30.09.2026 Banken und Investoren treiben die Anforderungen an Gebäudedaten
Die Datenanforderungen von Banken und Investoren haben großen Einfluss auf die operative Tätigkeit von Immobilienunternehmen. Gleichzeitig erschweren uneinheitliche Anforderungen und unklare KPI-Definitionen die Bereitstellung von Gebäudedaten. Bei der Erhebung spielen manuelle Prozesse weiterhin eine große Rolle. Das zeigt eine aktuelle Umfrage von Apleona, dem ZIA und der Coalition-X unter 112 Marktteilnehmern aus der Immobilienwirtschaft.
Rund 40 Prozent der Befragten bewerten den Einfluss der Datenanforderungen von Banken auf ihre operative Tätigkeit als stark bis sehr stark. Ähnlich hoch ist die Einschätzung zu den Anforderungen von Investoren. Hier schätzen 39 Prozent den Einfluss als stark oder sehr stark ein. Regulatorische Vorgaben werden im Vergleich dazu als weniger relevant eingestuft: Den Einfluss der Nachhaltigkeitsberichterstattung nach CSRD/ESRS bewerten rund 24 Prozent als stark bis sehr stark, bei der EU-Taxonomie sind es rund 22 Prozent und bei der Offenlegungsverordnung SFDR rund 18 Prozent.
Manuelle Datenerhebung weiterhin sehr verbreitet
Die manuelle Erfassung ist bei ESG- und Gebäudedaten noch immer weit verbreitet: Mit rund 54 Prozent wird sie häufiger genannt als jede andere Erhebungsmethode. Rund 40 Prozent der Befragten erhalten Daten durch Property Manager, rund 33 Prozent durch Facility Manager. Digitale Lösungen kommen seltener zum Einsatz: CAFM- sowie Energiemanagement- oder Smart-Metering-Systeme werden von jeweils knapp 30 Prozent genutzt, ESG-Softwareplattformen von gut einem Fünftel.
„Die Immobilienwirtschaft hat sich über viele Jahre mit heterogenen Datenbeständen und manuellen Prozessen arrangiert. Das funktioniert künftig immer weniger. Digitalisierung, Automatisierung und insbesondere der Einsatz von KI setzen voraus, dass Daten verlässlich, einheitlich definiert und damit nutzbar sind. Datenqualität wird so zu einer entscheidenden Voraussetzung, um die neuen Potenziale überhaupt heben zu können“, sagt Dr. Jochen Keysberg, CEO der Apleona Group.
Bei der Bereitstellung der Daten für Banken und Investoren zeigen sich weitere Hürden. Mit 70 Prozent werden uneinheitliche Datenanforderungen mit Abstand am häufigsten als Problem genannt. Jeder Zweite sieht zudem unklare Definitionen und Bezugsgrößen der KPIs als Herausforderung. Fehlende Daten auf Gebäudeebene sowie manuelle, fehleranfällige Übertragungsprozesse nennen jeweils rund 41 Prozent der Befragten.
Nachvollziehbarkeit als neuer Schlüsselfaktor
Der Handlungsdruck wächst: Banken und Aufsichtsbehörden erwarten zunehmend, dass die Herkunft und Verarbeitung risikorelevanter Daten nachvollziehbar sind – Stichwort Data Lineage. Dabei muss erkennbar sein, woher relevante Daten stammen und wie sie bis zu ihrer Verwendung verarbeitet oder verändert wurden. In der Immobilienwirtschaft ist das Thema laut Umfrage bereits angekommen: Knapp die Hälfte der Befragten kennt die steigenden Anforderungen und bereitet sich aktiv darauf vor. Weitere 30 Prozent sind damit vertraut, haben bislang jedoch noch keine Maßnahmen ergriffen.
Auch auf europäischer Ebene rücken einheitliche Gebäudedaten stärker in den Fokus. Die EU treibt ein digitales Gebäudelogbuch und entsprechende Standards voran. Parallel erprobt die Brancheninitiative Coalition-X eine vertrauenswürdige und maschinenlesbare Datensignierung zur Bestätigung der Echtheit. Der ZIA hat die Schirmherrschaft für die Initiative übernommen und Apleona gehört zu den Pilotpartnern, die die Echtheitssignierung von ESG-Gebäudedaten im Betrieb testen. Perspektivisch sollen die Daten damit auch für automatisierte Prozesse und KI-Anwendungen nutzbar werden.
„Wir brauchen klare Definitionen und verlässliche Echtheitszertifikate zwischen den Beteiligten. Daten sollten dort erhoben und gesiegelt werden, wo sie entstehen, und anschließend derart gesichert weitergegeben und genutzt werden können. Genau hier setzt Coalition-X an. Gleichzeitig wird das Thema durch KI noch dringlicher: Die Potenziale KI-gestützter Prozesse lassen sich nur auf Basis qualitativ hochwertiger und verlässlicher Daten vollständig ausschöpfen. Umgekehrt kann KI aber auch dabei helfen, die Datenqualität selbst zu verbessern, etwa indem Fehler bereits bei der Erfassung erkannt und korrigiert werden“, sagt Jochen Schenk, Vizepräsident des ZIA.
Panel auf der EXPO REAL
Die Ergebnisse der Umfrage werden am 6. Oktober im Rahmen des Panels „Erfolgsfaktor Gebäudedaten“ auf der EXPO REAL vorgestellt und diskutiert. Dr. Jochen Keysberg (Apleona Group), Jochen Schenk (ZIA), Jitka Steinmetz (Manova Partners) und Brigitte Bourscheidt (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben) diskutieren von 13:15 bis 14:30 Uhr im Konferenzraum B11 darüber, wie die Immobilienwirtschaft steigende Anforderungen an Gebäudedaten bewältigen kann und welche Rolle Digitalisierung, KI und Coalition-X dabei spielen. Moderiert wird die Runde von Nikolaus von Raggamby (RUECKERCONSULT).
