News RSS-Feed

11.09.2026 Amanvari: Ein neues architektonisches Refugium in Mexiko

Fotocredit: Heah & Co. | Elastic Architects | Aman
Zwischen der endlosen Weite der Wüste Baja Californias und dem ruhigen Wasser der Sea of Cortés entsteht mit Amanvari ein neues Refugium, das sich harmonisch in eine der ursprünglichsten Landschaften Mexikos einfügt. Aufbauend auf einem ersten architektonischen Konzept von Heah & Co. entwarf Elastic Architects das Resort mit 18 Casitas nach den Grundprinzipien von Aman: Großzügigkeit, Privatsphäre und ein respektvoller Dialog mit der Natur. Inspiriert vom Charakter der Ostküste Baja Californias verschmelzen Architektur, Kunst und Design zu einem ganzheitlichen Erlebnis, das Gäste auf besondere Weise mit ihrer Umgebung verbindet.

Die Architektur orientiert sich an den prägenden Landschaftsformen der Region: Wüste, Lagune, Meer und den Bergen der Sierra de la Laguna am Horizont. Das Resort entfaltet sich als fließende Abfolge von Räumen, die vom Ankunftsbereich über die bestehende Lagune bis hin zur Küste führen. Mit jedem Schritt eröffnet sich eine neue Perspektive auf die unterschiedlichen Ökosysteme der Umgebung. So entsteht ein Ort, der Ruhe, architektonische Klarheit und eine tiefe Verbindung zur Landschaft vereint.

Von der Landschaft geleitet

Der Ausgangspunkt des Entwurfs war der Übergang zwischen Wüste und Meer. Die Lagune bildet dabei den natürlichen Orientierungspunkt, während der Horizont stets präsent bleibt. Sowohl in den öffentlichen Bereichen als auch in jeder einzelnen Casita rahmen großzügige Fenster die Ausblicke auf Meer und Himmel ein und lassen Innen- und Außenraum miteinander verschmelzen. So entsteht eine durchgehende Verbindung zur sich ständig wandelnden Landschaft der Baja California, vom klaren Morgenlicht der Wüste bis zu den goldenen Farben des Sonnenuntergangs.

Auch die bewusst intime Größe des Resorts mit nur 18 Casitas trägt zur besonderen Atmosphäre bei. Einige Unterkünfte schweben leicht über dem Boden, andere liegen unmittelbar am Wasser. Inspiriert vom Konzept des aislamiento, das sowohl geografische Abgeschiedenheit als auch innere Ruhe beschreibt, wird Amanvari zu einem Ort der Entschleunigung und Reflexion.

Das Herzstück des Resorts bildet die Casa Grande, in der sich die Wege von Wüste und Meer vereinen. Großzügige, offen gestaltete Bereiche, hohe Decken und weitläufige Öffnungen lassen Licht und Meeresbrise ungehindert durch das Gebäude strömen. Die erhöhten Terrassen scheinen über der üppigen Vegetation und dem Wasser zu schweben und öffnen den Blick auf die Sea of Cortés. Diese architektonische Sprache setzt sich auch in den Restaurants fort, deren individuelle Konzepte stets den Bezug zur Natur bewahren.

Die freistehenden Casitas greifen dieses Gestaltungskonzept in privater Atmosphäre auf. Jede der 82 Quadratmeter großen Unterkünfte besteht aus Sichtbeton und tropischen Harthölzern, deren natürliche Materialien die Farben und Strukturen der Landschaft widerspiegeln. Je nach Lage befinden sie sich inmitten eines Palmenhains, leicht erhöht über dem Gelände oder direkt am Wasser. Großzügige Terrassen mit einer Fläche von 160 Quadratmetern verfügen über beheizte Pools, Außenduschen und Feuerstellen und erweitern den Wohnraum ins Freie. Wohn- und Schlafbereiche wurden so ausgerichtet, dass sie das wechselnde Licht der Baja California im Tagesverlauf optimal einfangen. Die reduzierte, für Aman typische Gestaltung wird durch Palmen, Gräser und spiegelnde Wasserflächen sanft ergänzt.

