20.08.2026 Stimmung verbessert sich trotz turbulentem geopolitischen Umfeld
Die Ergebnisse des RICS Global Commercial Property Monitor (GCPM) für das zweite Quartal 2026 zeichnen auf aggregierter Ebene ein weitgehend stabiles und leicht verbessertes Bild. Der zentrale Commercial Property Sentiment Index (CPSI) stieg geringfügig auf -1 (nach -3 im ersten Quartal 2026). Damit nähert er sich weiter dem neutralen Bereich und setzt den seit der zweiten Jahreshälfte 2024 zu beobachtenden Aufwärtstrend fort, trotz des Rückschlags infolge der Eskalation der Spannungen im Nahen Osten zu Beginn des Jahres.
Unterhalb der aggregierten Betrachtung zeigen die Ergebnisse auf Länderebene eine deutliche Verschiebung. Einige zuvor stärkere Märkte schwächen sich ab, während mehrere Märkte, die mit schwierigen Bedingungen zu kämpfen hatten, deutliche Verbesserungen verzeichnen. Die Kreditbedingungen sind weiterhin alles andere als einheitlich, auch wenn in einigen Märkten eine teilweise Umkehr der im ersten Quartal gemeldeten Verschärfung eingesetzt hat.
Regionale Besonderheiten: Amerika gewinnt an Stärke, während MEA nachlässt
Der CPSI für die Region Amerika liegt weiterhin vorn. Er stieg im zweiten Quartal auf +12 (nach +10 im ersten Quartal) und setzt damit die positive Dynamik der vergangenen zwei Jahre fort. In den Vereinigten Staaten, die den Wert für Amerika maßgeblich bestimmen, stieg der CPSI auf +13 (nach +10), während Kanada mit +3 (nach -1) leicht in den positiven Bereich wechselte. Rückmeldungen von US-Teilnehmern betonen die Stärke des Industriesegments und eine weitere Verbesserung im Bürobereich. Als wesentliche Stützen werden die Erholung der Kreditvergabe und die reichlich vorhandene Liquidität genannt.
Auch Europa verzeichnete ein etwas günstigeres Ergebnis. Hier bewegte sich der CPSI sich -6 (nach -8) wieder in Richtung null. Frankreich und Italien, die im ersten Quartal die schwächsten europäischen Werte verzeichnet hatten, verbesserten sich beide. Der französische CPSI stieg auf -32 (nach -39), während der italienische Wert mit +4 (nach -8) wieder in den positiven Bereich zurückkehrte. Irland verbesserte sich auf +14 (nach +6), Großbritannien auf -8 (nach -12). Deutschland hingegen gab leicht auf -23 (nach -20) nach, was die anhaltende Zurückhaltung in den größten Metropolen des Landes widerspiegelt. Polen und Spanien gehören mit +27 beziehungsweise +26 weiterhin zu den stärksten europäischen Märkten.
Im Gegensatz dazu verzeichnete die Region Middle East Africa (MEA) den stärksten Rückgang gegenüber dem Vorquartal und fiel auf -1 (nach +3 im ersten Quartal und +11 im vierten Quartal 2025), belastet durch die anhaltenden Beeinträchtigungen infolge der Konflikte in der Region. Die Vereinigten Arabischen Emirate verzeichneten weltweit den stärksten Rückgang eines einzelnen Landes und fielen auf -32 (nach -12 im ersten Quartal und +37 Ende 2025). Saudi-Arabiens CPSI war hingegen nicht im gleichen Ausmaß betroffen, auch wenn der aktuelle Wert von +15 weiterhin unter den Höchstständen von 2024 und Anfang 2025 liegt. Insgesamt weist der Markt bei den zugrunde liegenden Nutzer- und Investmentkennzahlen jedoch weiterhin solide Fundamentaldaten auf. Die Stimmung im Gewerbeimmobilienmarkt Südafrikas bleibt unterdessen positiv; der CPSI stieg leicht auf +13 (nach +11).
Der CPSI für die Region APAC blieb mit -12 (nach -11) weitgehend unverändert und belastet damit weiterhin leicht den globalen Gesamtwert. China (-32 nach -38) und Hongkong (-12 nach -14) verzeichneten jeweils leichte Verbesserungen, auch wenn die Stimmung weiterhin deutlich negativ ist. Die Dynamik in Japan schwächte sich ab; der zentrale Index sank auf +27 (nach +40), bleibt im globalen Vergleich jedoch stark. Indien und Sri Lanka entwickeln sich weiterhin solide und weisen bei allen wichtigen Nachfrageindikatoren deutlich positive Werte auf.
