09.09.2026 Ausblick für die EZB: Zinserhöhung um 0,25 Prozent eingepreist
„Basierend auf der Marktpreisbildung erwarten wir kaum eine Reaktion auf eine Zinserhöhung der EZB um 0,25 Prozent in dieser Woche. Die Märkte haben diese Erhöhung bereits konsequent eingepreist, und die Entscheidungsträger haben öffentlich eine restriktivere Haltung signalisiert. Wir gehen davon aus, dass die Kerninflation in den kommenden Monaten aufgrund von Basiseffekten auf einem hohen Niveau bleiben wird. Dies sollte durch höhere Inflationserwartungen entlang der gesamten Zinskurve noch verstärkt werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass höhere Rohstoffpreise das überraschend robuste Wirtschaftswachstum untergraben, dürfte in den kommenden Wochen und Monaten im Fokus der Märkte stehen. Diese Kombination schränkt die Möglichkeiten der EZB ein, eine taubenhaftere Haltung einzunehmen. Während wir diesen Kommentar verfassen, preisen die Märkte eine weitere Anhebung bis Dezember und eine weitere zwischen März und Juni 2027 ein.
Die anhaltenden geopolitischen Konflikte weltweit haben die Stimmung in der Region belastet. Diese wird nicht nur vom Ölpreis, sondern auch dem nahenden Winter und der bereits steigenden Erdgaspreise beeinflusst wird. Da die saisonbereinigten Gasreserven in der Region auf dem niedrigsten Stand seit fast fünfzehn Jahren sind, bahnt sich eine potenzielle negative Rückkopplungsschleife an. Zwar ist Europa gegenüber Störungen am Gasmarkt weniger anfällig als früher (mit einem Rückgang des Verbrauchs um rund 20 Prozent seit 2022), doch die Käufer haben möglicherweise keine Wahl, was sowohl die Nachfrage als auch das Wirtschaftswachstum belastet.
Der Konflikt im Nahen Osten zieht sich weiter hin, und Öl (Brent, Dezember 2026) notiert bei 94,6 USD/Barrel. Damit liegt der Preis deutlich über dem „mittleren“ Szenario der EZB und auf dem höchsten Stand seit Beginn des Konflikts, bei weltweit höheren Crack-Spreads. Angesichts des aktuellen Ölpreises erwarten wir keine wesentliche Änderung der Wachstums- und Inflationsszenarien der Bank. Dennoch ist der Zusammenhang zwischen den Energiepreisen und den Renditedifferenzen am kurzen Ende zurückgegangen; dies spiegelt das Vertrauen in die Marktpreisbildung bei den Zinsen wider.
Die Eurozone hat in diesem Jahr positiv überrascht: Pessimistische Preisannahmen führten zu einer Reihe starker positiver Konjunkturüberraschungen, und die BIP-Erwartungen haben sich im Vergleich zu den Erwartungen zu Beginn des Konflikts verbessert. Allerdings ist dieser Schock kein „Einmalereignis“ und dürfte das Wachstum in Zukunft belasten, während eine Ära des Wettbewerbs und der Knappheit weiter anhält. Das Ausbleiben von Maßnahmen auf der fiskalischen Seite ist ein weiterer Gegenwind für die Belebung des schwachen Wachstums in der Region. Die EZB dürfte das besser als erwartete Wachstum nutzen können, ihre Politik am Rand weiterhin restriktiv zu gestalten und sich damit einen gewissen Handlungsspielraum zu verschaffen – und wird letztlich sicherstellen wollen, dass jede Sitzung für sich betrachtet wird, um den Fokus auf die Daten zu betonen.“
(by: Rushabh Amin, Portfoliomanager für Multi-Asset-Lösungen bei Allspring Global Investments)
Die anhaltenden geopolitischen Konflikte weltweit haben die Stimmung in der Region belastet. Diese wird nicht nur vom Ölpreis, sondern auch dem nahenden Winter und der bereits steigenden Erdgaspreise beeinflusst wird. Da die saisonbereinigten Gasreserven in der Region auf dem niedrigsten Stand seit fast fünfzehn Jahren sind, bahnt sich eine potenzielle negative Rückkopplungsschleife an. Zwar ist Europa gegenüber Störungen am Gasmarkt weniger anfällig als früher (mit einem Rückgang des Verbrauchs um rund 20 Prozent seit 2022), doch die Käufer haben möglicherweise keine Wahl, was sowohl die Nachfrage als auch das Wirtschaftswachstum belastet.
Der Konflikt im Nahen Osten zieht sich weiter hin, und Öl (Brent, Dezember 2026) notiert bei 94,6 USD/Barrel. Damit liegt der Preis deutlich über dem „mittleren“ Szenario der EZB und auf dem höchsten Stand seit Beginn des Konflikts, bei weltweit höheren Crack-Spreads. Angesichts des aktuellen Ölpreises erwarten wir keine wesentliche Änderung der Wachstums- und Inflationsszenarien der Bank. Dennoch ist der Zusammenhang zwischen den Energiepreisen und den Renditedifferenzen am kurzen Ende zurückgegangen; dies spiegelt das Vertrauen in die Marktpreisbildung bei den Zinsen wider.
Die Eurozone hat in diesem Jahr positiv überrascht: Pessimistische Preisannahmen führten zu einer Reihe starker positiver Konjunkturüberraschungen, und die BIP-Erwartungen haben sich im Vergleich zu den Erwartungen zu Beginn des Konflikts verbessert. Allerdings ist dieser Schock kein „Einmalereignis“ und dürfte das Wachstum in Zukunft belasten, während eine Ära des Wettbewerbs und der Knappheit weiter anhält. Das Ausbleiben von Maßnahmen auf der fiskalischen Seite ist ein weiterer Gegenwind für die Belebung des schwachen Wachstums in der Region. Die EZB dürfte das besser als erwartete Wachstum nutzen können, ihre Politik am Rand weiterhin restriktiv zu gestalten und sich damit einen gewissen Handlungsspielraum zu verschaffen – und wird letztlich sicherstellen wollen, dass jede Sitzung für sich betrachtet wird, um den Fokus auf die Daten zu betonen.“
(by: Rushabh Amin, Portfoliomanager für Multi-Asset-Lösungen bei Allspring Global Investments)




