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25.09.2026 Corporate Real Estate wird strategischer Partner von Unternehmen

Komplexität wird zum Normalzustand und Corporate Real Estate Management (CREM) übernimmt eine zunehmend strategische Rolle in Unternehmen. Das ist eine der zentralen Erkenntnisse des diesjährigen EMEA Summit von CoreNet Global (CNG), der vom 8. bis 10. September erstmals in München stattfand. Unter dem Leitmotiv „Beyond the Horizon: From Complexity to Clarity“ diskutierten internationale Corporate Real Estate-Experten, wie sich Immobilienstrategien angesichts geopolitischer Unsicherheiten, technologischer Veränderungen und neuer Anforderungen an Arbeitswelten weiterentwickeln müssen.

„Corporate Real Estate wird heute weit über Flächen, Standorte und Kosten hinaus gedacht. Immobilienentscheidungen müssen einen messbaren Beitrag zu den übergeordneten Unternehmenszielen leisten, und zwar zur Resilienz ebenso wie zur Gewinnung von Talenten, zur Unternehmenskultur und zur Leistungsfähigkeit einer Organisation“, so Lina Scherer, Präsidentin des Central Europe Chapter von CNG. „Der Summit in München hat sehr deutlich gezeigt, wie stark sich damit das Selbstverständnis unserer Profession verändert.“

Resilienz rückt stärker in den Fokus

Geopolitische Entwicklungen, Energieversorgung, Klimafragen und demografische Veränderungen beeinflussen zunehmend auch Immobilienentscheidungen. Unternehmen müssen ihre Portfolios deshalb stärker darauf ausrichten, auf unterschiedliche Entwicklungen reagieren zu können. Szenario-Planung und flexible Strategien gewinnen entsprechend an Bedeutung.

Für CRE-Verantwortliche bedeutet dies, nicht mehr nur auf Veränderungen zu reagieren. Vielmehr geht es darum, mögliche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, unterschiedliche Szenarien durchzuspielen und Immobilienportfolios so aufzustellen, dass sie die Handlungsfähigkeit des Unternehmens unterstützen.

„Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass wir nicht mehr von einer Rückkehr zu langfristig stabilen Rahmenbedingungen ausgehen können“, so Scherer. „Die entscheidende Fähigkeit wird deshalb sein, auch unter Unsicherheit gute Entscheidungen zu treffen. Dafür brauchen Unternehmen belastbare Daten, verschiedene Szenarien und Immobilienstrategien, die sich an veränderte Bedingungen anpassen können.“

Von der Fläche zum Ergebnis

Eine weitere zentrale Entwicklung ist der veränderte Blick auf den Arbeitsplatz. Statt allein zu fragen, wie viel Fläche ein Unternehmen benötigt, rückt stärker in den Mittelpunkt, was diese Fläche für das Unternehmen leisten soll. Arbeitswelten werden damit zunehmend unter Gesichtspunkten wie Produktivität, Zusammenarbeit, Unternehmenskultur, Mitarbeiterbindung und Nutzererfahrung betrachtet.

Gerade angesichts hybrider Arbeitsmodelle bleibt dabei der Mensch im Mittelpunkt. Persönliche Begegnung, Zugehörigkeit und gemeinsame Identität gewinnen an Bedeutung. Die Aufgabe von Corporate Real Estate besteht damit zunehmend darin, Orte zu schaffen, die einen erkennbaren Mehrwert gegenüber dem rein digitalen Arbeiten bieten.

„Die Diskussion über die Zukunft des Büros ist längst keine reine Flächendiskussion mehr“, führt Scherer aus. „Entscheidend ist, welchen Beitrag ein Ort zu Zusammenarbeit, Identifikation und Performance leisten kann. Technologie wird dabei immer wichtiger, sie ersetzt aber nicht die menschliche Verbindung.“

KI verändert Entscheidungen im Corporate Real Estate

Entsprechend großen Raum nahm in München die zunehmende Bedeutung von Künstlicher Intelligenz ein. KI beeinflusst bereits heute unter anderem Workplace-Strategien, Portfolioanalysen, Prognosen und Entscheidungsprozesse. Der technologische Fortschritt erhöht zugleich die Anforderungen an die Qualität und Interpretation von Daten. Denn Daten allein schaffen noch keinen Mehrwert.

Entscheidend ist, sie in den jeweiligen Unternehmenskontext einzuordnen und daraus konkrete Handlungsoptionen abzuleiten. Damit verändern sich auch die Anforderungen an CRE-Teams. Neben Immobilienkompetenz werden zunehmend technologische Fähigkeiten sowie ein tieferes Verständnis der Geschäftsmodelle und strategischen Ziele des eigenen Unternehmens erforderlich.

Corporate Real Estate rückt näher an das Kerngeschäft

Die Entwicklungen führen nach Einschätzung von CoreNet Global dazu, dass Corporate Real Estate enger mit anderen Unternehmensbereichen zusammenarbeitet. Immobilienentscheidungen berühren heute Fragen der Unternehmensstrategie, Personalgewinnung, Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Energieversorgung und Business Continuity gleichermaßen.

„Für mich ist das eine der wichtigsten Botschaften aus München: Corporate Real Estate sitzt immer häufiger mit am Tisch, wenn strategische Unternehmensentscheidungen getroffen werden“, resümiert Scherer. „Unsere Aufgabe ist es, globale Entwicklungen zu verstehen und daraus konkrete Entscheidungen für Standorte, Portfolios und Arbeitswelten abzuleiten. Wer Technologie, Daten und menschliche Bedürfnisse zusammendenkt, kann Corporate Real Estate zu einem echten strategischen Werttreiber machen.“

Der CoreNet Global EMEA Summit fand vom 8. bis 10. September 2026 in München statt. Im Mittelpunkt standen unter anderem Strategie und Portfoliomanagement, Workplace, Nachhaltigkeit, Technologie und Leadership. 2027 findet der EMEA Summit vom 20. bis 22. September in London statt.

























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