Nutzermärkte zeigen weiterhin Widerstandsfähigkeit
Die relative Stabilität zeigt sich auch in den Kennzahlen der Nutzermärkte. Der globale Occupier Sentiment Index (OSI)*** stieg im zweiten Quartal auf null (nach -2 im ersten Quartal). Die Nutzernachfrage über alle Immobiliensegmente hinweg hielt sich gut; der Nettosaldo lag bei +10 % (nach +12 %) und deutet damit auf eine weiterhin positive Dynamik bei den Vermietungsaktivitäten hin.
Die Region Amerika weist weiterhin die stärksten Fundamentaldaten auf den Nutzermärkten auf. Der OSI stieg auf +15 (nach +11), während sich die Nutzernachfrage auf einen Nettosaldo von +36 % (nach +32 %) erhöhte. Dies deckt sich mit Branchenkommentaren, die auf eine stärkere Büropräsenz sowie eine anhaltende Dynamik bei der Vermietung von Industrie- und Logistikflächen hinweisen. Auch die Nutzernachfrage in MEA blieb mit +11 % deutlich positiv, wenngleich dies eine Abschwächung gegenüber +24 % im vierten Quartal darstellt. Der Nettosaldo der europäischen Nutzernachfrage verbesserte sich leicht auf -2 % (nach -3 %), während APAC mit -6 % (nach +4 %) leicht ins Negative drehte, bedingt durch schwächere Werte in Australien, Hongkong und Festlandchina.
Trendwende bei Kreditbedingungen in einigen Märkten, Unterschiede bleiben jedoch bestehen
Während sich die zu Jahresbeginn gemeldete starke Verschlechterung der Kreditbedingungen im zweiten Quartal in einigen Märkten teilweise abschwächte, stellten die Finanzierungsbedingungen in anderen Märkten weiterhin einen erheblichen Gegenwind dar. Darüber hinaus bleibt das globale Umfeld unsicher. Die jüngsten Energiepreissteigerungen und die anhaltenden geopolitischen Spannungen haben die Sorgen hinsichtlich Inflation, Zinserwartungen und Volatilität an den Anleihemärkten erneut verstärkt.
Die stärksten Verbesserungen im zweiten Quartal verzeichneten Ungarn, wo der Nettosaldo auf +72 % (nach +11 %) stieg, Singapur (+33 % nach -14 %), Polen (+50 % nach +15 %) und China (+37 % nach +7 %). Auch in Großbritannien wurden die Kreditbedingungen weniger restriktiv. Hier verbesserte sich der Nettosaldo auf -23 % (nach -44 %).
Im Gegensatz dazu verschlechterten sich die Finanzierungsbedingungen deutlich in Saudi-Arabien (+8 % nach +71 %), Belgien (-67 % nach -25 %) und Deutschland (-70 % nach -42 %). Dies unterstreicht, dass die Kreditbedingungen zunehmend marktspezifisch geprägt sind. Während bestimmte europäische Märkte mit den Auswirkungen volatiler Energiepreise konfrontiert sind, werden die Volkswirtschaften des Nahen Ostens weiterhin durch regionale Konflikte beeinträchtigt, insbesondere durch Störungen wichtiger Energieinfrastrukturen und Öltransportrouten. Der MEA-Wert für die Kreditbedingungen sank auf +7 % (nach +17 % im ersten Quartal und +34 % Ende 2025) und spiegelt damit den Dynamikverlust beim zentralen CPSI der Region wider.
Erwartungen an Kapitalwerte steigen auf Sicht von 12 Monaten leicht
Auf globaler Ebene stieg der Nettosaldo der Kapitalwerterwartungen für die kommenden 12 Monate auf +13 % (nach +4 % im ersten Quartal). Gemessen an konkreten Punktschätzungen liegt die globale Prognose für alle Immobiliensegmente für die kommenden 12 Monate nun bei +0,2 % (gegenüber zuvor -0,2 %). Für erstklassige Büroimmobilien wird ein Wachstum von +2,2 % erwartet (nach zuvor rund +1,5 %), für erstklassige Industrieimmobilien +1,6 % und für erstklassige Einzelhandelsimmobilien +1,6 % (nach +0,9 %). Sekundäre Segmente zeigen weiterhin ein schwächeres Bild, das Tempo des erwarteten Rückgangs hat sich jedoch verlangsamt.
Auf Basis des Nettosaldos führen Indien (+68 %), Sri Lanka (+82 %) und die Schweiz (+56 %) die Rangliste der Kapitalwertprognosen auf Länderebene an, während China (-41 %), Österreich (-39 %) und Deutschland (-31 %) am anderen Ende der Skala liegen. Zu den auffälligsten Veränderungen zählen Italien (von -7 % auf +15 %) und Malaysia (von +13 % auf +40 %), während Neuseeland (von +21 % auf -9 %) und Bulgarien (von +41 % auf +17 %) die stärksten Abwärtskorrekturen verzeichneten.
