11.09.2026 Erneute Auszeichnung: Zweites DGNB-Gold für den Potsdamer Platz

Fotocredit: BGRE
Der Potsdamer Platz war 2011 das erste Stadtquartier Deutschlands, das mit DGNB-Gold ausgezeichnet wurde. Jetzt hat das Quartier die Auszeichnung ein zweites Mal erreicht, diesmal im Rahmen der Pilotphase des neuen DGNB-Systems für Bestandsquartiere. Zusätzlich zur Quartierszertifizierung erhielten auch fünf Einzelgebäude, Potsdamer Platz 1, Potsdamer Platz 11, Haus Huth (Alte Potsdamer Straße 5), Atrium Tower (Eichhornstraße 3) und einer der Roger Twins (Linkstraße 2), die DGNB-Auszeichnung in Gold.
Der Prozess begann im Oktober 2023 und wurde im September 2025 abgeschlossen. Damit zeigt der Potsdamer Platz, dass sich Nachhaltigkeit nicht nur beim Neubau, sondern auch im laufenden Betrieb eines Bestandsquartiers konsequent weiterentwickeln lässt, gleichzeitig auf Gebäude-, Vertrags- und Betriebsebene: Seit 2023 ergänzen Green-Lease-Klauseln in neuen Mietverträgen die bauliche Zertifizierung um eine vertragliche Komponente, während unabhängige Bewertungen wie GRESB die Fortschritte im laufenden Betrieb bestätigen.
Von der Brache zum zweifach zertifizierten Quartier
Der Potsdamer Platz steht wie kein zweites Berliner Quartier für die Wiedervereinigung: Aus dem im Zweiten Weltkrieg zerstörten und später von der Mauer durchzogenen Brachland entwickelte sich ab den 1990er-Jahren ein gemischt genutztes Stadtviertel. 2011 vergab die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB e.V.) dafür erstmals die Zertifizierung für Neubau-Stadtquartiere in Gold. Für die aktuelle Zertifizierung nach dem neuen DGNB-System für Bestandsquartiere übernahm das auf Bau, Immobilien und Infrastruktur spezialisierte Beratungsunternehmen Drees & Sommer SE die Status-Quo-Analyse, den Pre-Check und die Auditierung.
Gebäudeebene: 17 Gebäude mit Klimaschutzfahrplänen
Das Quartier umfasst eine Zertifizierungsfläche von 12,7 Hektar und rund 459.000 Quadratmeter Bruttogrundfläche, verteilt auf 17 Gebäude mit einer Mischung aus Büro, Einzelhandel, Gastronomie, Hotel und Wohnen, darunter auch ein denkmalgeschütztes Gebäude aus dem Jahr 1912. Verantwortlich für die Zertifizierung ist BGRE als Eigentümervertreter und Asset Manager, der Gebäude im Quartier. Für die Gebäude bestehen Klimaschutzfahrpläne mit dem Ziel der Klimaneutralität bis 2045.
Diese umfassen Maßnahmen zur Reduktion von Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen sowie zur effizienten Nutzung von Ressourcen. Zu den technischen Merkmalen des Quartiers gehören ein Regenwassermanagement, das Wasser für Bewässerung und teilweise für die Toilettenspülung wiederverwendet, sowie ein unterirdisches Ver- und Entsorgungszentrum. Die Umgestaltung der Alten Potsdamer Straße zur Fußgängerzone hat zusätzlich die Aufenthaltsqualität und die Vernetzung innerhalb des Quartiers erhöht.
Die DGNB-Auszeichnung steht damit nicht allein: Im GRESB-Assessment 2025, dem international anerkannten Benchmark für die ESG-Performance von Immobilienportfolios, erreichte der Potsdamer Platz 90 von 100 Punkten und damit die höchste Bewertungsstufe von 5 von 5 Sternen. Zusätzlich hat sich BGRE Germany mit wissenschaftsbasierten Klimazielen der Science Based Targets Initiative (SBTi) verpflichtet, die Scope-1-, 2- und 3-Emissionen bis 2030 im Einklang mit dem 1,5-Grad-Pfad um jeweils die Hälfte zu senken.
Vertragsebene: Green Leases als zweiter Baustein
Seit 2023 ergänzt der Potsdamer Platz die baulichen Maßnahmen um Green-Lease-Klauseln in neuen Mietverträgen. Vermieter und Mieter legen darin gemeinsam Maßnahmen zur Reduzierung des Energie- und Ressourcenverbrauchs sowie zur Verbesserung der Umweltbilanz der Immobilien fest. Kernstück ist ein regelmäßiger Austausch: Mindestens einmal jährlich stimmen sich beide Seiten zu Nachhaltigkeitsmaßnahmen ab, etwa bei Energieverbrauch, Wasser- und Abfallmanagement.