Auch die Materialauswahl folgt einer klaren, zurückhaltenden Ästhetik. Iroko-Holz prägt Architektur und Möblierung gleichermaßen. Waschtische aus champagnerfarbenem Kalkstein greifen die natürlichen Farbtöne der Baja California auf, während Vermont Beige Marmor Böden und Wände veredelt. Schwarzer Caledonia-Granit verleiht den Wasserflächen eine spiegelähnliche Wirkung. Sichtbeton, der von lokalen Handwerksmeistern direkt vor Ort gemischt und verarbeitet wurde, verbindet Innen- und Außenbereiche zu einer zeitlosen Einheit.

Kunst und Landschaft im Einklang

Ergänzt wird Amanvari durch ein Kunstkonzept, das tief in der mexikanischen Kultur verwurzelt ist und die Landschaft in den Mittelpunkt stellt. Die rauen Oberflächen vieler Werke erinnern an die Wüste, während glatte, reflektierende Materialien die Nähe zum Meer aufgreifen. Zeitgenössisches mexikanisches Design trifft dabei auf traditionelle Handwerkskunst. Zu den beteiligten Künstlern zählen unter anderem Encrudo Studio, Tomás Díaz Cedeño von Disciplina Studio, Charabati Bizzarri und Aura Carpio. Gemeinsam erzählen ihre Arbeiten von Geologie, Zeit, Erosion und Wandel.

Zu den eindrucksvollsten Kunstwerken gehört die Installation im Eingangsbereich der Casa Grande. Die Künstlerinnen Abi und Luisa Calvete von EXTRA NEUTRO gestalteten dort eine reliefartige Kuppel mit einer aufwendigen, strukturierten Oberfläche. Rund 1.000 Arbeitsstunden flossen in die Fertigung, sodass das wechselnde Tages- und Kunstlicht die Installation immer wieder neu erscheinen lässt. Inspiriert wurde das Werk von Nummuliten, ausgestorbenen Meeresmikrofossilien, deren spiralförmige Struktur symbolisch für persönliches Wachstum steht, das im Inneren beginnt und sich nach außen entfaltet.

Im Luma, dem mexikanischen Küstenrestaurant des Resorts, setzen handgefertigte Keramikgefäße des Künstlers Walther Alcala von Raiz Studio die lange Tradition mexikanischer Keramikkunst in Szene. Die aus Ton aus der Region Jalisco gefertigte Serie TIERRA wird vollständig von Hand geformt, gebrochen und neu zusammengesetzt. So entstehen einzigartige Objekte, die die natürliche Schönheit des Materials und die Unvollkommenheit handwerklicher Arbeit bewusst hervorheben. Im italienischen Restaurant Arva ergänzt ein historischer Wasserkrug aus Puebla aus Keramik und Terrakotta die Sammlung und verweist auf das reiche kulturelle Erbe Mexikos.

Auch in den Casitas setzt sich das Kunstkonzept fort. Werke von Arozarena de la Fuente beschäftigen sich mit Erosion und den ständigen Veränderungen der Erde, während die skulpturalen Keramiken von Tomás Díaz traditionelle Handwerkskunst mit Formen und Farben verbinden, die von vulkanischem Gestein inspiriert sind.

Im gesamten Resort spiegeln Architektur, Kunst und Design den respektvollen Umgang mit der Natur wider, der den Kern der Aman-Philosophie bildet. Symmetrie, Balance und Harmonie prägen Möbel und Räume ebenso wie die Verwendung lokaler Materialien. So entsteht eine Form von zurückhaltendem Luxus, die sich nicht in den Vordergrund drängt, sondern den Charakter der Landschaft unterstreicht. Zwischen Wüste, Bergen und Meer eröffnet Amanvari damit eine neue Interpretation der Aman-Philosophie, die tief in ihrer Umgebung verwurzelt ist.



























Leserumfrage
Wir schätzen Ihre Expertenmeinung!
Hier ist unsere Leserumfrage:
schnell & unkompliziert
Jetzt starten!