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15.09.2026 Ausblick für die Fed: Zinserhöhung wahrscheinlich, aber nicht sicher

„Während die Zinsmärkte eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung durch die Fed im September einpreisen, sind die Erwartungen der Anleger angesichts wechselnder Konjunkturdaten und makroökonomischer Entwicklungen weiterhin volatil. Unsere Einschätzung ist etwas weniger sicher, als die aktuelle Marktpreisbildung vermuten lässt; die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung liegt bei uns eher bei 60 %. Obwohl die jüngsten Daten im Allgemeinen eine Straffung der finanziellen Rahmenbedingungen stützen, bleibt Spielraum für eine „taubenhafte“ Überraschung.

Die jüngste Kommunikation der Fed hat sich zunehmend in eine hawkischere Richtung entwickelt. Auch das Inflationsumfeld lässt eher eine Zinserhöhung erwarten. Der Verbraucherpreisindex (CPI) stieg im August gegenüber dem Vormonat um 0,29 % und lag damit über den Konsensprognosen von 0,2 %, wodurch die Gesamtinflation auf 3,35 % und die Kerninflation auf 2,5 % stieg. Zwar lieferte die Veröffentlichung selbst nur begrenzte Anhaltspunkte für den Kern-PCE – den von der Fed bevorzugten Inflationsmaßstab –, doch die positive Überraschung bestärkt uns in unserer Ansicht, dass es schwieriger geworden ist, den geldpolitischen Kurs bis zum Jahresende unverändert beizubehalten. Wir konzentrieren uns weiterhin nicht nur auf das Inflationsniveau, sondern auch auf dessen Breite und Persistenz. Die Indikatoren für die Breite der Inflation bleiben auf hohem Niveau, wobei mehr als die Hälfte der PCE-Komponenten mittlerweile über einer annualisierten Rate von 3 % liegt – eine Kennzahl, die Fed-Vorsitzender Warsh kürzlich hervorgehoben hat.

Neben der Inflationsentwicklung haben sich auch die Wachstums- und Arbeitsmarktdaten als widerstandsfähig erwiesen, wobei der Ausschuss die anhaltende Verbesserung der Beschäftigungslage anerkennt. Auch die Finanzmärkte haben in den letzten Monaten eine deutliche Neubewertung erfahren, wobei höhere Rohstoffpreise und steigende Renditen zu einer Straffung der finanziellen Rahmenbedingungen beigetragen haben. Die Renditebewegungen entlang der gesamten US-Staatsanleihekurve verliefen auffallend einseitig, was das wachsende Vertrauen widerspiegelt, dass die Zinsen möglicherweise länger auf einem hohen Niveau bleiben müssen.

Allgemeiner betrachtet sind wir der Ansicht, dass das politische Umfeld für die Fed zunehmend schwieriger wird. Ein solideres Wachstums- und Inflationsumfeld geht einher mit größerer Unsicherheit hinsichtlich der Fiskalpolitik und Fragen zur Haushaltsdisziplin. Dies lässt erwarten, dass die Geldpolitik mit größeren Einschränkungen konfrontiert sein könnte als in früheren Zyklen. Ohne fiskalische Bedenken erscheinen die Renditen im mittleren Bereich der US-Treasury-Kurve angesichts des erwarteten Wachstumsumfelds zunehmend nahe am fairen Wert. Das schränkt den Spielraum für eine wesentliche Neubewertung ein, sofern sich die makroökonomischen Aussichten nicht wesentlich verändern.“

(Rushabh Amin, Portfoliomanager für Multi-Asset-Lösungen bei Allspring Global Investments)

























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