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11.09.2026 MHP steigert Konzernumsatz im ersten Halbjahr um 25 Prozent

Das Conrad Hamburg. Foto: Conrad Hamburg
Die MHP Hotel AG, Betreiber von Premium- und Luxushotels im deutschsprachigen Raum, hat ihren Wachstumskurs im ersten Halbjahr 2026 fortgesetzt. Ausweislich der vorläufigen Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2026 erhöhte sich der Konzernumsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 25,1 % von 79,3 Mio. Euro auf 99,3 Mio. Euro. Wesentliche Wachstumstreiber waren die erstmalige Einbeziehung des Conrad Hamburg über den gesamten Berichtszeitraum sowie die Konsolidierung des im Februar 2026 übernommenen Hyatt Regency Vienna. Der Hotelumsatz stieg um 25,3 % auf 98,4 Mio. Euro, der Logis-Umsatz um 21,8 % auf 73,2 Mio. Euro.

Bereinigtes operatives EBITDA deutlich verbessert – Vorjahresvergleich durch Einmaleffekt geprägt

Das Konzern-EBITDA belief sich im ersten Halbjahr 2026 auf 0,2 Mio. Euro (H1 2025: 2,3 Mio. Euro). Der Rückgang gegenüber dem Vorjahreswert ist im Wesentlichen auf einen Einmaleffekt zurückzuführen: Im ersten Halbjahr 2025 wurde ein Eigentümerzuschuss in Höhe von rund 4,0 Mio. Euro für FF&E-Investitionen des Conrad Hamburg ergebniswirksam erfasst. Bereinigt um diesen Zuschuss lag das operative EBITDA im Vorjahreszeitraum bei -1,7 Mio. Euro, damit ergibt sich im Vergleich eine Verbesserung um rund 1,9 Mio. Euro.

Geopolitische Spannungen beeinflussen Auslastungs- und Preisentwicklung

Die anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen und Mittleren Osten führten im zweiten Quartal europaweit zu einer verhaltenen Nachfrage im Middle-East-Business und beeinflussten die Preis- und Umsatzentwicklung insbesondere an den Standorten München, Frankfurt und Wien. Der grundsätzliche Trend zur Umlenkung internationaler Reiseströme nach Europa bleibt davon zwar unberührt; die touristische Nachfrage aus der Golfregion selbst jedoch ist insbesondere hinter den Erwartungen geblieben. Allein in München ist die Zahl der Gäste aus den arabischen Golfstaaten im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 20,7 % zurückgegangen. Bei den Übernachtungen betrug der Rückgang 15,9 %. Die offiziellen Zahlen der Stadt München bestätigen damit einen temporären Rückgang dieses auch für die beiden Münchner Hotels von MHP wertschöpfungsintensiven Gästesegments. Zusätzlich belasten die 2026 global spürbar gestiegenen Energiekosten die operative Marge – ein Effekt, der Betriebe mit umfangreichem Tagungs- und Gastronomieangebot wie die MHP-Hotels besonders trifft, da die gestiegenen Kosten nicht ohne Zeitverzug weitergegeben werden können.

Portfolioübergreifend lag die Belegungsquote im ersten Halbjahr mit 72,0 % leicht unter dem Vorjahreswert von 73,5 %. Die durchschnittliche Zimmerrate reduzierte sich moderat von 222 Euro auf 219 Euro, der Umsatz pro verfügbarem Zimmer (RevPAR) von 163 Euro auf 158 Euro. Die um die Anlaufphase des Conrad Hamburg bereinigte durchschnittliche Zimmerrate (ADR) lag bei 216 Euro (H1 2025: 222 Euro). Der bereinigte Umsatz pro verfügbarem Zimmer (RevPAR) belief sich auf 164 Euro (H1 2025: 163 Euro).

Der Ausbau der Nachfrage über die globalen Marken- und Vertriebssysteme von Hilton befindet sich beim Conrad Hamburg noch in der Aufbauphase. Der Hochlauf verläuft dabei etwas langsamer als ursprünglich geplant, was sich kurzfristig auf den für 2026 erwarteten Jahresbeitrag des Objekts auswirkt. MHP hat deshalb die Vermarktung des Hauses weiter intensiviert und im zweiten Quartal zusätzliche Kooperationen mit internationalen Luxusreiseagenturen initiiert, um die Sichtbarkeit in den relevanten Quellmärkten weiter zu stärken. Maßnahmenbedingt erwartet das Management bereits im vierten Quartal einen leichten Anstieg der entsprechenden Belegungsquote, was jedoch die Lücke für die Planzahlen 2026 nicht vollumfänglich schließen dürfte.

