29.09.2026 Vision von Köln weiterbauen: Städtebauliche Lücke an Severinsbrücke
Deutz verändert sich wie kaum ein anderer Stadtteil. Mit dem Rheinboulevard hat Köln 2015 das Deutzer Rheinufer neu geöffnet. Derzeit wird er nach Norden bis zum Tanzbrunnen weitergeführt. Im Süden entsteht mit dem Deutzer Hafen ein neues Quartier mit etwa 3.000 Wohnungen, drei Parks, sieben Plätzen und zwei Kilometern Promenade. Dazwischen liegt am Brückenkopf der Severinsbrücke die Fläche an der Helenenwallstraße. Heute ist sie eine vom Verkehr umschlossene Restfläche. Künftig soll sie ein Stadtbaustein sein, der beide Entwicklungen verbindet.
Prof. Kaspar Kraemer, Architekt BDA und ehemaliger BDA-Präsident sieht die Chance, den „unternutzen“ Ort in einen Stadtbaustein von hoher Qualität zu verwandeln. „Seit Jahren im Masterplan Köln als Bebauungsfläche verankert, sollte diese Chance nun endlich auf ihre Ausdeutungsmöglichkeit durch ein Qualifizierungsverfahren untersucht werden.“ Auch die wichtigen Wirtschaftsmultiplikatoren Kölnmesse, Lanxess-Arena und die Wirtschaftsförderung befürworten die Entwicklung der Fläche und attestieren die Nachfrage an dem Standort.
Ein Plan für die ganze Stadt
Grundlage ist der Städtebauliche Masterplan Innenstadt. Das Büro Albert Speer + Partner hat ihn erarbeitet, und der Rat hat ihn am 5. Mai 2009 als „grundsätzliche Handlungsempfehlung und strategische Zielausrichtung für die zukünftige Entwicklung der Innenstadt" beschlossen. Der Rhein ist darin einer der großen Freiräume der Stadt, und die rechte Rheinseite ist ein eigener Interventionsraum. Die Helenenwallstraße weist der Masterplan als Bebauungsstandort am Brückenkopf aus. Die „Kölner Perspektiven 2030+", verabschiedet durch den Rat 2020, führen diesen Ansatz fort. Sie sehen zugleich eine Qualifizierung des Stadtraums und einen zusammenhängenden Grünraum am Rheinufer vor.
Dahinter steht ein klares Prinzip: Gewohnt wird dort, wo es ruhig ist. Arbeit, Versorgung und Kultur haben ihren Platz dort, wo die Stadt laut und lebendig ist. Der Deutzer Hafen ist ausdrücklich für eine starke Wohnfunktion vorgesehen. Die Helenenwallstraße liegt dagegen zwischen der Severinsbrücke mit werktäglich rund 74.000 Kraftfahrzeugen und der Siegburger Straße mit rund 17.000. Dort sollen ESG-konforme Büroflächen entstehen, außerdem ein Hotel mit rund 150 Zimmern, ein Lebensmittelmarkt mit Bäckerei, Gastronomie und Cafés, ein Fitnessangebot und Raum für Kultur, etwa ein kleiner Jazzclub. Viele dieser Angebote sind öffentlich zugänglich. Sie beleben den Ort zu unterschiedlichen Tageszeiten, verbessern die Nahversorgung und schaffen Arbeitsplätze.
Zugleich kann das Vorhaben den seit Langem geplanten Rheinuferpark zwischen Deutzer Brücke und Severinsbrücke wieder auf die Agenda setzen. Damit ließe sich das Rheinufer vom Rheinboulevard bis zum Deutzer Hafen als zusammenhängender Raum weiterdenken.
„Die Helenenwallstraße ist kein Einzelprojekt. Sie ist ein Baustein in einem langfristigen Entwicklungsplan, den Köln sich selbst gegeben hat – eine Perspektive, die Köln dringend braucht", sagt Henning Dumrese, Geschäftsführer der Dumrese Real Estate GmbH. „Eine positive Entscheidung schafft Auswahl: Ruhiges Wohnen im Deutzer Hafen, ein lebendiger Ort für Arbeit, Versorgung und Kultur am Brückenkopf und ein Rheinufer, das Deutz als Frei- und Grünraum verbindet und einen echten klimatischen Mehrwert schaffen kann. Das ist die Vision. Am 1. Oktober entscheidet die Politik, ob wir sie gemeinsam weiter ausarbeiten."
