News RSS-Feed

28.08.2026 Perspektivwechsel! Darum scheitern Deutschlands Milliardenprojekte

Fotocredits: Felix Haumann / Pexels
Alle reden über Digitalisierung, Lean Construction und Genehmigungen. Doch die eigentliche Ursache vieler gescheiterter Immobilien-Projekte liegt beim Auftraggeber selbst in einer frühen Phase. Die Autoren der neuen „Theorie des rationalen Bauherrn" zeigen, warum Bauherren über Erfolg oder Misserfolg entscheiden – und welche fünf Prinzipien Milliardenprojekte robuster machen.

Deutschland investiert so viel in Infrastruktur wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Straßen, Schienen, Energieversorgung, Krankenhäuser, Wohnungsbau oder Verteidigung – in den kommenden Jahren werden öffentliche und private Bauherren Milliardenbeträge verantworten.

Doch nahezu jedes Großprojekt scheint demselben Muster zu folgen: steigende Kosten, verzögerte Fertigstellungen und langwierige Streitigkeiten. Die öffentliche Debatte konzentriert sich dabei fast ausschließlich auf Bauunternehmen, Lieferengpässe, Genehmigungen oder Fachkräftemangel.

Das neue Fachbuch „Theorie des rationalen Bauherrn“ stellt diese Sicht nun grundlegend infrage. Die Autoren Friedrich Prem, Dr. Christoph Pfeiffer und Prof. Dr. Christian Rieck vertreten in ihrem jetzt erschienenen Werk eine provokante These:

Viele Großprojekte scheitern nicht auf der Baustelle – sondern lange vorher.

Nicht die Ausführung sei der entscheidende Risikofaktor, sondern die Art, wie Bauherren Projekte organisieren, Verantwortung vergeben und Anreizsysteme gestalten. „Die größten Risiken entstehen häufig dort, wo Entscheidungen getroffen werden – nicht dort, wo gebaut wird."

Während Politik und Wirtschaft seit Jahren über Digitalisierung, Lean Construction oder schnellere Genehmigungen diskutieren, fehle bislang eine wissenschaftlich fundierte Theorie darüber, welche Rolle der Bauherr selbst für den Projekterfolg spielt.
Genau diese Lücke will das Buch schließen. Dabei verbinden die Autoren jahrzehntelange Erfahrung aus komplexen Bau- und Infrastrukturprojekten mit Erkenntnissen aus Spieltheorie, Prinzipal-Agenten-Theorie und Systemtheorie. Daraus entwickeln sie ein Modell, das erklärt, warum selbst technisch hervorragend geplante Projekte scheitern können, wenn Verantwortlichkeiten, Informationsflüsse und Anreizsysteme falsch ausgestaltet sind.

Die Autoren beschreiben fünf zentrale Stellschrauben, mit denen Bauherren Informationsasymmetrien reduzieren, Fehlanreize vermeiden und Projekte robuster steuern können. Ihr Anspruch reicht dabei bewusst über das Bauwesen hinaus: Die entwickelten Prinzipien sollen überall dort gelten, wo Organisationen komplexe Investitions- und Veränderungsprojekte verantworten.

Angesichts der anstehenden Infrastrukturinvestitionen liefert das Buch damit nicht nur einen Beitrag zur Bauwirtschaft, sondern zur aktuellen wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Debatte über die Zukunft öffentlicher Investitionen. Neues Buch fordert einen radikalen Perspektivwechsel bei Infrastrukturprojekten.

(Quelle: Rieck Verlag GmbH)























Leserumfrage
Wir schätzen Ihre Expertenmeinung!
Hier ist unsere Leserumfrage:
schnell & unkompliziert
Jetzt starten!