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28.09.2026 Warum Europas Gebäude anders genutzt werden, als sie geplant wurden

Eine Analyse von zwei Milliarden Aufzugsfahrten in 18 europäischen Städten belegt einen strukturellen Nutzungswandel in Wohn- und Bürogebäuden. Für Eigentümer, Verwalter und Betreiber verschiebt sich damit die zentrale Aufgabe vom Neubau zur Modernisierung des Bestands.

• Wohngebäude tragen Bürolasten. In Brüssel liegt die Aufzugsnutzung in Wohnhäusern mittags über der Pendlerspitze, 40 % der werktäglichen Fahrten fallen zwischen 10 und 16 Uhr. Das Zuhause ist zum Arbeitsplatz geworden.

• Gebäude laufen länger als der Arbeitstag. In London finden 17 % der Bürofahrten außerhalb der regulären Arbeitszeiten statt, der höchste Wert Europas.

• Die Auslastung schwankt drastisch. In Mailand fällt die Aufzugsnutzung im August auf 47 % eines Normalmonats. Das wirft die Frage auf, ob halb leere Gebäude weiter voll gewartet, geheizt und gekühlt werden.

• Bis zu 95 % des Gebäudebestands sind 2050 noch in Nutzung. Die Aufgabe heißt Anpassung, nicht Neubau.

• Modernisierung geht schnell. Ausgewählte Modernisierungspakete lassen sich in bereits nur einer Woche installieren* und halten die Ausfallzeit für Mieter und Eigentümer gering.

Deutschland, drei Städte, drei Beanspruchungsprofile

In Deutschland vollzieht sich derselbe Wandel in unterschiedlichem Tempo, mit unterschiedlichen Folgen für den Betrieb. Die drei größten im Datensatz vertretenen deutschen Städte fordern ihre Gebäude auf sehr verschiedene Weise.

Frankfurt läuft am gleichmäßigsten. Von allen analysierten Städten weist die Bankenmetropole die geringsten saisonalen Schwankungen auf, die Differenz zwischen aktivstem und ruhigstem Monat macht weniger als die Hälfte des europäischen Normalwerts aus. Für Eigentümer und Verwalter bedeutet das eine planbare Grundlast über das ganze Jahr, an der sich Wartungsintervalle, Energieeinsatz und Personalplanung verlässlich ausrichten lassen.

Hamburg beansprucht seine Anlagen weit über die Bürozeiten hinaus. Der Aufzugsverkehr am Samstagabend liegt 21 % über der durchschnittlichen nächtlichen Aktivität der Stadt und übertrifft sogar das Freitagsniveau, während europaweit meist der Freitag die Spitze setzt. Wo Wohn- und Ausgehnutzung am Wochenende zusammenfallen, tragen die Anlagen Lasten, die eine reine Werktagsauslegung nicht abbildet.

München ist der Referenzfall. Die Stadt bildet den europäischen Durchschnitt am genauesten ab und stellt damit den repräsentativsten Rhythmus des Kontinents dar. Für Bestandshalter mit Portfolios in mehreren Märkten ist München eine natürliche Referenz, an der sich Beanspruchung und Modernisierungsbedarf anderswo einordnen lassen.

Was bedeutet der beobachtbare Nutzungswandel für den Gebäudebetrieb?

Wohngebäude werden tagsüber zu Arbeitsplätzen, Bürogebäude bleiben über die Kernzeit hinaus aktiv, und die Auslastung ganzer Bestände schwankt im Jahresverlauf stärker, als es Wartungs-, Energie- und Bewirtschaftungskonzepte bislang abbilden.
Brüssel liefert das deutlichste Bild. Die Nutzung von Aufzügen in Wohngebäuden liegt dort zur Mittagszeit leicht über den üblichen Pendler-Spitzenzeiten, 40 % der werktäglichen Fahrten finden zwischen 10 und 16 Uhr statt. Das eigene Zuhause bleibt ein wichtiger Arbeitsort, mit entsprechenden Anforderungen an Anlagen, die einst für reine Wohnnutzung ausgelegt wurden. London steht für das andere Muster. 17 % aller Fahrten in Büroaufzügen fallen außerhalb der regulären Arbeitszeiten an, keine große europäische Büroflotte ist außerhalb der Kernzeit stärker in Betrieb.

Zugleich schwankt die Auslastung im Jahresverlauf erheblich. Keine Stadt leert sich so sehr wie Mailand, wo die Aufzugsnutzung im August auf 47 % eines Normalmonats sinkt, der stärkste saisonale Rückgang in Europa. Für Betreiber stellt sich damit eine konkrete Frage. Werden Gebäude, die einen Monat lang auf weniger als der halben Kapazität laufen, entsprechend gewartet, geheizt, gekühlt und bewirtschaftet, oder tragen sie unnötige Kosten und Emissionen.

Über allem steht ein struktureller Befund

Da voraussichtlich bis zu 95 % des heutigen europäischen Gebäudebestands auch 2050 noch genutzt werden, liegt die Aufgabe der Branche überwiegend in der Anpassung des Bestands, nicht im Neubau. Gebäude, die für frühere Arbeits- und Lebensmuster konzipiert wurden, müssen mit den veränderten Nutzungen Schritt halten, damit sie sicher, komfortabel und wirtschaftlich betreibbar bleiben.

Die Datenbasis dafür ist außergewöhnlich breit. KONE, ein weltweit führendes Unternehmen in der Aufzugs- und Rolltreppenbranche, hat fast zwei Milliarden Aufzugsfahrten in 18 europäischen Städten aus den letzten 12 Monaten ausgewertet, ohne die Verzerrungen umfragebasierter Erhebungen. In einem wachsenden Netzwerk aus mit der Cloud vernetzten Aufzügen wird jede Fahrt zwischen den Etagen gezählt. Täglich befördert KONE über zwei Milliarden Menschen mit seinen Anlagen weltweit.

Zitat Karla Lindahl, EVP für Europa bei KONE: „Unsere neuesten Daten zeigen die vielfältigen Arten, wie Menschen Gebäude in europäischen Städten nutzen. Ihnen ist gemeinsam, dass sie auf eine alte Gebäudeinfrastruktur angewiesen sind, von der der Großteil voraussichtlich auch im Jahr 2050 noch bestehen wird und die den sich ändernden Gewohnheiten gerecht werden muss. Unsere Erkenntnisse unterstreichen die Notwendigkeit, Gebäude zu modernisieren, um den Bewohnern weiterhin Sicherheit, Komfort und Effizienz zu bieten und dazu beizutragen, dass Städte auch in Zukunft funktionieren.Technologische Fortschritte ermöglichen weiterhin eine schnellere Modernisierung von Aufzügen in Gebäuden. Wir können die unverzichtbare Aufzugsinfrastruktur mittlerweile in nur einer Woche modernisieren, um Beeinträchtigungen zu minimieren und den Aktivitätsrhythmus der Städte aufrechtzuerhalten.“




























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