Sorgen ernst nehmen, Antworten belegen
Die Initiative „Grüner Park Deutz" hat nach Presseberichten 3.700 Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt. Die Vorhabenträgerin versteht die Sorgen der Nachbarschaft um Grün und Stadtklima, um Lärm und Verkehr. Deshalb wurden genau diese Fragen fachlich untersucht.
Stadtklima: Die mikroklimatische Untersuchung der Peutz Consult GmbH vom 7. Juli 2026 hält fest: „Die über das Plangebiet verlaufende Kaltluftströmung aus Südost fließt relativ ungenutzt in den Rhein. Auf Grund der Lage des Plangebietes am Ende der Leitbahn würde sich eine Bebauung des Plangebietes vermutlich positiv auf die umliegende Bebauung auswirken." Die relevante Windrichtung aus Südost wird auch im „Masterplan Stadtgrün“ dokumentiert. Nach der Planungshinweiskarte des Landesamts für Natur, Umwelt und Klima (LANUK) ist ein baulicher Eingriff „nur mit einer geringen klimatischen Veränderung für den Wirkraum verbunden".
Verkehrslärm: Die Lärmkarte NRW weist die Fläche überwiegend in den höchsten Belastungsklassen aus. Die Eignungsstudie Wohnen von Stottrop Stadtplanung vom 17. Juni 2026 kommt, auf Basis der zugrunde liegenden Gutachten zu Schall und Besonnung und der daraus folgenden bauphysikalischen Einschätzung zu dem Ergebnis: „Die dauerhafte Überschreitung der Lärmgrenzwerte und die unzureichende natürliche Belichtung in den relevanten Bereichen lassen in allen drei Baukörpern gesunde Wohnverhältnisse nicht zu."
Verkehr: Die verkehrliche Einordnung des Gutachtens von Inros Lackner beschreibt einen Standort, der „von stark befahrenen Verkehrsachsen umschlossen" ist. Hier verkehren täglich rund 74.000 Kraftfahrzeugen auf der Severinsbrücke (B55) bzw. 17.000 KFZ auf der Siegburger Straße. Für das Vorhaben wird ein Verkehrsgutachten erstellt, welches die Verträglichkeit nachweist. Das Vorhaben sieht rund 250 Stellplätze in einer Tiefgarage vor. Die oberirdischen Stellplätze entfallen.
Grünanlage: Die Frei- und Verkehrsfläche ist seit Jahren zu einem relevanten Teil versiegelt. Der bestehende Baumbestand wird – soweit er im Zuge einer Bebauung nicht erhalten wird – adäquat und möglichst im Umfeld ersetzt. Und mit der vorgesehenen Dach- und Fassadenbegrünung wird ein Mehr an ökologischer Vielfalt aufgebaut.
„Wir verstehen, dass Veränderung vor der eigenen Haustür Fragen aufwirft", sagt Dumrese. „Deshalb haben wir diese Fragen nicht mit Meinungen beantwortet, sondern mit Gutachten und machen weitere Zusagen. Sie zeigen: Die Vorteile für Deutz und für Köln überwiegen."
Wettbewerb konkretisiert die Lösungen
Viele Details werden erst in den folgenden Planungsphasen konkret. Eine Zustimmung am 1. Oktober eröffnet ein zweiphasiges Qualifizierungsverfahren mit vier bis fünf Architekturbüros, voraussichtlich aus Dänemark, den Niederlanden, Italien und Deutschland. Auch die Öffentlichkeit soll beteiligt werden. Die Teams sollen Lösungen erarbeiten für:
• Die konkrete Ausgestaltung des neuen Stadtbausteins mit vielfältiger, auch öffentlicher und kultureller Nutzung,
• die Gestaltung der Außenanlagen und des angrenzenden, öffentlichen Freiraums, einhergehend mit dem möglichen Erhalt und der Einbindung von Bestandsbäumen sowie Ersatz- und Neupflanzungen möglichst im unmittelbaren Umfeld,
• intensiv begrünte Dach- und Fassadenflächen sowie ein modernes Regenwassermanagement,
• die verkehrlichen Rahmenbedingungen, etwa als eine neue „Troisdorfer Allee", sowie
• sichere Fuß- und Radwege und eine bessere Fußgängerquerung zum Rhein und
• die Einbindung in das Rheinufer und den Übergang zum Deutzer Hafen.
Die Ergebnisse fließen in das Bauleitplanverfahren ein. Anforderungen an Freiraum, Begrünung, Wege und weitere Qualitäten können dort sowie in einem städtebaulichen Vertrag verbindlich gesichert werden.
