News RSS-Feed

14.10.2026 Firmenzuzüge Berlin: Innenstadtbezirke mit differenzierter Entwicklung

Glaskubus JULIUS Gebauer Höfe. Copyright: GSG Berlin GmbH | Urheber: Amadé Hölzinger
Die drei Berliner Innenstadtbezirke (Mitte, Kreuzberg, Charlottenburg), die traditionell für Neuansiedlungen bestehender Unternehmen am attraktivsten scheinen, verbuchen aktuell eine differenzierte Entwicklung. Das zeigt eine Sonderauswertung des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg.

Demnach bleibt Mitte zwar Topstandort mit 128 Unternehmen, die im ersten Halbjahr 2026 in den Bezirk gezogen sind – das zweitstärkste Halbjahresergebnis seit 2024. Allerdings zieht Mitte dabei anders als früher immer weniger Werbeagenturen an. Friedrichshain-Kreuzberg zählt 58 Zuzüge im ersten Halbjahr und bewegt sich damit seitwärts auf konstantem Niveau im Vergleich zu den vergangenen beiden Jahren – verzeichnet aber zumindest bei IT-Dienstleistern stetig mehr Zuzüge. Charlottenburg-Wilmersdorf wiederum zeigt insgesamt sinkende Zuzugszahlen und liegt mit aktuell 55 Unternehmen hinter Friedrichshain-Kreuzberg.

Auch den Bezirk prägende Branchen wie die Grundstücks- und Wohnungswirtschaft schwächeln derzeit: Der Anteil liegt bei 12,7 Prozent, im 2. Halbjahr 2024 lag er noch bei 17,1 Prozent. „Es ist nicht lange her, da war fast jedes dritte Unternehmen, das nach Charlottenburg zog, aus der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft“, sagt Sebastian Blecke. Er ist operativer Geschäftsführer der GSG Berlin, die knapp 1 Million Quadratmeter Büro- und Gewerbefläche in der Hauptstadt im Bestand hält und an rund 1.500 Unternehmen vermietet. Die GSG Berlin hat die Sonderauswertung des Statistikamts in Auftrag gegeben.

Alle Bezirke suchen Blecke zufolge in der anhaltend schwierigen Wirtschaftslage nach ihrem alten und einem neuen Profil: „Mitte wird möglicherweise anstelle von Werbung perspektivisch das eine oder andere Unternehmen der Finanzwirtschaft anziehen, wie eine Erhebung unseres Hauses zu geplanten Unternehmensverlagerungen zeigt. Kreuzberg wird demnach weiterhin attraktiv für Zuzüge aus der IT-Wirtschaft bleiben. Und Charlottenburg könnte für umzugswillige Werbeunternehmen interessant werden.“

Außerdem werde die Immobilienwirtschaft auch wieder etwas stärker zurück in den Bezirk streben. „Natürlich muss man immer bedenken, dass die Zahl der Firmenzuzüge teils erheblich unter der Zahl der Neugründungen liegt.“

Aber: „Der Zuzug von bestehenden Unternehmen, die bereits praktische Erfahrungen an einem oder mehreren früheren Standorten gemacht haben, sagt in manchem Falle mehr über die Anziehungskraft einer Mikrolage aus als die Entscheidung eines Start-ups, das erstmals einen Standort wählt.“

Mit Blick auf die eigenen Bestände sagt Blecke: „Umzüge in unsere Immobilien zeigen in allen drei genannten Bezirken die sich wandelnden Branchenschwerpunkte, und sie zeigen darüber hinaus, dass immer häufiger auch grundlegende Umnutzungen gefragt sind.“ Von Büro zu Schule oder sonstigen Einrichtungen, die mit Bildung zu tun haben, sei aktuell ein Trend.

























Leserumfrage
Wir schätzen Ihre Expertenmeinung!
Hier ist unsere Leserumfrage:
schnell & unkompliziert
Jetzt starten!