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21.08.2026 Kreditgeber wollen Immobilienfinanzierungen deutlich ausweiten

Die Kreditgeber zeigen sich für den deutschen Immobilienfinanzierungsmarkt zunehmend zuversichtlich. 71 Prozent der in Deutschland aktiven Kreditgeber planen, ihre Kreditvergabe 2026 gegenüber dem Vorjahr auszuweiten. Lediglich acht Prozent rechnen mit einem Rückgang ihrer Finanzierungsaktivitäten. Das geht aus dem aktuellen „European Lender Intentions Survey 2026 – Germany * des globalen Immobiliendienstleisters CBRE hervor. Für die Deutschlandauswertung wurden die Antworten von 48 Kreditgebern berücksichtigt, die ihren Sitz in Deutschland haben oder auf dem deutschen Markt aktiv sind.des globalen Immobiliendienstleisters CBRE hervor. Für die Deutschlandauswertung wurden die Antworten von 48 Kreditgebern berücksichtigt, die ihren Sitz in Deutschland haben oder auf dem deutschen Markt aktiv sind.

„Die Fremdkapitalmärkte verfügen weiterhin über eine robuste Liquidität. Banken und alternative Kreditgeber wollen ihr Neugeschäft mehrheitlich ausbauen, wodurch sich insbesondere für hochwertige und nachhaltig positionierte Immobilien wieder bessere Finanzierungsmöglichkeiten ergeben. Gleichzeitig bleibt die Spreizung zwischen erstklassigen Objekten und Immobilien mit strukturellen Defiziten groß“, sagt Prof. Dr. Ralf J. Klann, Head of Debt & Structured Finance Germany bei CBRE.

Büroimmobilien gewinnen wieder an Attraktivität

Wohnimmobilien bleiben die bevorzugte Assetklasse der Kreditgeber, gefolgt von Industrie- und Logistikimmobilien. Büroimmobilien verbessern sich gegenüber der Vorjahresbefragung vom sechsten auf den dritten Rang. Jeweils 16 Prozent der Befragten stuften Büro- beziehungsweise Industrieimmobilien als ihre bevorzugte Assetklasse ein. 38 Prozent nannten Wohnimmobilien an erster Stelle.

Auch die Stimmung gegenüber Büroimmobilien hellt sich auf: 44 Prozent der Kreditgeber beurteilen das Segment positiver als im Vorjahr. Der Nettosaldo aus positiven und negativen Einschätzungen liegt bei 25 Prozent. Vor allem moderne Bürogebäude in guten Lagen mit hoher Flächenqualität und überzeugenden Nachhaltigkeitseigenschaften rücken damit wieder stärker in den Fokus der Finanzierer.

Die Konditionen für erstrangige Finanzierungen haben sich ebenfalls leicht verbessert. Bei erstklassigen Büroimmobilien stieg der durchschnittlich angebotene Loan-to-Value-Wert von 50 auf 55 Prozent. Gleichzeitig sank die Medianmarge für Senior Loans gegenüber dem Vorjahr um 0,25 Prozentpunkte auf 1,75 Prozentpunkte.

Geopolitische Unsicherheit bleibt größte Herausforderung

Trotz der insgesamt positiveren Finanzierungsbereitschaft bleibt das Marktumfeld anspruchsvoll. 81 Prozent der Kreditgeber nennen die unsichere geopolitische Lage als eine der wichtigsten Herausforderungen für den deutschen Finanzierungsmarkt. Auf Rang zwei folgt mit 46 Prozent die Unsicherheit über die weitere Zinsentwicklung. Jeweils 38 Prozent sorgen sich vor einem erneuten Anstieg der Inflation beziehungsweise vor einem weiterhin niedrigen Transaktionsgeschehen.

Die Bedeutung geringer Investitionsaktivitäten als Belastungsfaktor hat jedoch deutlich abgenommen. Im Vorjahr hatten noch 54 Prozent der Befragten diesen Punkt zu den größten Herausforderungen gezählt.

„Dass rückläufige Investitionsvolumina von den Kreditgebern deutlich seltener als zentrales Risiko wahrgenommen werden, ist ein positives Signal für den deutschen Immobilienmarkt. Gemeinsam mit der verbesserten Stimmung in sämtlichen untersuchten Immobiliensegmenten deutet dies darauf hin, dass sich die Einschätzung der Fundamentaldaten stabilisiert. Die geopolitischen Entwicklungen und ihr möglicher Einfluss auf Inflation und Zinsen bleiben allerdings ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor“, sagt Dr. Jan Linsin, Head of Research Germany bei CBRE.

Refinanzierungen dominieren die Kreditnachfrage

Senior Loans bleiben die am häufigsten angebotene Finanzierungsform. 81 Prozent der befragten Kreditgeber sind bereit, entsprechende Darlehen bereitzustellen. Zudem wollen 69 Prozent Projektentwicklungsfinanzierungen anbieten. Besonders gefragt sind dabei vorvermietete Projekte sowie Build-to-Suit-Entwicklungen.

Refinanzierungen bleiben mit einem Anteil von 69 Prozent der wichtigste Treiber der Kreditnachfrage. Weitere 15 Prozent der erwarteten Nachfrage entfallen auf Projektentwicklungen, neun Prozent auf Akquisitionsfinanzierungen und sieben Prozent auf Kapitalrestrukturierungen.

Bei ihren Kreditvergabekriterien erwarten die Institute insgesamt nur geringe Veränderungen. 63 Prozent der Befragten wollen ihre Underwriting-Anforderungen gegenüber dem Vorjahr unverändert lassen. Jeweils 19 Prozent planen eine offensivere beziehungsweise eine konservativere Kreditvergabepolitik.

Alternative Immobiliensegmente etablieren sich

82 Prozent der Kreditgeber sind bereit, mindestens ein alternatives Immobiliensegment zu finanzieren. Das entspricht einem Anstieg um fünf Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Besonders gefragt sind wohnungsnahe Nutzungsarten: Bezahlbarer beziehungsweise geförderter Wohnraum, Co-Living und Seniorenwohnen zählen zu den beliebtesten alternativen Segmenten. Auch Gesundheitsimmobilien und Self-Storage stoßen auf ein breites Interesse. Banken konzentrieren sich dabei stärker auf wohnungsnahe Teilmärkte, während alternative Kreditgeber eine größere Bandbreite an Nutzungsarten in Betracht ziehen.

Nachhaltigkeit entscheidet zunehmend über Finanzierbarkeit

Nachhaltigkeitskriterien sind für Kreditentscheidungen weiterhin von zentraler Bedeutung. 57 Prozent der Kreditgeber finanzieren Immobilien nicht, wenn diese weder die jeweiligen Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllen noch über einen belastbaren Plan zur Verbesserung ihrer Nachhaltigkeitsperformance verfügen. Nur 23 Prozent geben an, dass entsprechende Kriterien keinen Einfluss auf einzelne Kreditentscheidungen haben.

58 Prozent der Befragten verlangen bei nicht konformen Immobilien konkrete Verbesserungspläne. Mehr als die Hälfte kontrolliert deren Umsetzung quartalsweise. Von den Kreditgebern, die solche Pläne vorsehen, verankern 75 Prozent Vertragsklauseln mit Sanktionen bei Nichterfüllung. 54 Prozent bieten zugleich Anreize für das Erreichen vereinbarter Nachhaltigkeitsziele.


























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