Die Erwartungen für die Mieten in den kommenden 12 Monaten folgen einem ähnlichen Muster. Der globale Nettosaldo über alle Immobiliensegmente hinweg stieg auf +14 % (nach +9 %). Für die kommenden 12 Monate wird bei erstklassigen Büroimmobilien ein Mietwachstum von 2,1 % erwartet, bei erstklassigen Industrie- und Einzelhandelsimmobilien von 2,2 % bzw. 1,8 %. Rechenzentren bleiben im Bereich der alternativen Immobiliensegmente herausragend, mit einem Mietwachstum von 4,3 % und einem Kapitalwertwachstum von 4,9 % (nach zuvor 4,1 % bzw. 4,0 %).
Pflegeeinrichtungen, Hotels, Studierendenwohnheime und Mehrfamilienhäuser weisen weiterhin positive Wachstumsprognosen auf, während die Erwartungen für Life-Sciences-Immobilien im Vergleich etwas verhaltener ausfallen.
Frühe Aufschwungphase des Zyklus wird häufiger genannt
Die Einschätzung der Befragten zur aktuellen Phase des Immobilienzyklus verschob sich im zweiten Quartal leicht in eine positivere Richtung. Der Anteil derjenigen, die die derzeitigen Bedingungen als frühe Aufschwungphase einstuften, stieg auf 28 % (nach 24 %) und übertraf damit die Kategorien „mittlere Abschwungphase“ (19 %) und „Talsohle“ (18 %), womit er die größte Einzelgruppe bildet.
Zusammen mit der leichten Festigung der zentralen Stimmungsindizes deutet dies darauf hin, dass die Befragten vorsichtig optimistisch sind, dass die Talsohle des aktuellen Zyklus inzwischen durchschritten sein könnte, auch wenn das Tempo einer möglichen Erholung von Markt zu Markt weiterhin unterschiedlich ausfällt.
Die Einschätzungen des aktuellen Bewertungsniveaus blieben weitgehend stabil. 49 % der Befragten bezeichneten den Markt als fair bewertet (gegenüber 47 % im ersten Quartal), 30 % hielten ihn für teuer (nahezu unverändert) und 16 % stuften die Bedingungen als günstig ein. Der Anteil derjenigen, die den Markt als sehr teuer bezeichneten, sank leicht auf 5 % (nach 7 %). Dies steht im Einklang mit einer allgemeinen Abschwächung der Preissorgen nach der stärkeren Korrektur zu Beginn des Jahres 2026.
Europa: Zentrale Nachfrageindikatoren bleiben weitgehend unverändert, doch das Kreditumfeld verschlechtert sich weiter
Der europäische CPSI machte einen Teil der im ersten Quartal verlorenen Boden gut und stieg leicht von zuvor -8 auf einen Wert von -6. Damit liegt der Index wieder weitgehend auf dem Niveau vom Ende des vergangenen Jahres, wenngleich er sich weiterhin in leicht negativem Bereich befindet. Die geringfügig weniger pessimistische Stimmung zeigte sich sowohl auf Nutzer- als auch auf Investorenseite des Marktes.
Sowohl der Occupier Sentiment Index (OSI) als auch der Investment Sentiment Index (ISI) haben sich in den vergangenen Jahren zu verschiedenen Zeitpunkten auseinanderentwickelt. Die jüngsten Werte zeigen jedoch, dass sie sich in den vergangenen beiden Quartalen wieder angenähert haben. Noch ist keiner der beiden Indizes in den positiven Bereich zurückgekehrt, allerdings war die Entwicklung im vergangenen Jahr eher von einer allmählichen Stabilisierung als von einem erneuten Rückgang geprägt.
Unterschiede innerhalb Europas werden ausgeprägter
Die Analyse auf Länderebene zeigt weiterhin deutliche Unterschiede bei der Stimmung innerhalb Europas, wobei sich dieses Muster im aktuellen Quartal noch verstärkt hat. Polen weist inzwischen die positivsten Werte aller untersuchten europäischen Märkte auf. Der CPSI stieg dort auf +27, dicht gefolgt von Spanien mit +26. Auch Portugal und Irland liegen weiterhin deutlich im positiven Bereich. Zudem sind Ungarn, Griechenland, die Schweiz, Zypern und Italien in diesem Quartal ebenfalls in den expansiven Bereich vorgerückt.
Am anderen Ende des Spektrums bleibt der CPSI-Wert in Frankreich mit -32 der schwächste in der gesamten Region, wenngleich dies gegenüber den im ersten Quartal verzeichneten -39 eine leichte Abschwächung des Pessimismus darstellt. Österreich fiel deutlich von -9 auf -24, während Deutschland mit -23 noch tiefer in den negativen Bereich rutschte. In Großbritannien verbesserte sich der zentrale Stimmungsindex von -12 auf -8 und fiel damit weniger pessimistisch aus.
