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31.08.2026 Fast jeder Zweite glaubt, finanziell schlechter dazustehen als die Eltern

Finanzielle Unabhängigkeit ist für viele Menschen in Deutschland längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Fast jede zweite Person (49,1 Prozent) glaubt heute, finanziell schlechter dazustehen als die Generation der eigenen Eltern. Gleichzeitig bewertet jede vierte Person (25,1 Prozent) die eigene Situation als besser. Das zeigt eine repräsentative Umfrage der Soziallotterie freiheit+ unter 1.000 Personen in Deutschland. Die Ergebnisse zeigen: Wenn finanzielle Spielräume kleiner werden, verändert das nicht nur den eigenen Alltag, sondern auch das Miteinander in Familien und sogar die Erwartungen an eine Partnerschaft.

Familie wird zum finanziellen Rückhalt

Wo das eigene Einkommen nicht ausreicht, springt häufig die Familie ein. Insgesamt unterstützen 21,2 Prozent der Deutschen Angehörige finanziell, 15,8 Prozent erhalten selbst finanzielle Hilfe und weitere 8,1 Prozent erleben beides gleichzeitig. Finanzielle Unterstützung innerhalb der Familie gehört damit für viele Menschen zum Alltag. Besonders häufig unterstützen Eltern ihre Kinder: Knapp jede zweite Person (49,9 Prozent), die Angehörige finanziell unterstützt, hilft dem eigenen Nachwuchs.

Die Unterstützung sichert den Alltag

Die finanzielle Hilfe wird dabei überwiegend für laufende Ausgaben verwendet. 42,4 Prozent der Befragten finanzieren mit der Unterstützung Lebensmittel, 29,6 Prozent Miete oder Wohnkosten und 24,8 Prozent Mobilität. Es folgen Reisen oder Freizeit (18,3 Prozent), Kleidung (18,0 Prozent) und Versicherungen (17,0 Prozent). Auch Schulden oder Kredite (14,5 Prozent) sowie Ausgaben für Kinder und Familie (12,9 Prozent) werden mithilfe der finanziellen Unterstützung bezahlt.

Ein Grund für die finanzielle Unterstützung liegt häufig in der eigenen Erwerbssituation. Fast ein Drittel (29,6 Prozent) der EmpfängerInnen arbeitet derzeit gar nicht.

Finanzielle Abhängigkeit betrifft beide Seiten

Für viele EmpfängerInnen ist die Unterstützung ein fester Bestandteil in ihrer Finanzplanung. 46,6 Prozent geben an, ihren bisherigen Lebensstandard ohne finanzielle Hilfe durch die Familie nicht halten zu können. Gleichzeitig empfinden 79,1 Prozent die Unterstützung als unangenehm, 39,9 Prozent sprechen mit niemandem darüber.

Auch für diejenigen, die Angehörige finanziell unterstützen, bleibt dies nicht ohne Auswirkungen. 60,9 Prozent geben an, dafür häufig oder zumindest manchmal auf eigene Wünsche oder größere Anschaffungen zu verzichten.

Finanzielle Eigenständigkeit wird zum Beziehungskriterium

Die Umfrage zeigt außerdem, dass finanzielle Eigenständigkeit für viele Menschen auch im Zusammenhang mit einer Partnerschaft eine wichtige Rolle spielt. Insgesamt halten 76 Prozent der Deutschen finanzielle Eigenständigkeit für wichtig. Mehr als jede zweite Person (50,4 Prozent) könnte sich keine Beziehung mit jemandem vorstellen, der regelmäßig Geld von den Eltern erhält.

Für Frauen spielt finanzielle Eigenständigkeit dabei eine größere Rolle als für Männer: 42,4 Prozent der Frauen halten sie für „sehr wichtig“, bei den Männern sind es 23,2 Prozent. Umgekehrt bewerten 24,3 Prozent der Männer finanzielle Unabhängigkeit als eher unwichtig, bei den Frauen sind es 10,5 Prozent.

Kai Töpel, Geschäftsführer von freiheit+, kommentiert die Ergebnisse: „Unsere Umfrage zeigt, welchen Stellenwert finanzielle Unabhängigkeit für viele Menschen heute hat. Dass knapp 30 Prozent der Deutschen Angehörige finanziell unterstützen oder selbst Hilfe aus der Familie erhalten, zeigt, wie selbstverständlich finanzielle Unterstützung innerhalb von Familien inzwischen geworden ist. Gleichzeitig zeigt sich, wie wichtig finanzielle Spielräume für ein selbstbestimmtes Leben sind.”


























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