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03.09.2026 Neuer Kulturstandort in Berlin nach umfassender Sanierung bezogen

Ein bedeutendes Stück Berliner Bau- und Zeitgeschichte erhält eine neue Zukunft: Die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) übergibt heute das ehemalige Frauengefängnis in der Lehrter Straße 61 in Moabit offiziell an die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie die Kulturraum Berlin gGmbH (KRB). Nach einer umfassenden denkmalgerechten Sanierung nach Planung und unter Leitung der Renner Architekten GmbH stehen in dem historischen Gebäude nun im Rahmen des Arbeitsraumprogramms des Landes Berlin 49 geförderte Musikproberäume und 32 geförderte Ateliers zur Verfügung. Die Künstler*innen zogen bereits im August ein.

Mit der heutigen Eröffnung in Anwesenheit von Stefan Evers, Senator für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, beginnt ein neues Kapitel für das Gebäude: Aus einem ehemaligen Gefängnis wird ein Ort der künstlerischen Entfaltung.

Stefan Evers, Senator für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt: „Wir sichern bezahlbare Arbeitsräume für die Freie Szene und schaffen damit eine ganz wesentliche Voraussetzung dafür, dass künstlerische Produktion in dieser Stadt auch künftig möglich bleibt. Ateliers und Proberäume sind keine Nebensache. Sie sind das Fundament künstlerischer Arbeit. Hier in der Lehrter Straße ist uns deshalb ein großer Wurf gelungen: Mehr als 80 geförderte Ateliers und Musikproberäume sind entstanden. Und die Entwicklung geht weiter. Auch das benachbarte ehemalige Justizgebäude in der Lehrter Straße 60 soll künftig zu einem Ort künstlerischer Produktion werden und weitere Räume für das Arbeitsraumprogramm bieten. So sichern wir kulturelle Infrastruktur.“

Das denkmalgeschützte Gebäude mit rund 7.000 Quadratmetern Fläche wurde zwischen 1898 und 1900 nach Plänen des preußischen Regierungsbaumeisters Heinrich Adolf Holland errichtet und diente über viele Jahrzehnte dem Justizvollzug. Seit dem Ende des Gefängnisbetriebs im Jahr 2013 wurde das Ensemble unter anderem als Filmkulisse genutzt, bevor 2022 die Entscheidung für eine kulturelle Nachnutzung fiel. Das Land Berlin investierte 17,7 Mio. Euro in die Sanierung. Die entstehenden Räume werden im Rahmen des Arbeitsraumprogramms zu subventionierten, unterhalb der Marktmiete liegenden Konditionen an professionelle Künstler*innen der Berliner Freien Szene in transparenten Vergabeverfahren vergeben.

Tatjana Adams, kommissarische Geschäftsführerin der BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH: „Bei der Sanierung der Lehrter Straße 61 galt es, die denkmalgeschützte Substanz und die Geschichte des ehemaligen Justizstandorts zu bewahren und das Gebäude zugleich für eine neue Nutzung zu öffnen. Historische Spuren wie die Zellentüren, vergitterten Fenster und erhaltenen Hafträume machen die Vergangenheit des Gebäudes weiterhin sichtbar. Gleichzeitig haben wir den Bestand so weiterentwickelt, dass hier heute zeitgemäße und barrierefreie Räume für künstlerisches Arbeiten zur Verfügung stehen. So konnten Denkmalschutz, die historische Struktur des Gebäudes und die Anforderungen an einen modernen Arbeitsort für Kunst und Kultur miteinander verbunden werden.”

Zu den wichtigsten Sanierungsmaßnahmen gehörten die Restaurierung der Klinkerfassaden sowie historischer Fenster und Türen, der Rückbau späterer Einbauten, die Erneuerung der technischen Gebäudeausrüstung, die Herstellung von Barrierefreiheit durch den Einbau von Aufzügen und der akustische Ausbau der Musikproberäume. Dabei wurde besonderer Wert auf den Erhalt der historischen Elemente gelegt. Noch heute zeugen originale Zellentüren, historische Farbfassungen sowie drei erhaltene Hafträume von der Geschichte des Hauses.

Um einen der begehrten Arbeitsräume in der Lehrter Straße 61 zu erhalten, bewarben sich Bildende Künstler*innen und Musiker*innen über die Kanäle des Arbeitsraumprogramms und wurden von unabhängigen Fachjurys in transparenten Verfahren ausgewählt.

Dirk Förster, Geschäftsführung der Kulturraum Berlin gGmbH: „Das Arbeitsraumprogramm entstand aus der Beobachtung, dass künstlerische Arbeit und ein sich verknappender innerstädtischer Immobilienmarkt strukturell in Konkurrenz zueinanderstehen. Die Lehrter Straße 61 und die weiteren landeseigenen Liegenschaften im Arbeitsraumprogramm zeigen, wie dieser Marktlogik gemeinwohlorientiert begegnet werden kann: In einer öffentlichen Immobilie entstehen wichtige Freiräume für Kunst und Kultur, die wir langfristig sichern.”

Ab Ende 2026 startet der zweite Bauabschnitt: Das benachbarte, ehemalige Gerichtsgebäude in der Lehrter Straße 60 wird saniert. Anders als im ersten Gebäude entstehen hier keine langfristig anmietbaren Arbeitsräume, sondern flexibel nutzbare Räume, die stunden-, tage- oder wochenweise an wechselnde Personen und Gruppen vergeben werden, nach dem Modell der geförderten Kultur Räume Studios. Hierbei erhalten Künstler*innen, anders als bei den fest vermieteten Ateliers und Musikproberäumen, keinen mehrjährigen Mietvertrag: Sie buchen einzelne Zeitfenster über eine Online-Plattform zum vergünstigten Stunden- oder Tagessatz (angefangen ab 5 Euro/Stunde oder 50 Euro/Tag).


























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