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18.09.2026 Parkraum wird zur messbaren Assetklasse

Der Parkplatz wird digitale Infrastruktur: Sieben Jahre nach der Gründung bewirtschaftet das Münchner Technologieunternehmen Wemolo heute europaweit 4.000 Parkflächen mit rund 370.000 Stellplätzen. Knapp zwei Milliarden Parkvorgänge hat das Unternehmen seit 2019 digital abgewickelt, 2,5 Millionen kommen inzwischen an jedem einzelnen Tag hinzu.

Was 2019 als Werkzeug gegen Fremdparker auf Supermarktparkplätzen begann, ist damit zu einem der größten digital gesteuerten Stellplatzportfolios Europas geworden; Wemolo ist heute europäischer Marktführer für schrankenloses Parkraummanagement. Zu den Kunden zählen Einzelhändler wie Aldi und Edeka, Immobilienunternehmen wie die Defama Deutsche Fachmarkt AG und HIH Real Estate sowie Kommunen, Kliniken und Gastronomieketten.

„4.000 Parkflächen bedeuten 4.000 Standorte, an denen Eigentümer und Betreiber heute wissen, was auf ihren Flächen passiert. Vor fünf Jahren wusste das praktisch niemand", sagt Jakob Bodenmüller, CEO und Mitgründer von Wemolo. „Der Parkplatz war die letzte unbewirtschaftete Fläche der Immobilie. Jetzt wird er gesteuert wie jede andere Assetklasse: mit Auslastungsdaten, Erlösmodellen und messbarer Performance."

11.000 Kameras statt Schranken und Kassenpersonal

Grundlage des Wachstums ist ein System, das ohne Schranken, Tickets und Personal vor Ort auskommt. 11.000 Kameras erfassen an den Standorten die Kennzeichen ein- und ausfahrender Fahrzeuge. Die KI-basierte Auswertung prüft Parkberechtigungen, steuert Bezahlvorgänge und liefert Betreibern Auslastungsdaten in Echtzeit. Für Eigentümer entfallen Wartungskosten für Schrankenanlagen und Personalkosten für Kontrollen, Nutzer parken ohne Ticket und ohne Wartezeit an der Ausfahrt.

Die Skalierung zeigt sich in der Dichte der Datenpunkte: Rechnerisch wird jeder von Wemolo bewirtschaftete Stellplatz im Schnitt knapp siebenmal pro Tag neu belegt.

Parkdaten verändern Standortentscheidungen

Aus den Parkvorgängen entsteht ein Datenbestand, den es für Außenflächen bislang in dieser Breite nicht gab: Auslastung nach Uhrzeit und Wochentag, Verweildauern, Frequenzmuster, Anteil von Fremdparkern, Nachfragespitzen im Jahresverlauf. Einzelhändler nutzen die Auswertungen für Personalplanung und Öffnungszeiten, Asset und Property Manager für Flächendimensionierung, Nebenkostensteuerung und ESG-Reporting.

„Parkdaten sind Standortdaten", sagt Dominic Winkler, Head of Sales & Business Development Real Estate bei Wemolo. „Wer weiß, wie stark und von wem eine Fläche genutzt wird, kann die Attraktivität des Standorts besser beurteilen und bessere Entscheidungen treffen: Mietermix, Revitalisierungen, Investitionen wie Ladesäulen oder die Weitervermietung freier Kapazitäten an externe Kurz- oder Langzeitparker. Ein Supermarktparkplatz, der nach Ladenschluss leer steht, ist kein Parkplatzproblem, sondern eine ungenutzte Ertragsquelle."

Wie groß die Reserven im laufenden Betrieb sein können, zeigt eine aggregierte Zwölfmonatsauswertung der deutschen Standorte mit digitaler Parkraumkontrolle: Auf den überwiegend handelsgenutzten Flächen lag die durchschnittliche Auslastung während der Öffnungszeiten bei rund 30 Prozent. Wo vor Ort entsprechende Nachfrage besteht, erschließen Modelle wie das Feierabendparken zusätzliche Nutzungszeiten: Anwohner können Supermarktparkplätze nach Ladenschluss buchen. Entsprechende Angebote hat Wemolo zuletzt mit Aldi Süd in Krefeld, München, Augsburg und im Allgäu gestartet.

Vom Kostenfaktor zur Assetklasse

Für die Immobilienwirtschaft verschiebt sich damit die Rolle des Parkraums. Statische Stellplatzflächen, die in der Bewertung als Kostenfaktor liefen, werden zu steuerbaren Objekten mit eigener Erlös- und Datenlogik. Vier Bausteine greifen dabei ineinander. Das Parkraummanagement hält teuer hergestellte Flächen für ihren Geschäftszweck frei: Zeitfenster und Berechtigungen richten sich nach der tatsächlichen Nutzung, vom Einkauf bis zum Fitnessstudio-Besuch, auch in Mixed-Use-Objekten mit unterschiedlichen Kontingenten je Mieter. Digitales Bezahlparken erschließt kommerziell genutzte Flächen und Parkhäuser ohne Schranken und Automatenstau.

Freie Kontingente lassen sich vermieten, an Anwohner ohne eigenen Stellplatz ebenso wie an Kurz- und Langzeitparker. Für Eigentümer entsteht Erlös aus einer Fläche, die ohnehin gebaut und unterhalten wird, und Städte werden beim Parkdruck entlastet, ohne dass neue Flächen versiegelt werden. Und mit dem 360-Grad-Flächenmonitoring geht der Blick über das Parken hinaus: Kameras erfassen den Zustand der gesamten Außenfläche, erstellen bei Schäden, Schnee oder Müll automatisch Tickets an die zuständigen Dienstleister und dokumentieren, wie schnell erledigt wurde. Gerade Asset und Property Manager, die viele Objekte aus der Distanz steuern, erhalten damit erstmals belastbare Nachweise über Objektqualität und Dienstleisterleistung. Das Tempo will Wemolo halten: In seinen fünf Märkten Deutschland, Österreich, Schweiz, Polen und Italien baut das Unternehmen das Portfolio weiter aus.























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