Appell an die Politik
„Stadt heißt Weiterentwicklung", sagt Dumrese. „Aus einem Ort, an dem heute niemand verweilt, kann ein Stück Köln werden, das Deutz mit dem Rhein und mit dem Deutzer Hafen verbindet. Wir bitten die Politik, diesen Weg am 1. Oktober zu öffnen."
Prof. Kaspar Kraemer, Architekt BDA und ehemaliger BDA-Präsident sieht die Chance, den „unternutzen“ Ort in einen Stadtbaustein von hoher Qualität zu verwandeln. „Seit Jahren im Masterplan Köln als Bebauungsfläche verankert, sollte diese Chance nun endlich auf ihre Ausdeutungsmöglichkeit durch ein Qualifizierungsverfahren untersucht werden.“ Auch die wichtigen Wirtschaftsmultiplikatoren Kölnmesse, Lanxess-Arena und die Wirtschaftsförderung befürworten die Entwicklung der Fläche und attestieren die Nachfrage an dem Standort.
Ein Plan für die ganze Stadt
Grundlage ist der Städtebauliche Masterplan Innenstadt. Das Büro Albert Speer + Partner hat ihn erarbeitet, und der Rat hat ihn am 5. Mai 2009 als „grundsätzliche Handlungsempfehlung und strategische Zielausrichtung für die zukünftige Entwicklung der Innenstadt" beschlossen. Der Rhein ist darin einer der großen Freiräume der Stadt, und die rechte Rheinseite ist ein eigener Interventionsraum. Die Helenenwallstraße weist der Masterplan als Bebauungsstandort am Brückenkopf aus. Die „Kölner Perspektiven 2030+", verabschiedet durch den Rat 2020, führen diesen Ansatz fort. Sie sehen zugleich eine Qualifizierung des Stadtraums und einen zusammenhängenden Grünraum am Rheinufer vor.
Dahinter steht ein klares Prinzip: Gewohnt wird dort, wo es ruhig ist. Arbeit, Versorgung und Kultur haben ihren Platz dort, wo die Stadt laut und lebendig ist. Der Deutzer Hafen ist ausdrücklich für eine starke Wohnfunktion vorgesehen. Die Helenenwallstraße liegt dagegen zwischen der Severinsbrücke mit werktäglich rund 74.000 Kraftfahrzeugen und der Siegburger Straße mit rund 17.000. Dort sollen ESG-konforme Büroflächen entstehen, außerdem ein Hotel mit rund 150 Zimmern, ein Lebensmittelmarkt mit Bäckerei, Gastronomie und Cafés, ein Fitnessangebot und Raum für Kultur, etwa ein kleiner Jazzclub. Viele dieser Angebote sind öffentlich zugänglich. Sie beleben den Ort zu unterschiedlichen Tageszeiten, verbessern die Nahversorgung und schaffen Arbeitsplätze.
Zugleich kann das Vorhaben den seit Langem geplanten Rheinuferpark zwischen Deutzer Brücke und Severinsbrücke wieder auf die Agenda setzen. Damit ließe sich das Rheinufer vom Rheinboulevard bis zum Deutzer Hafen als zusammenhängender Raum weiterdenken.
„Die Helenenwallstraße ist kein Einzelprojekt. Sie ist ein Baustein in einem langfristigen Entwicklungsplan, den Köln sich selbst gegeben hat – eine Perspektive, die Köln dringend braucht", sagt Henning Dumrese, Geschäftsführer der Dumrese Real Estate GmbH. „Eine positive Entscheidung schafft Auswahl: Ruhiges Wohnen im Deutzer Hafen, ein lebendiger Ort für Arbeit, Versorgung und Kultur am Brückenkopf und ein Rheinufer, das Deutz als Frei- und Grünraum verbindet und einen echten klimatischen Mehrwert schaffen kann. Das ist die Vision. Am 1. Oktober entscheidet die Politik, ob wir sie gemeinsam weiter ausarbeiten."
Sorgen ernst nehmen, Antworten belegen
Die Initiative „Grüner Park Deutz" hat nach Presseberichten 3.700 Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt. Die Vorhabenträgerin versteht die Sorgen der Nachbarschaft um Grün und Stadtklima, um Lärm und Verkehr. Deshalb wurden genau diese Fragen fachlich untersucht.