Ein zentraler Bestandteil ist der Austausch von Verbrauchsdaten zu Energie, Wasser und Abfall, die unter anderem in ESG-Ratings und Benchmarks einfließen. Auch der Mieterbetrieb selbst ist Teil der Klausel: Sie sieht unter anderem energieeffiziente Geräte, LED-Beleuchtung, Mülltrennung und umweltfreundliche Reinigungsmittel vor. Mieter und Vermieter unterstützen zudem laufende Zertifizierungsprozesse wie DGNB oder WELL Health-Safety Rating. Ein Großteil der Verpflichtungen ist als Bemühenspflicht formuliert, die Klausel setzt damit auf Kooperation statt auf einseitige Vorgaben.
Was hinter den Zahlen steckt
Die Auszeichnungen spiegeln sich im laufenden Betrieb des Quartiers wider. Beim Strom liegt der Grünstromanteil im gesamten Quartier inklusive Mieterverbrauch bei 74 Prozent, in den Gemeinschafts- und Leerflächen wird bereits seit 2019 zu 100 Prozent Grünstrom bezogen. Beim Abfall werden mehr als 94 Prozent, umgerechnet 1326 Tonnen im Jahr 2025 recycelt. Eine Dehydrierungsanlage reduziert anfallende Speiseabfälle von drei auf eine Tonne und spart dadurch rund 6.000 Lkw-Kilometer und die entsprechenden CO2-Emissionen ein. Beim Wasser sorgen Gründächer auf einem Viertel der Dachfläche, umgerechnet rund 50.000 Quadratmeter, dafür, dass jährlich etwa 27.000 Kubikmeter Regenwasser für Bewässerung, Seenachspeisung und Toilettenspülung zur Verfügung stehen. Ein neues, insektenfreundliches Lichtkonzept, mit dem der Potsdamer Platz das erste Quartier Berlins war, hat zudem zu einer Zunahme der Tierpopulation um 14 Prozent beigetragen.
Warum sich die Zertifizierung auszahlt
Die Zertifizierung von Stadtquartieren ist kein Selbstzweck: Die effiziente Nutzung von Ressourcen wie -Energie und Wasser senkt Betriebskosten, während die Auszeichnung gleichzeitig die Attraktivität und den Wert der Immobilien im Quartier steigert. Bislang stand die DGNB-Quartierszertifizierung ausschließlich für Neubauprojekte zur Verfügung. Mit dem Abschluss der Pilotphase im Jahr 2025 können nun erstmals auch Bestandsquartiere und Quartiere in Transformation zertifiziert werden, mit eigenen Profilen für Stadtquartiere, Businessquartiere, Gewerbequartiere und Industriestandorte.
Mit der Kombination aus Gebäudezertifizierungen und Green Leases positioniert sich der Potsdamer Platz als Modellprojekt für die nachhaltige Weiterentwicklung innerstädtischer Bestandsimmobilien und Quartiere in Deutschland.
Der Prozess begann im Oktober 2023 und wurde im September 2025 abgeschlossen. Damit zeigt der Potsdamer Platz, dass sich Nachhaltigkeit nicht nur beim Neubau, sondern auch im laufenden Betrieb eines Bestandsquartiers konsequent weiterentwickeln lässt, gleichzeitig auf Gebäude-, Vertrags- und Betriebsebene: Seit 2023 ergänzen Green-Lease-Klauseln in neuen Mietverträgen die bauliche Zertifizierung um eine vertragliche Komponente, während unabhängige Bewertungen wie GRESB die Fortschritte im laufenden Betrieb bestätigen.
Von der Brache zum zweifach zertifizierten Quartier
Der Potsdamer Platz steht wie kein zweites Berliner Quartier für die Wiedervereinigung: Aus dem im Zweiten Weltkrieg zerstörten und später von der Mauer durchzogenen Brachland entwickelte sich ab den 1990er-Jahren ein gemischt genutztes Stadtviertel. 2011 vergab die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB e.V.) dafür erstmals die Zertifizierung für Neubau-Stadtquartiere in Gold. Für die aktuelle Zertifizierung nach dem neuen DGNB-System für Bestandsquartiere übernahm das auf Bau, Immobilien und Infrastruktur spezialisierte Beratungsunternehmen Drees & Sommer SE die Status-Quo-Analyse, den Pre-Check und die Auditierung.
Gebäudeebene: 17 Gebäude mit Klimaschutzfahrplänen
Das Quartier umfasst eine Zertifizierungsfläche von 12,7 Hektar und rund 459.000 Quadratmeter Bruttogrundfläche, verteilt auf 17 Gebäude mit einer Mischung aus Büro, Einzelhandel, Gastronomie, Hotel und Wohnen, darunter auch ein denkmalgeschütztes Gebäude aus dem Jahr 1912. Verantwortlich für die Zertifizierung ist BGRE als Eigentümervertreter und Asset Manager, der Gebäude im Quartier. Für die Gebäude bestehen Klimaschutzfahrpläne mit dem Ziel der Klimaneutralität bis 2045.