Rund 40 Prozent der Befragten bewerten den Einfluss der Datenanforderungen von Banken auf ihre operative Tätigkeit als stark bis sehr stark. Ähnlich hoch ist die Einschätzung zu den Anforderungen von Investoren. Hier schätzen 39 Prozent den Einfluss als stark oder sehr stark ein. Regulatorische Vorgaben werden im Vergleich dazu als weniger relevant eingestuft: Den Einfluss der Nachhaltigkeitsberichterstattung nach CSRD/ESRS bewerten rund 24 Prozent als stark bis sehr stark, bei der EU-Taxonomie sind es rund 22 Prozent und bei der Offenlegungsverordnung SFDR rund 18 Prozent.
Manuelle Datenerhebung weiterhin sehr verbreitet
Die manuelle Erfassung ist bei ESG- und Gebäudedaten noch immer weit verbreitet: Mit rund 54 Prozent wird sie häufiger genannt als jede andere Erhebungsmethode. Rund 40 Prozent der Befragten erhalten Daten durch Property Manager, rund 33 Prozent durch Facility Manager. Digitale Lösungen kommen seltener zum Einsatz: CAFM- sowie Energiemanagement- oder Smart-Metering-Systeme werden von jeweils knapp 30 Prozent genutzt, ESG-Softwareplattformen von gut einem Fünftel.
„Die Immobilienwirtschaft hat sich über viele Jahre mit heterogenen Datenbeständen und manuellen Prozessen arrangiert. Das funktioniert künftig immer weniger. Digitalisierung, Automatisierung und insbesondere der Einsatz von KI setzen voraus, dass Daten verlässlich, einheitlich definiert und damit nutzbar sind. Datenqualität wird so zu einer entscheidenden Voraussetzung, um die neuen Potenziale überhaupt heben zu können“, sagt Dr. Jochen Keysberg, CEO der Apleona Group.
Bei der Bereitstellung der Daten für Banken und Investoren zeigen sich weitere Hürden. Mit 70 Prozent werden uneinheitliche Datenanforderungen mit Abstand am häufigsten als Problem genannt. Jeder Zweite sieht zudem unklare Definitionen und Bezugsgrößen der KPIs als Herausforderung. Fehlende Daten auf Gebäudeebene sowie manuelle, fehleranfällige Übertragungsprozesse nennen jeweils rund 41 Prozent der Befragten.
Nachvollziehbarkeit als neuer Schlüsselfaktor
Der Handlungsdruck wächst: Banken und Aufsichtsbehörden erwarten zunehmend, dass die Herkunft und Verarbeitung risikorelevanter Daten nachvollziehbar sind – Stichwort Data Lineage. Dabei muss erkennbar sein, woher relevante Daten stammen und wie sie bis zu ihrer Verwendung verarbeitet oder verändert wurden. In der Immobilienwirtschaft ist das Thema laut Umfrage bereits angekommen: Knapp die Hälfte der Befragten kennt die steigenden Anforderungen und bereitet sich aktiv darauf vor. Weitere 30 Prozent sind damit vertraut, haben bislang jedoch noch keine Maßnahmen ergriffen.
Auch auf europäischer Ebene rücken einheitliche Gebäudedaten stärker in den Fokus. Die EU treibt ein digitales Gebäudelogbuch und entsprechende Standards voran. Parallel erprobt die Brancheninitiative Coalition-X eine vertrauenswürdige und maschinenlesbare Datensignierung zur Bestätigung der Echtheit. Der ZIA hat die Schirmherrschaft für die Initiative übernommen und Apleona gehört zu den Pilotpartnern, die die Echtheitssignierung von ESG-Gebäudedaten im Betrieb testen. Perspektivisch sollen die Daten damit auch für automatisierte Prozesse und KI-Anwendungen nutzbar werden.
„Wir brauchen klare Definitionen und verlässliche Echtheitszertifikate zwischen den Beteiligten. Daten sollten dort erhoben und gesiegelt werden, wo sie entstehen, und anschließend derart gesichert weitergegeben und genutzt werden können. Genau hier setzt Coalition-X an. Gleichzeitig wird das Thema durch KI noch dringlicher: Die Potenziale KI-gestützter Prozesse lassen sich nur auf Basis qualitativ hochwertiger und verlässlicher Daten vollständig ausschöpfen. Umgekehrt kann KI aber auch dabei helfen, die Datenqualität selbst zu verbessern, etwa indem Fehler bereits bei der Erfassung erkannt und korrigiert werden“, sagt Jochen Schenk, Vizepräsident des ZIA.
Panel auf der EXPO REAL
Die Ergebnisse der Umfrage werden am 6. Oktober im Rahmen des Panels „Erfolgsfaktor Gebäudedaten“ auf der EXPO REAL vorgestellt und diskutiert. Dr. Jochen Keysberg (Apleona Group), Jochen Schenk (ZIA), Jitka Steinmetz (Manova Partners) und Brigitte Bourscheidt (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben) diskutieren von 13:15 bis 14:30 Uhr im Konferenzraum B11 darüber, wie die Immobilienwirtschaft steigende Anforderungen an Gebäudedaten bewältigen kann und welche Rolle Digitalisierung, KI und Coalition-X dabei spielen. Moderiert wird die Runde von Nikolaus von Raggamby (RUECKERCONSULT).




