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23.09.2026 Berliner Zinshausmarkt zeigt Stärke trotz politischer Richtungsdebatten

Der Berliner Markt für Wohn- und Geschäftshäuser hat im Verlauf des ersten Halbjahres 2026 spürbar an Dynamik gewonnen. Die aktuellen Zahlen des Gutachterausschusses zeigen eine deutlich steigende Transaktionsaktivität, höhere Durchschnittsvolumina und ein starkes zweites Quartal. Gleichzeitig rückt nach der Berliner Abgeordnetenhauswahl die Frage in den Mittelpunkt, unter welchen politischen Rahmenbedingungen künftig gebaut, investiert und modernisiert werden kann.

Mehr Abschlüsse und größere Transaktionen prägen das zweite Quartal

Während das erste Quartal noch von Zurückhaltung geprägt war, entwickelte sich das zweite Quartal deutlich dynamischer. Die Zahl der Verkäufe stieg von 125 auf 168 Transaktionen. Das Umsatzvolumen erhöhte sich von rund 411 Millionen Euro auf rund 775 Millionen Euro. Auch das durchschnittliche Volumen pro Transaktion legte deutlich zu, von rund 3,3 Millionen Euro auf rund 4,6 Millionen Euro.

„Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass Käufer und Verkäufer zusammenfinden. Besonders bemerkenswert ist, dass nicht nur die Zahl der Abschlüsse steigt, sondern auch die durchschnittlichen Transaktionsgrößen. Das spricht für ein resilientes Vertrauen in den Markt“, sagt Benjamin Rogmans, Geschäftsführer und Leiter Investment Wohn- und Geschäftshäuser bei Engel & Völkers Commercial Berlin.

Der klassische Zinshausmarkt bleibt stabil

Auf den ersten Blick liegt das Transaktionsvolumen des ersten Halbjahres unter dem Vorjahresniveau. Wesentlicher Grund dafür ist jedoch das deutlich geringere Paketgeschäft. Der klassische Berliner Wohn- und Geschäftshausmarkt zeigte sich deutlich konsistenter. Ohne Pakettransaktionen wurden rund 1,19 Milliarden Euro umgesetzt und damit nahezu das Vorjahresniveau erreicht.

„Wer ausschließlich auf das Gesamtvolumen blickt, übersieht die eigentliche Entwicklung. Der klassische Markt für Wohn- und Geschäftshäuser funktioniert. Die Preisfindung ist in vielen Fällen abgeschlossen“, so Benjamin Rogmans.
Diese Entwicklung überrascht nicht. Während andere gewerbliche Nutzungsarten weiterhin unter strukturellen Veränderungen leiden, profitiert die Assetklasse Wohnen von ihrer langfristigen Stabilität.

Die Aufholjagd kommt inzwischen aus vielen Bezirken

Besonders interessant ist, dass die positive Entwicklung längst nicht mehr nur in einzelnen Toplagen sichtbar wird.

Zu den stärksten Umsatzgewinnern im ersten Halbjahr 2026 zählen insbesondere Spandau (+71,8 Prozent), Steglitz (+65,8 Prozent), Köpenick (+54,2 Prozent), Lichtenberg (+47,9 Prozent) und Reinickendorf (+44,1 Prozent). Gleichzeitig zählen Mitte, Tempelhof und Prenzlauer Berg weiterhin zu den umsatzstärksten Berliner Investmentstandorten.

Damit zeigt sich eine typische Entwicklung für eine Marktbelebung: Investoren konzentrieren sich nicht mehr ausschließlich auf wenige Core-Lagen, sondern suchen wieder verstärkt Chancen in den unterschiedlichsten Berliner Teilmärkten.

Wahl schafft neue politische Realität

Mit dem Wahlergebnis beginnt für den Berliner Immobilienmarkt eine neue politische Phase. Aus Sicht der Marktteilnehmer wird nun entscheidend sein, welche wohnungs- und wirtschaftspolitischen Leitplanken die neue Koalition tatsächlich setzt.
„Berlin hat demokratisch gewählt. Das Wahlergebnis wird von vielen Marktteilnehmern kritisch bewertet. Entscheidend für die kommenden Jahre ist jetzt jedoch nicht die Wahlnacht, sondern die tatsächliche Koalition und der Koalitionsvertrag. Besonders relevant ist, welche Bedingungen künftig für Neubau, Modernisierung und Investitionen gelten werden“, sagt Benjamin Rogmans.

Der Bedarf an zusätzlichem Wohnraum ist unverändert hoch. Gleichzeitig stehen Projektentwickler und Investoren weiterhin vor hohen Baukosten, anspruchsvollen Finanzierungsbedingungen und umfangreichen regulatorischen Anforderungen.
„Die Berliner Wohnungsfrage wird nicht durch politische Positionen gelöst, sondern durch zusätzliche Wohnungen. Die entscheidende Frage lautet, unter welchen Rahmenbedingungen künftig gebaut, finanziert und modernisiert wird.“

Berlin bleibt Berlin

Unabhängig von der politischen Zusammensetzung des künftigen Senats haben sich für Bestandsinvestoren die fundamentalen Stärken des Standorts nicht verändert.
Berlin ist Hauptstadt, Regierungssitz, Wissenschaftsstandort, Start-up-Metropole und Heimat zahlreicher nationaler und internationaler Unternehmen. Die Stadt zieht Talente, Gründer, Investoren, Studierende und Fachkräfte aus dem In- und Ausland an. Diese strukturellen Stärken sind durch ein Wahlergebnis weder größer noch kleiner geworden.

Ausblick

Die aktuellen Marktdaten bestätigen die hohe Stabilität des Berliner Zinshausmarktes. Mehr Abschlüsse, steigende Durchschnittsgrößen und eine breitere Marktaktivität sprechen für ein belastbares Investmentumfeld.

„Die Fundamentaldaten der Stadt sind intakt. Deshalb beobachten wir aktuell keine Frage, ob in Berlin investiert wird, sondern zu welchen Rahmenbedingungen. Die eigentliche Bewährungsprobe der kommenden Jahre wird sein, ob die politischen Rahmenbedingungen künftig mit den ökonomischen Realitäten des Wohnungsbaus Schritt halten. Daran wird sich die neue Regierung messen lassen müssen.“


























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