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15.09.2026 Fed-Sitzung: Kein Beginn eines Zinserhöhungszyklus erwartet

Die US-Notenbank steht kurz vor einer weiteren Leitzinserhöhung, zugleich dürfte es aus unserer Sicht der letzte Schritt dieses Zyklus sein. Die Fed folgt damit vor allem den Erwartungen der Märkte und weniger einer zwingenden ökonomischen Notwendigkeit, so Dr. Björn Ohl von der apoBank:

„Wir gehen inzwischen davon aus, dass die Fed den Leitzinskorridor auf ihrer Sitzung am Mittwoch um 25 Basispunkte anheben wird. Für diese erwartete Leitzinserhöhung sprechen aus unserer Sicht vor allem markttechnische und institutionelle Gründe, weniger hingegen eine ökonomische Notwendigkeit. Nach der Veröffentlichung der US-Inflationsdaten für August und der überwiegend hawkish interpretierten Jackson-Hole-Rede von Fed-Vorsitzendem Warsh haben sich die Marktteilnehmer mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine Zinserhöhung eingestellt. Ein Ausbleiben dieses Schrittes könnte die Glaubwürdigkeit der Fed im Kampf gegen die Inflation infrage stellen, die Inflationserwartungen nach oben treiben und zusätzlichen Aufwärtsdruck auf die Renditen langlaufender US-Staatsanleihen ausüben.

Auch die jüngere Historie spielt eine Rolle: Seit März 2021 liegt die US-Inflationsrate teils deutlich über dem 2-%-Ziel. In den vergangenen Monaten ist zunehmend der Eindruck entstanden, dass bei den Verantwortlichen der Fed sowohl die Geduld als auch die Zuversicht abgenommen haben, dass die Inflation zeitnah und ohne weiteren Zinsschritt wieder in Richtung der Zielmarke zurückkehrt.

Aus ökonomischer Sicht spricht nach unserer Einschätzung dennoch wenig für die Notwendigkeit einer geldpolitischen Straffung. Das Überschießen der Zielinflation in den vergangenen 18 Monaten ist überwiegend auf Sonderfaktoren zurückzuführen. Die Zollanhebungen sowie die Energiepreisanstiege infolge des Iran-Kriegs haben sich als klassische Angebotsschocks manifestiert. Nennenswerte Zweitrundeneffekte sind bislang ebenso wenig erkennbar wie eine Entankerung der Inflationserwartungen. Auch Anzeichen einer nachfragegetriebenen Überhitzung der US-Wirtschaft sehen wir derzeit nicht.

Insgesamt dürfte die Fed den Leitzins im September daher vor allem deshalb anheben, weil die Märkte diesen Schritt inzwischen nahezu vollständig eingepreist haben und eine Abweichung erhebliche Kommunikationsrisiken bergen würde. Aus ökonomischer Perspektive ist der Handlungsdruck begrenzt. Entsprechend erwarten wir, dass die Zinserhöhung im September zugleich die letzte bleiben wird. Der Sitzungstermin im Oktober liegt in unmittelbarer Nähe zu den Midterm-Wahlen, während die Inflationsentwicklung bis zur Dezembersitzung voraussichtlich deutlicher zeigen wird, dass die gegenwärtig erhöhte Teuerung maßgeblich auf temporäre Faktoren zurückzuführen ist und sich der mittelfristige Inflationstrend wieder in Richtung der 2-%-Zielmarke bewegt.“



























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