Im bisherigen Jahresverlauf zeichnete sich darüber hinaus eine insgesamt verhaltene Entwicklung im F&B-Geschäft ab. Hintergrund ist eine erkennbare Kaufzurückhaltung sowohl bei Privat- als auch bei Businessgästen, wie sie derzeit branchenweit in der Gastronomie zu beobachten ist.

Durch die flexible Personalplanung und das konsequente Kostenmanagement konnte MHP die Strukturen umgehend an die veränderten Rahmenbedingungen anpassen und sieht sich somit entsprechend auch hier für die aktuelle Marktlage und mit Blick auf das Jahr 2027 weiter gut gerüstet.

Dr. Jörg Frehse, Vorstandsvorsitzender (CEO) der MHP Hotel AG:
„Das Umsatzwachstum von 25 Prozent im ersten Halbjahr 2026 zeigt die Stärke unseres gewachsenen Portfolios. Mit dem Conrad Hamburg und dem Hyatt Regency Vienna haben wir eine breitere Basis für die weitere Entwicklung der MHP-Gruppe geschaffen. Angesichts geopolitisch bedingter Nachfrageschwankungen konzentrieren wir uns nun fokussiert darauf, die Profitabilität durch konsequentes Kostenmanagement und zusätzliche Vertriebsimpulse weiter zu stärken.“

Prognoseanpassung für das Geschäftsjahr 2026

Vor dem Hintergrund der beschriebenen Entwicklungen der temporär rückläufigen Nachfrage aus den arabischen Golfstaaten, der global gestiegenen Energiekosten sowie des etwas langsameren Hochlaufs des Conrad Hamburg hat MHP daher die Prognose für das Geschäftsjahr 2026 angepasst (siehe auch Ad-hoc-Mitteilung vom 11.09.2026). Der Vorstand erwartet nun einen Konzernumsatz von rund 220 Mio. bis 225 Mio. Euro (bisherige Prognose: rund 225 Mio. Euro) sowie ein EBITDA von rund 8 Mio. Euro (bisherige Prognose: über 10 Mio. Euro). Der grundsätzliche Wachstumskurs der MHP-Gruppe bleibt davon unberührt: Der volle Jahresbeitrag des Conrad Hamburg, die weitere Integration des Hyatt Regency Vienna sowie die anhaltend hohe strukturelle Nachfrage im Premium- und Luxussegment sichern das Geschäftsmodell ab.

Zusätzliche Wachstumsimpulse erwartet MHP ab Januar 2027 durch die Übernahme des jetzigen Austria Trend Hotel Savoyen Vienna in unmittelbarer Nähe zum Schloss Belvedere. Nach umfassender Modernisierung wird MHP den Betrieb des Hauses unter der internationalen Premium-Marke Sheraton fortführen. Ergänzend wird im vierten Quartal ein erneut stark ausfallendes F&B-Geschäft erwartet, welches auch weiterhin ein nachhaltiger Baustein für die mittelfristige Wachstumsstory bildet.

CEO Dr. Jörg Frehse ergänzt: „Mit den kommenden Monaten beginnt für uns traditionell die umsatzstärkste Zeit des Geschäftsjahres. Wir gehen weiterhin davon aus, dass sich diese saisonale Stärke, getragen von Großveranstaltungen wie dem Oktoberfest oder der EXPO REAL in München sowie weiteren internationalen Events, auch im weiteren Jahresverlauf bestätigt. Insbesondere der Dezember profitiert von der internationalen Faszination für die Weihnachtsmärkte in Städten wie Wien, München oder Hamburg und ist mittlerweile einer unserer stärksten Monate. Auch wenn geopolitische Unsicherheiten und ihre Folgen für einzelne Gästesegmente bestehen bleiben, blicken wir angesichts dieser saisonalen Stärke zuversichtlich auf die verbleibenden Monate des Jahres und sehen uns gut aufgestellt, unsere angepasste Jahresprognose zu erreichen.“



























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