschossflächen für die Arbeitswelten des Instituts. Auch städtebaulich übernimmt das Gebäude eine verbindende Funktion. Das Fraunhofer IKS positioniert sich zwischen den Forschungsgebäuden Fraunhofer IGCV und Fraunhofer AISEC der Fraunhofer-Gesellschaft und bildet zugleich den Übergang zum Gebäudekomplex der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der Technischen Universität München. Damit fungiert der Neubau als Scharnier innerhalb des Campus. Seine Architektur stärkt die Vernetzung unterschiedlicher Forschungsbereiche und bildet einen eigenständigen und zugleich integrierenden Baustein der „Innovationsschmiede Fraunhofer“. Der Forschungsbau wird damit nicht nur zum Ort der Forschung, sondern auch zum räumlichen Bindeglied zwischen Institutionen, Disziplinen und Menschen.

DIE NEUE ÄSTHETIK DER INFRASTRUKTUR

Nach außen wird das Gebäude von einer texturierten, leichten und transluzenten Fassade umschlossen. Ein Sonnenschutz verschattet die unterschiedlichen Anforderungen der Arbeits- und Forschungsbereiche und unterstützt das energetische Konzept des Gebäudes. Auch die technische Ausstattung folgt dem Anspruch, eine leistungsfähige und zukunftsfähige Forschungsinfrastruktur zu schaffen. Das Gebäude verfügt unter anderem über eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, eine Wärmeversorgung über Fernwärme beziehungsweise Energierecycling sowie eine Kälteversorgung über Kältemaschine und Grundwassernutzung. Heiz- und Kühldecken ermöglichen die Temperierung der Räume mit niedrigen Vorlauftemperaturen. Eine Regenwasserzisterne dient der Gartenbewässerung. Der Primärenergiebedarf liegt nach GEG 2020 bei 67,1 kWh/m²a, der Endenergiebedarf bei 44,8 kWh/m²a. Die technische Infrastruktur bleibt dabei nicht Selbstzweck. Sie ist Teil eines ganzheitlichen Verständnisses von Architektur, in dem räumliche, soziale, ökologische und technologische Anforderungen zusammenwirken.

PROJEKT

Das Projekt wurde von Telluride Architektur von der Grundlagenermittlung bis zur Ausführungsplanung und Bauleitung begleitet. Die Bauzeit erstreckte sich von April 2023 bis April 2026. Mit einer Brutto-Grundfläche von rund 8.450 m², einer Nutzfläche von rund 4.500 m² und einem Brutto-Rauminhalt von rund 38.400 m³ bietet der Neubau Raum für Werkstätten, Entwicklungslabore und flexible Arbeitswelten.

Das Projekt wurde mit dem BIM-Preis Bayern 2024 ausgezeichnet.























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