25.09.2026 Patrick-Henry-Village: Mehr Wohnraum durch Bauen im Bestand

Fotocredit: Christian Buck
Das Patrick-Henry-Village liegt rund fünf Kilometer südwestlich der Kernstadt von Heidelberg. Einst als militärischer Stützpunkt für die amerikanischen Streitkräfte genutzt, soll auf dem ehemaligen Konversionsgelände in den kommenden Jahren der 16. Heidelberger Stadtteil entstehen. Im Auftrag der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) wurden für die Entwicklung des neuen Wohnquartiers zwei Mehrfamilienhäuser-Komplexe umgebaut und aufgestockt.
Die Bestandsgebäude wurden in den 1950er Jahren errichtet und dienten als militärische Unterkunftsgebäude für Angehörige der amerikanischen Streitkräfte und ihre Familien. Nach deren Abzug standen die Gebäude seit 2014 leer. Ziel der als Generalunternehmer tätigen DIRINGER & SCHEIDEL Bauunternehmung und ihrer Partner war es daher, die Gebäude durch verschiedene Umbau- und Aufstockungsarbeiten in modernen Wohnraum zu transformieren.
Ganzheitliche Nachhaltigkeit – Bauen im Bestand statt Neubau
An den ursprünglichen dreigeschossigen Bestandsgebäuden mit jeweils 27 Wohnungen wurde daher umfassend gearbeitet. Neben Umbau- und Rohbauarbeiten beinhaltete die Maßnahme auch Abbrucharbeiten und die Aufstockung um zwei Geschosse.
Doch wieso die Entscheidung für Umbau und Aufstockung statt Neubau? Einen wesentlichen Grund dafür sah das ausführende Architekturbüro ap88 aus Heidelberg in der bereits im Bestand gebundenen sogenannten grauen Energie. Diese konnte durch die Weiterentwicklung der bestehenden Gebäude zum größten Teil erhalten werden.
Gleichzeitig wurde der Verbrauch von Ressourcen und CO2 im Vergleich zu einem konventionellen Ersatzneubau drastisch reduziert. Ergänzt wird dieses zirkuläre Konzept durch eine konsequente Holzbauweise bei der Aufstockung, hocheffiziente Photovoltaikanlagen auf den neuen Dachflächen, eine emissionsarme Fernwärmeversorgung sowie den bewussten Erhalt der Grün- und Freiflächen im Quartier. Für die zweigeschossige Aufstockung fiel die Wahl auf eine Holzkonstruktion.
Neben dem geringen Eigengewicht sorgt der Baustoff für ein angenehmes Raumklima und ermöglicht die Erfüllung moderner energetischer Standards. Mit der Planung und Umsetzung der Zimmer- und Holzbauarbeiten wurde die CECON Buildings GmbH beauftragt. Ausgeführt wurden die Aufstockungsarbeiten von HAMMER Holzbautechnik aus Fichtenberg. Die Bruttogeschossfläche der Aufstockung beträgt rund 860m2 je Geschoss. Damit ist jedes der neuen Geschosse etwa 140m2 größer als die darunterliegenden Bestandsgeschosse. Insgesamt entstanden somit allein in der Holzaufstockung zwölf neue Wohnungen.
Ein wesentlicher Vorteil der gewählten Holzbauweise lag in der hohen Vorfertigungstiefe. Rund 90 Prozent der Arbeiten an den Wandelementen konnten bereits im Werk ausgeführt werden. Neben dem gedämmten und beplanktem Ständerwerk wurden unter anderem Fenster, Fensterbänke, Rollläden, Fassadenbekleidungen, französische Balkongeländer sowie Elektro-Leerrohre und Hohlraumdosen schon werkseitig integriert. Damit kamen weitgehend fertig ausgebaute Teile auf die Baustelle.
Gerade bei einer Aufstockung im Bestand zeigt sich der Vorteil dieser Vorgehensweise deutlich: Das geringe Eigengewicht der Holzkonstruktion reduziert die zusätzlichen Lasten auf den vorhandenen Baukörper, während der hohe Vorfertigungsgrad die Bauzeit und den Umfang der Arbeiten vor Ort reduziert.
