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18.09.2026 Stabile Nachfrage bei Gewerbe- und Handwerkerparks

Gewerbe- und Handwerkerparks entwickeln sich trotz des weiterhin anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfelds stabil und gewinnen auf Nutzer-, Investment- und Finanzierungsseite weiter an Bedeutung. Maßgebliche Treiber sind die breite Nutzerstruktur, flexible Flächenkonzepte, eine urbane Lage und eine hohe Drittverwendungsfähigkeit sowie die zunehmende Professionalisierung des Segments.

Zu diesem Ergebnis kamen Sven Carstensen MRICS, Geschäftsführer von bulwiengesa, Henning Nietz, Geschäftsführer von SQUARE PARKS, Andreas Pfaff, Bereichsleiter Inland Nord/West der Berlin Hyp, und Niklas Räther, Executive Director und Head of Investment Germany bei AEW Invest, in einem von RUECKERCONSULT organisierten Webinar mit dem Titel: „Resilient durch Vielfalt: Mit Gewerbeparks und Gewerbehöfen stabil durch die Krise“.

Gewerbeparks und Gewerbehöfe etablieren sich zunehmend als Neubauprodukt
Sven Carstensen, Geschäftsführer von bulwiengesa, sagt: „Wir kommen bei Gewerbeparks und bei Gewerbehöfen traditionell stark aus der Bestandsimmobilie und aus der Nachnutzung ehemaliger Industrieareale. Inzwischen sehen wir jedoch, dass sich das Segment sukzessive auch im Neubau etabliert. Gleichzeitig bleiben Nachfrage und Mietertreue stabil, während das Flächenangebot begrenzt ist. Die Mieten entwickeln sich daher schrittweise weiter nach oben.“

Im ersten Halbjahr 2026 wurden laut bulwiengesa rund 284.400 Quadratmeter Gewerbeparkflächen fertiggestellt. Auch die Vermietung bleibt stabil: Der Flächenumsatz lag im ersten Halbjahr 2026 bei rund 325.800 Quadratmetern. Für das Gesamtjahr erwartet bulwiengesa steigende Umsätze bei weiterhin stabiler Nachfrage und sukzessiv steigenden Mieten.

Breite Nutzerstruktur stützt die Resilienz

Henning Nietz, Geschäftsführer von SQUARE PARKS, sagt: „Wir sehen kein einzelnes Nutzercluster, von dem Gewerbeparks abhängig sind. Unsere Mieter kommen aus dem Handwerk und dem produzierenden Gewerbe ebenso wie aus E-Commerce, Last Mile oder technologieorientierten Bereichen. Genau diese Branchenvielfalt sorgt dafür, dass wir auf Objektebene kaum Klumpenrisiken haben und wirtschaftliche Schwankungen besser ausgleichen können.“

SQUARE PARKS entwickelt überwiegend Halleneinheiten zwischen etwa 400 und 1.500 Quadratmetern mit ergänzenden Büroflächen. Diese können für Produktion, Lagerung oder teilweise auch Showroom-Nutzungen eingesetzt werden. Neben der Flächenflexibilität gewinnen nach Angaben von Nietz eine hochwertige Bauweise, moderne Gebäudetechnik sowie die urbane Lage als wichtiges Kriterium der Erreichbarkeit für Mitarbeiter, Kunden und Zulieferer an Bedeutung.

Investoren setzen auf Drittverwendungsfähigkeit und Standortqualität

Aus Sicht institutioneller Investoren ergänzen urban gelegene Gewerbeparks klassische Logistikimmobilien insbesondere dort, wo kleinere und flexiblere Flächengrößen gefragt sind. Niklas Räther, Executive Director und Head of Investment Germany bei AEW Invest, ordnete das Segment als Diversifikationsmöglichkeit innerhalb des Logistikmarktes ein: „Gewerbeparks bedienen einen Flächenbedarf, den klassische großflächige Logistikimmobilien nicht abdecken können. Für uns ist das Segment deshalb eine sinnvolle Diversifikation, insbesondere im Größenbereich von etwa 1.000 bis 3.000 Quadratmetern pro Einheit. Entscheidend sind eine hohe Standortdisziplin sowie eine Immobilie, die flexibel nutzbar und möglichst breit drittverwendungsfähig ist.“

Finanzierung: Professionalisierung erhöht die Akzeptanz

Auch auf Finanzierungsseite hat sich das Segment weiter etabliert. Andreas Pfaff, Bereichsleiter Inland Nord/West der Berlin Hyp, sagt: „Die Assetklasse hat sich von einer Nische stetig weiter professionalisiert. Bei uns ist sie seit circa 2015 im Portfolio sukzessive mitgewachsen und inzwischen ein relevanter Bestandteil unseres Kreditbestands. Gerade aufgrund seiner Resilienz und Zukunftsfähigkeit sehen wir das Segment sehr positiv.“

Entscheidend seien dabei ein professioneller und bonitätsstarker Investor beziehungsweise Entwickler, ein belastbarer Track Record, professionelles Asset Management sowie überzeugende Standort- und Objektqualitäten, so Pfaff. Bei mittel- bis langfristigen Investmentfinanzierungen gilt laut Pfaff stets eine objektspezifische und individuelle Betrachtung.

Die Diskussion machte zugleich deutlich, dass der höhere Managementaufwand von Gewerbeparks Teil des Investment Case ist. Multi-Tenant- und Mixed-Use-Strukturen erfordern eine aktive Steuerung von Vermietung, Betrieb und Mieterstruktur. „Gerade deshalb gewinnt ein professionelles Asset- und Property-Management für Investoren und Banken an Bedeutung“, weiß Henning Nietz von SQUARE PARKS, welches als Teil der ADOLF WEBER Gruppe auf die langjährige Erfahrung und bestehende Strukturen im Asset- und Property-Management zurückgreifen kann.

Insgesamt zeigte das Webinar, dass sich Gewerbe- und Handwerkerparks von einem stark bestandsgeprägten Nischensegment zu einem zunehmend standardisierten und institutionell wahrgenommenen Investmentprodukt entwickeln. Steigende Fertigstellungszahlen, stabile Flächenumsätze, eine breite Nutzerbasis und die wachsende Akzeptanz bei Investoren und Banken sprechen für eine weitere Professionalisierung des Segments.



























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