Diese umfassen Maßnahmen zur Reduktion von Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen sowie zur effizienten Nutzung von Ressourcen. Zu den technischen Merkmalen des Quartiers gehören ein Regenwassermanagement, das Wasser für Bewässerung und teilweise für die Toilettenspülung wiederverwendet, sowie ein unterirdisches Ver- und Entsorgungszentrum. Die Umgestaltung der Alten Potsdamer Straße zur Fußgängerzone hat zusätzlich die Aufenthaltsqualität und die Vernetzung innerhalb des Quartiers erhöht.
Die DGNB-Auszeichnung steht damit nicht allein: Im GRESB-Assessment 2025, dem international anerkannten Benchmark für die ESG-Performance von Immobilienportfolios, erreichte der Potsdamer Platz 90 von 100 Punkten und damit die höchste Bewertungsstufe von 5 von 5 Sternen. Zusätzlich hat sich BGRE Germany mit wissenschaftsbasierten Klimazielen der Science Based Targets Initiative (SBTi) verpflichtet, die Scope-1-, 2- und 3-Emissionen bis 2030 im Einklang mit dem 1,5-Grad-Pfad um jeweils die Hälfte zu senken.
Vertragsebene: Green Leases als zweiter Baustein
Seit 2023 ergänzt der Potsdamer Platz die baulichen Maßnahmen um Green-Lease-Klauseln in neuen Mietverträgen. Vermieter und Mieter legen darin gemeinsam Maßnahmen zur Reduzierung des Energie- und Ressourcenverbrauchs sowie zur Verbesserung der Umweltbilanz der Immobilien fest. Kernstück ist ein regelmäßiger Austausch: Mindestens einmal jährlich stimmen sich beide Seiten zu Nachhaltigkeitsmaßnahmen ab, etwa bei Energieverbrauch, Wasser- und Abfallmanagement.
Ein zentraler Bestandteil ist der Austausch von Verbrauchsdaten zu Energie, Wasser und Abfall, die unter anderem in ESG-Ratings und Benchmarks einfließen. Auch der Mieterbetrieb selbst ist Teil der Klausel: Sie sieht unter anderem energieeffiziente Geräte, LED-Beleuchtung, Mülltrennung und umweltfreundliche Reinigungsmittel vor. Mieter und Vermieter unterstützen zudem laufende Zertifizierungsprozesse wie DGNB oder WELL Health-Safety Rating. Ein Großteil der Verpflichtungen ist als Bemühenspflicht formuliert, die Klausel setzt damit auf Kooperation statt auf einseitige Vorgaben.
Was hinter den Zahlen steckt
Die Auszeichnungen spiegeln sich im laufenden Betrieb des Quartiers wider. Beim Strom liegt der Grünstromanteil im gesamten Quartier inklusive Mieterverbrauch bei 74 Prozent, in den Gemeinschafts- und Leerflächen wird bereits seit 2019 zu 100 Prozent Grünstrom bezogen. Beim Abfall werden mehr als 94 Prozent, umgerechnet 1326 Tonnen im Jahr 2025 recycelt. Eine Dehydrierungsanlage reduziert anfallende Speiseabfälle von drei auf eine Tonne und spart dadurch rund 6.000 Lkw-Kilometer und die entsprechenden CO2-Emissionen ein. Beim Wasser sorgen Gründächer auf einem Viertel der Dachfläche, umgerechnet rund 50.000 Quadratmeter, dafür, dass jährlich etwa 27.000 Kubikmeter Regenwasser für Bewässerung, Seenachspeisung und Toilettenspülung zur Verfügung stehen. Ein neues, insektenfreundliches Lichtkonzept, mit dem der Potsdamer Platz das erste Quartier Berlins war, hat zudem zu einer Zunahme der Tierpopulation um 14 Prozent beigetragen.
Warum sich die Zertifizierung auszahlt
Die Zertifizierung von Stadtquartieren ist kein Selbstzweck: Die effiziente Nutzung von Ressourcen wie -Energie und Wasser senkt Betriebskosten, während die Auszeichnung gleichzeitig die Attraktivität und den Wert der Immobilien im Quartier steigert. Bislang stand die DGNB-Quartierszertifizierung ausschließlich für Neubauprojekte zur Verfügung. Mit dem Abschluss der Pilotphase im Jahr 2025 können nun erstmals auch Bestandsquartiere und Quartiere in Transformation zertifiziert werden, mit eigenen Profilen für Stadtquartiere, Businessquartiere, Gewerbequartiere und Industriestandorte.
Mit der Kombination aus Gebäudezertifizierungen und Green Leases positioniert sich der Potsdamer Platz als Modellprojekt für die nachhaltige Weiterentwicklung innerstädtischer Bestandsimmobilien und Quartiere in Deutschland.




