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03.09.2026 KI und Real Estate: Ausgeprägter Optimismus-Bias bei Führungskräften

Die Immobilienwirtschaft erwartet eine weitreichende Automatisierungswelle durch KI auf die Branche zukommen, sieht den eigenen Arbeitsplatz aber kaum gefährdet. Dieses Paradox zeigt jetzt eine aktuelle Umfrage des Beratungsunternehmens pom+ auf. 84 Prozent der befragten Führungskräfte schätzen das Automatisierungspotenzial von KI im Real Estate Management in den kommenden fünf Jahren als hoch oder sehr hoch ein. Allerdings: Den eigenen Arbeitsplatz sehen 65 Prozent durch KI überhaupt nicht gefährdet.

Die auf die Immobilienwirtschaft spezialisierte Beratung befragte hierzu 86 Entscheiderinnen und Entscheider aus der Branche zwischen dem 14. und 24. Juli 2026. „Viele Führungskräfte predigen die disruptive Kraft der KI für ihr Unternehmen, wiegen sich aber selbst in falscher Sicherheit. Ein gefährlicher Irrtum: KI ersetzt nicht nur die Fleißarbeit, sondern verändert auch strategische Führung. Die wahre Herausforderung des Managements ist es, die eigene Rolle radikal neu zu denken, bevor es der Markt oder der Aufsichtsrat tut“, kommentiert Rebekka Ruppel, CEO von pom+ Deutschland.

Dokumente, Rechnungen und Reports zuerst

Die Einschätzung der Befragten ist dabei eindeutig: Mehr als die Hälfte (55 Prozent) bewertet das Automatisierungspotenzial von KI im Real Estate Management in den kommenden fünf Jahren als „sehr hoch“, weitere 29 Prozent als „hoch“. Lediglich zwei Prozent sehen ein geringes oder sehr geringes Potenzial.

Besonders groß ist das erwartete Automatisierungspotenzial bei daten- und dokumentenintensiven Tätigkeiten. Nahezu alle Befragten (95 Prozent) gehen davon aus, dass Dokumenten- und Vertragsanalysen zu den Aufgaben gehören, die zuerst durch KI automatisiert werden. Jeweils 81 Prozent nennen die Erstellung von Exposés und Berichten sowie die Rechnungs- und Belegverarbeitung. Auch Datenanalyse und Reporting werden von fast genauso vielen als frühes Einsatzfeld gesehen.

Große Erwartungen an KI – geringe Sorge um den eigenen Arbeitsplatz

Trotz des erwarteten Automatisierungsschubs sehen zwei von drei Führungskräften ihren eigenen Arbeitsplatz durch KI überhaupt nicht gefährdet. Nur ein Prozent hält den eigenen Job bereits heute für akut bedroht, weitere drei Prozent erwarten eine Gefährdung innerhalb der kommenden ein bis drei Jahre. Zwölf Prozent rechnen innerhalb von drei bis fünf Jahren damit.

Größter Nachholbedarf im Property Management

Für einen umfassenden KI-Rollout, so zeigt die pom+-Umfrage, fehlen aktuell in vielen Bereichen noch die Voraussetzungen. Den größten Nachholbedarf sieht ein Drittel der Befragten im Property Management. Mit deutlichem Abstand folgen Dokumentenmanagement (17 Prozent) und Facility Management (12 Prozent).

Die größten Hürden für den KI-Einsatz liegen dabei weniger in der Technologie selbst als in den betrieblichen Voraussetzungen. 35 Prozent der Befragten nennen Datenqualität und -verfügbarkeit als derzeit größtes Hindernis. Fast ein Viertel sieht Organisation und Mindset – etwa Offenheit und Change-Bereitschaft – als zentrale Herausforderung.

„Viele Unternehmen diskutieren derzeit über KI-Tools, obwohl die eigentliche Baustelle eine andere ist: Ohne strukturierte und verfügbare Daten lässt sich auch die beste KI nicht sinnvoll skalieren. Hinzu kommen Prozesse und Organisationsstrukturen, die häufig noch nicht auf automatisierte Arbeitsweisen ausgerichtet sind. Unternehmen sollten deshalb nicht mit der Frage beginnen, welches KI-Tool sie einsetzen wollen, sondern welche Prozesse sie automatisieren können und welche Daten sie dafür benötigen“, so Ruppel.

Die Ergebnisse zeigen damit ein klares Bild: Das Potenzial von KI wird in der Immobilienwirtschaft kaum noch grundsätzlich infrage gestellt. Die Herausforderung verschiebt sich zunehmend von der Technologie zur Umsetzung – und damit zu Daten, Prozessen, Organisation und den Fähigkeiten der Mitarbeitenden.



























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