Digitale Planung als Grundlage
Bereits in der Vorbereitung der Bauarbeiten waren zahlreiche Besonderheiten des Bestands zu berücksichtigen. Eine wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung der Aufstockung war daher die frühzeitige Einbindung des Holzbauunternehmens in die Planung. Noch vor Erteilung der Baugenehmigung wurde das Unternehmen in die Entwicklung der Konstruktion und die Abstimmung mit den beteiligten Planern einbezogen. Von besonderer Bedeutung war dabei die präzise Bestandsaufnahme.
Als Grundlage für die Werk- und Montageplanung stand ein vollständiger 3D-Laserscan des bestehenden Gebäudes zur Verfügung. So konnte die Aufstockung auf Basis der tatsächlichen Gebäudegeometrie digital konstruiert werden. Dank einer durchgängigen digitalen Planung (BIM) konnten sämtliche Wand-, Decken- und Dachelemente im Sinne eines „Digital Twin“ detailliert geplant und werkseitig unter anderem mit Dämmung, Fenstern und integrierten Leitungstrassen ausgestattet werden.
Der hohe Vorfertigungsgrad ermöglichte es, die eigentliche Montagezeit vor Ort auf wenige Tage pro Gebäude zu reduzieren. Insgesamt dauerte der Aufbau der zwei neuen Geschosse so etwa sechs Wochen. Gleichzeitig wurde die Baustellenlogistik optimiert und eine weitgehend witterungsunabhängige Ausführungsqualität sichergestellt.
Vorbildcharakter weit über Heidelberg hinaus
Das Patrick-Henry-Village zeigt exemplarisch, wie durch intelligente und architektonisch anspruchsvolle Nachverdichtung im Bestand dringend benötigter Wohnraum im urbanen Raum geschaffen werden kann, ohne zusätzliche Flächen zu versiegeln. Gleichzeitig wird der Ressourcenaufwand gegenüber einem konventionellen Neubau auf grüner Weise so deutlich reduziert.
Das Projekt liefert damit einen Lösungsansatz für die Herausforderungen der zeitgenössischen Wohnraumentwicklung und der Klimawende: Die Weiterentwicklung bestehender Strukturen, kombiniert mit digitaler Planung, hoher Vorfertigung und ressourcenschonenden Baustoffen, ermöglicht eine nachhaltige Transformation vorhandener Gebäude.
Die insgesamt 58 neuen Wohneinheiten sind seit September 2026 bezugsbereit.
Die Bestandsgebäude wurden in den 1950er Jahren errichtet und dienten als militärische Unterkunftsgebäude für Angehörige der amerikanischen Streitkräfte und ihre Familien. Nach deren Abzug standen die Gebäude seit 2014 leer. Ziel der als Generalunternehmer tätigen DIRINGER & SCHEIDEL Bauunternehmung und ihrer Partner war es daher, die Gebäude durch verschiedene Umbau- und Aufstockungsarbeiten in modernen Wohnraum zu transformieren.
Ganzheitliche Nachhaltigkeit – Bauen im Bestand statt Neubau
An den ursprünglichen dreigeschossigen Bestandsgebäuden mit jeweils 27 Wohnungen wurde daher umfassend gearbeitet. Neben Umbau- und Rohbauarbeiten beinhaltete die Maßnahme auch Abbrucharbeiten und die Aufstockung um zwei Geschosse.
Doch wieso die Entscheidung für Umbau und Aufstockung statt Neubau? Einen wesentlichen Grund dafür sah das ausführende Architekturbüro ap88 aus Heidelberg in der bereits im Bestand gebundenen sogenannten grauen Energie. Diese konnte durch die Weiterentwicklung der bestehenden Gebäude zum größten Teil erhalten werden.
Gleichzeitig wurde der Verbrauch von Ressourcen und CO2 im Vergleich zu einem konventionellen Ersatzneubau drastisch reduziert. Ergänzt wird dieses zirkuläre Konzept durch eine konsequente Holzbauweise bei der Aufstockung, hocheffiziente Photovoltaikanlagen auf den neuen Dachflächen, eine emissionsarme Fernwärmeversorgung sowie den bewussten Erhalt der Grün- und Freiflächen im Quartier. Für die zweigeschossige Aufstockung fiel die Wahl auf eine Holzkonstruktion.