Stadtklima: Die mikroklimatische Untersuchung der Peutz Consult GmbH vom 7. Juli 2026 hält fest: „Die über das Plangebiet verlaufende Kaltluftströmung aus Südost fließt relativ ungenutzt in den Rhein. Auf Grund der Lage des Plangebietes am Ende der Leitbahn würde sich eine Bebauung des Plangebietes vermutlich positiv auf die umliegende Bebauung auswirken." Die relevante Windrichtung aus Südost wird auch im „Masterplan Stadtgrün“ dokumentiert. Nach der Planungshinweiskarte des Landesamts für Natur, Umwelt und Klima (LANUK) ist ein baulicher Eingriff „nur mit einer geringen klimatischen Veränderung für den Wirkraum verbunden".
Verkehrslärm: Die Lärmkarte NRW weist die Fläche überwiegend in den höchsten Belastungsklassen aus. Die Eignungsstudie Wohnen von Stottrop Stadtplanung vom 17. Juni 2026 kommt, auf Basis der zugrunde liegenden Gutachten zu Schall und Besonnung und der daraus folgenden bauphysikalischen Einschätzung zu dem Ergebnis: „Die dauerhafte Überschreitung der Lärmgrenzwerte und die unzureichende natürliche Belichtung in den relevanten Bereichen lassen in allen drei Baukörpern gesunde Wohnverhältnisse nicht zu."
Verkehr: Die verkehrliche Einordnung des Gutachtens von Inros Lackner beschreibt einen Standort, der „von stark befahrenen Verkehrsachsen umschlossen" ist. Hier verkehren täglich rund 74.000 Kraftfahrzeugen auf der Severinsbrücke (B55) bzw. 17.000 KFZ auf der Siegburger Straße. Für das Vorhaben wird ein Verkehrsgutachten erstellt, welches die Verträglichkeit nachweist. Das Vorhaben sieht rund 250 Stellplätze in einer Tiefgarage vor. Die oberirdischen Stellplätze entfallen.
Grünanlage: Die Frei- und Verkehrsfläche ist seit Jahren zu einem relevanten Teil versiegelt. Der bestehende Baumbestand wird – soweit er im Zuge einer Bebauung nicht erhalten wird – adäquat und möglichst im Umfeld ersetzt. Und mit der vorgesehenen Dach- und Fassadenbegrünung wird ein Mehr an ökologischer Vielfalt aufgebaut.
„Wir verstehen, dass Veränderung vor der eigenen Haustür Fragen aufwirft", sagt Dumrese. „Deshalb haben wir diese Fragen nicht mit Meinungen beantwortet, sondern mit Gutachten und machen weitere Zusagen. Sie zeigen: Die Vorteile für Deutz und für Köln überwiegen."
Wettbewerb konkretisiert die Lösungen
Viele Details werden erst in den folgenden Planungsphasen konkret. Eine Zustimmung am 1. Oktober eröffnet ein zweiphasiges Qualifizierungsverfahren mit vier bis fünf Architekturbüros, voraussichtlich aus Dänemark, den Niederlanden, Italien und Deutschland. Auch die Öffentlichkeit soll beteiligt werden. Die Teams sollen Lösungen erarbeiten für:
• Die konkrete Ausgestaltung des neuen Stadtbausteins mit vielfältiger, auch öffentlicher und kultureller Nutzung,
• die Gestaltung der Außenanlagen und des angrenzenden, öffentlichen Freiraums, einhergehend mit dem möglichen Erhalt und der Einbindung von Bestandsbäumen sowie Ersatz- und Neupflanzungen möglichst im unmittelbaren Umfeld,
• intensiv begrünte Dach- und Fassadenflächen sowie ein modernes Regenwassermanagement,
• die verkehrlichen Rahmenbedingungen, etwa als eine neue „Troisdorfer Allee", sowie
• sichere Fuß- und Radwege und eine bessere Fußgängerquerung zum Rhein und
• die Einbindung in das Rheinufer und den Übergang zum Deutzer Hafen.
Die Ergebnisse fließen in das Bauleitplanverfahren ein. Anforderungen an Freiraum, Begrünung, Wege und weitere Qualitäten können dort sowie in einem städtebaulichen Vertrag verbindlich gesichert werden.
Appell an die Politik
„Stadt heißt Weiterentwicklung", sagt Dumrese. „Aus einem Ort, an dem heute niemand verweilt, kann ein Stück Köln werden, das Deutz mit dem Rhein und mit dem Deutzer Hafen verbindet. Wir bitten die Politik, diesen Weg am 1. Oktober zu öffnen."




