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13.10.2026 Cobalt-Studie: Beschäftigte bleiben, doch vielen fehlt die Perspektive

Die Wechselbereitschaft bei den Arbeitnehmenden sinkt, die Bindung an den eigenen Arbeitgeber ist vergleichsweise hoch, doch bei der persönlichen Karriereperspektive zeigt sich ein deutlich kritischeres Bild. Zu diesem Ergebnis kommt die neue „Cobalt Markt- und Karrieretrendanalyse 2026“, für die zwischen Mai und Mitte August 2026 insgesamt 981 Fach- und Führungskräfte befragt wurden. Die Analyse des Personalberaters Cobalt untersucht, wie Beschäftigte aus der Bau-, Immobilien- und Finanzwirtschaft ihre wirtschaftliche Situation, Karrierechancen, Vergütung, Benefits, Flexibilität, Führung und Wertschätzung beurteilen.

Ein zentraler Befund ist, dass Beschäftigte ihrem Arbeitgeber zwar verbunden bleiben, jedoch für sich selbst aber nicht immer ausreichend Entwicklungsmöglichkeiten sehen. Im Immobilienwesen würden sich 61 Prozent erneut für ihren derzeitigen Arbeitgeber entscheiden, im Bauwesen sind es 58 Prozent. Die Einschätzung der eigenen beruflichen Perspektiven fällt dagegen in mehreren Bereichen deutlich zurückhaltender aus.

Nicole Schwan, Geschäftsführerin von Cobalt: „Die Ergebnisse zeigen eine interessante Verschiebung. Die Frage ist nicht mehr nur, wie Unternehmen neue Fachkräfte gewinnen, sondern zunehmend, wie sie ihre vorhandenen Mitarbeitenden langfristig halten und weiterentwickeln.“ Doreen von Bodecker, Cobalt-Geschäftsführerin, ergänzt: „Gehalt, Benefits und flexible Arbeitsmodelle bleiben wichtig. Nachhaltige Bindung entsteht aber vor allem dort, wo Beschäftigte Entwicklungsmöglichkeiten sehen, gute Führung erleben und Wertschätzung erfahren.“

Unternehmensentwicklung wird positiv gesehen, persönliche Karriere eher unsicher
Besonders deutlich zeigt sich die Diskrepanz zwischen der Einschätzung des eigenen Unternehmens und der persönlichen beruflichen Situation in der Immobilienwirtschaft. Rund die Hälfte der Befragten bewertet die Unternehmensentwicklung positiv. Bei den Auswirkungen der Marktentwicklung auf die eigene Karriere fällt das Bild deutlich skeptischer aus. Nur 15 Prozent sehen positive Auswirkungen, 36 Prozent negative. Die wirtschaftliche Unsicherheit der vergangenen Jahre ist damit nicht verschwunden, sie zeigt sich jedoch differenzierter. Beschäftigte trennen offenbar zunehmend zwischen der Stabilität ihres Unternehmens und ihren individuellen Entwicklungschancen.

Für Arbeitgeber entsteht daraus Handlungsbedarf. Denn eine geringe Wechselbereitschaft ist nicht automatisch mit hoher Zufriedenheit oder langfristiger Bindung gleichzusetzen. Klare Karrierewege, Weiterbildung und eine nachvollziehbare Perspektive innerhalb des Unternehmens gewinnen an Bedeutung.

Property Management und ESG mit vergleichsweise guten Aussichten

Die Analyse zeigt zugleich, dass die Entwicklung innerhalb der Immobilienwirtschaft keineswegs einheitlich verläuft. Property Management hebt sich bei der wirtschaftlichen Zuversicht positiv ab. Auch beim erwarteten Fachkräftebedarf zeigen sich Unterschiede zwischen den Tätigkeitsfeldern: Insbesondere im Bereich Property Management sowie Nachhaltigkeit und ESG wird die Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitenden vergleichsweise hoch eingeschätzt.

Damit differenziert sich auch der Arbeitsmarkt stärker nach Funktionen und Qualifikationen. Trotz eines insgesamt anspruchsvollen Marktumfelds bleiben in einzelnen Fachbereichen gute Perspektiven für spezialisierte Fachkräfte bestehen.

KI verändert Kompetenzprofile, Soft Skills bleiben entscheidend

Gleichzeitig verändert die technologische Transformation die Anforderungen an Fach- und Führungskräfte. Welche Kompetenzen künftig besonders gefragt sind, hängt der Cobalt-Analyse zufolge stark vom jeweiligen Tätigkeitsbereich ab. Künstliche Intelligenz spielt insbesondere im Asset Management sowie in Investment und Transaktionen eine wachsende Rolle. Bei der Projektentwicklung und im Property Management gewinnen dagegen Kommunikation und Zusammenarbeit stärker an Bedeutung. Die Ergebnisse machen deutlich, dass technologische Kompetenz und klassische Soft Skills nicht als Gegensätze zu verstehen sind.

„KI wird Tätigkeitsprofile verändern, aber sie ersetzt nicht die Fähigkeiten, die für Zusammenarbeit, Führung und gute Entscheidungen notwendig sind“, so Schwan. „Unternehmen sollten deshalb nicht nur fragen, welche neuen Technologien sie einsetzen, sondern auch, welche Kompetenzen ihre Mitarbeitenden in den kommenden Jahren benötigen und wie sie diese gezielt entwickeln können.“

Homeoffice wird vom Differenzierungsmerkmal zum Standard

Auch die Diskussion über flexible Arbeitsmodelle verändert sich. Hybrides Arbeiten ist in weiten Teilen der Immobilienwirtschaft etabliert. Rund zwei Drittel der Befragten sind mit ihrer derzeitigen Flexibilität zufrieden, etwa ein Drittel wünscht sich mehr Spielraum.
Damit verliert Homeoffice als alleiniges Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb um Fachkräfte an Bedeutung. Andere Faktoren rücken stärker in den Vordergrund: glaubwürdige Führung, sichtbare Wertschätzung, berufliche Entwicklung und eine Arbeitsorganisation, die unterschiedlichen Funktionen und Lebensphasen gerecht wird.

Sechs Handlungsfelder für Arbeitgeber

Die „Cobalt Markt- und Karrieretrendanalyse 2026“ untersucht sechs zentrale Themenfelder: Arbeitszufriedenheit und Wertschätzung, Karriereentwicklung und Zukunftskompetenzen, Vergütung und Benefits, Flexibilität und hybride Arbeitsmodelle, Wechselbereitschaft und Arbeitgeberbindung sowie Unterschiede nach Regionen, Fachbereichen und Hierarchie-Leveln.

Aus Sicht von Cobalt liefern die Ergebnisse damit nicht nur ein aktuelles Stimmungsbild des Arbeitsmarktes. Sie zeigen zugleich, an welchen Stellschrauben Unternehmen ansetzen können, um Recruiting, Mitarbeiterbindung und ihre Positionierung als Arbeitgeber weiterzuentwickeln.

„Gerade in einem anspruchsvollen Marktumfeld ist Mitarbeiterbindung kein Selbstläufer“, resümiert von Bodecker. „Unternehmen, die ihren Beschäftigten Orientierung, Entwicklung und Wertschätzung bieten, schaffen eine wichtige Voraussetzung, um Fach- und Führungskräfte langfristig an sich zu binden. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur: Warum sollten Menschen zu uns kommen? Sondern ebenso: Warum sollten sie bei uns bleiben?“





























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