Neben dem geringen Eigengewicht sorgt der Baustoff für ein angenehmes Raumklima und ermöglicht die Erfüllung moderner energetischer Standards. Mit der Planung und Umsetzung der Zimmer- und Holzbauarbeiten wurde die CECON Buildings GmbH beauftragt. Ausgeführt wurden die Aufstockungsarbeiten von HAMMER Holzbautechnik aus Fichtenberg. Die Bruttogeschossfläche der Aufstockung beträgt rund 860m2 je Geschoss. Damit ist jedes der neuen Geschosse etwa 140m2 größer als die darunterliegenden Bestandsgeschosse. Insgesamt entstanden somit allein in der Holzaufstockung zwölf neue Wohnungen.
Ein wesentlicher Vorteil der gewählten Holzbauweise lag in der hohen Vorfertigungstiefe. Rund 90 Prozent der Arbeiten an den Wandelementen konnten bereits im Werk ausgeführt werden. Neben dem gedämmten und beplanktem Ständerwerk wurden unter anderem Fenster, Fensterbänke, Rollläden, Fassadenbekleidungen, französische Balkongeländer sowie Elektro-Leerrohre und Hohlraumdosen schon werkseitig integriert. Damit kamen weitgehend fertig ausgebaute Teile auf die Baustelle.
Gerade bei einer Aufstockung im Bestand zeigt sich der Vorteil dieser Vorgehensweise deutlich: Das geringe Eigengewicht der Holzkonstruktion reduziert die zusätzlichen Lasten auf den vorhandenen Baukörper, während der hohe Vorfertigungsgrad die Bauzeit und den Umfang der Arbeiten vor Ort reduziert.
Digitale Planung als Grundlage
Bereits in der Vorbereitung der Bauarbeiten waren zahlreiche Besonderheiten des Bestands zu berücksichtigen. Eine wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung der Aufstockung war daher die frühzeitige Einbindung des Holzbauunternehmens in die Planung. Noch vor Erteilung der Baugenehmigung wurde das Unternehmen in die Entwicklung der Konstruktion und die Abstimmung mit den beteiligten Planern einbezogen. Von besonderer Bedeutung war dabei die präzise Bestandsaufnahme.
Als Grundlage für die Werk- und Montageplanung stand ein vollständiger 3D-Laserscan des bestehenden Gebäudes zur Verfügung. So konnte die Aufstockung auf Basis der tatsächlichen Gebäudegeometrie digital konstruiert werden. Dank einer durchgängigen digitalen Planung (BIM) konnten sämtliche Wand-, Decken- und Dachelemente im Sinne eines „Digital Twin“ detailliert geplant und werkseitig unter anderem mit Dämmung, Fenstern und integrierten Leitungstrassen ausgestattet werden.
Der hohe Vorfertigungsgrad ermöglichte es, die eigentliche Montagezeit vor Ort auf wenige Tage pro Gebäude zu reduzieren. Insgesamt dauerte der Aufbau der zwei neuen Geschosse so etwa sechs Wochen. Gleichzeitig wurde die Baustellenlogistik optimiert und eine weitgehend witterungsunabhängige Ausführungsqualität sichergestellt.
Vorbildcharakter weit über Heidelberg hinaus
Das Patrick-Henry-Village zeigt exemplarisch, wie durch intelligente und architektonisch anspruchsvolle Nachverdichtung im Bestand dringend benötigter Wohnraum im urbanen Raum geschaffen werden kann, ohne zusätzliche Flächen zu versiegeln. Gleichzeitig wird der Ressourcenaufwand gegenüber einem konventionellen Neubau auf grüner Weise so deutlich reduziert.
Das Projekt liefert damit einen Lösungsansatz für die Herausforderungen der zeitgenössischen Wohnraumentwicklung und der Klimawende: Die Weiterentwicklung bestehender Strukturen, kombiniert mit digitaler Planung, hoher Vorfertigung und ressourcenschonenden Baustoffen, ermöglicht eine nachhaltige Transformation vorhandener Gebäude.
Die insgesamt 58 neuen Wohneinheiten sind seit September 2026 bezugsbereit.