Kreditbedingungen verschlechtern sich weiter
Unterhalb des stabileren Gesamtindikators verschlechtert sich das Kreditumfeld weiter. Der Nettosaldo für die Kreditbedingungen sank weiter auf -27 %, verglichen mit -24 % im ersten Quartal und einem eindeutig positiven Wert von +15 % Ende des vergangenen Jahres. Damit weist Europa weltweit den negativsten Wert auf, während der globale Durchschnitt bei +3 % liegt.
Die anhaltende Verschlechterung in Europa deutet darauf hin, dass sich die im ersten Quartal beobachtete Verschärfung auf regionaler Ebene nicht wesentlich zurückgebildet hat, wobei die Auswirkungen des Energiepreisschocks auf die Inflation weiterhin Anlass zur Sorge geben. Darüber hinaus unterstreicht die jüngste Entscheidung der EZB, die Zinssätze anzuheben, die anhaltenden Inflationssorgen in der Region und dürfte das schwierige Kreditumfeld kurzfristig weiter verschärfen.
Wichtig ist, dass einige der in der vorherigen Umfrage möglichen Probleme nun tatsächlich eintreten. Im ersten Quartal wurde festgestellt, dass die Investitionsanfragen trotz der deutlichen Verschlechterung der Kreditbedingungen stabil geblieben waren und dass der historische Zusammenhang zwischen den beiden Datenreihen auf ein nachlassendes Investoreninteresse hindeutete, sollten sich die Kreditbedingungen nicht wieder verbessern. Die Kreditbedingungen haben sich nicht verbessert, und die Investitionsanfragen stagnieren nun entsprechend; der Nettosaldo sank von zuvor +4 % auf null. Am deutlichsten zeigt sich die Abschwächung im Bürosegment, wo der Wert von +1 % auf -6 % fiel, während Industrieimmobilien unter den traditionellen Sektoren mit +8 % weiterhin das stärkste Investoreninteresse auf sich ziehen.
Allerdings verläuft die Verschlechterung der Kreditbedingungen innerhalb Europas keineswegs einheitlich. Österreich verzeichnete die stärkste Veränderung aller untersuchten Märkte. Hier fiel der Nettosaldo deutlich von einer zuvor neutralen Position, während er in Deutschland weiter zurückging und nun bei -70 % liegt. Auch Bulgarien und Rumänien verzeichneten eine deutliche Verschärfung.
Im Gegensatz dazu entwickelten sich mehrere Märkte klar in die entgegengesetzte Richtung. Ungarn und Polen verbesserten sich deutlich, während sich ein Großteil der negativen Einschätzung in Großbritannien gegenüber dem ersten Quartal abschwächte. Dennoch stellt die durch den anhaltenden Konflikt im Nahen Osten verursachte Störung ein erhebliches Risiko dar und dürfte kurzfristig weiterhin für Volatilität bei den Zinserwartungen sorgen.
Nutzerindikatoren stabil, allerdings verschiebt sich der Branchenmix
Die Indikatoren für den Nutzermarkt blieben weitgehend stabil; der aggregierte Nettosaldo der Nachfrage veränderte sich mit -2 % nur geringfügig. Die Zusammensetzung nach Sektoren verschob sich jedoch etwas. Die Nachfrage nach Industrieimmobilien stieg auf +6 %, und der Einzelhandel entwickelte sich mit -5 % weniger negativ als zuvor (-9 %), während sich die Nachfrage nach Büroflächen von -2 % auf einen Nettosaldo von -8 % verschlechterte.
An anderer Stelle in den Nutzerdaten nimmt die Verfügbarkeit weiterhin zu, wenn auch mit einem leicht nachlassenden Tempo (gemessen am Nettosaldo), und auch das Niveau der angebotenen Incentives stieg erneut. Beides entspricht einem Markt, in dem Vermieter außerhalb der Prime-Segmente weiterhin nur über eine begrenzte Preissetzungsmacht verfügen.
Zukunftsgerichtete Erwartungen verbessern sich leicht
Was die Erwartungen betrifft, sind die zukunftsgerichteten Daten ermutigender, als es die Indikatoren für die aktuellen Bedingungen vermuten lassen. Die Mietprognosen für die kommenden 12 Monate verbesserten sich auf einen Nettosaldo von +13 % (nach +5 %), während die Erwartungen für die Kapitalwerte über 12 Monate wieder in den positiven Bereich zurückkehrten und nun bei +3 % liegen, verglichen mit zuvor -2 %. Auch die kurzfristigen Prognosen verbesserten sich. Der Wert für die Kapitalwerte über drei Monate erholte sich von -10 % auf -4 %.
Der Gegensatz zwischen sich verschlechternden Kreditbedingungen und sich verbessernden Erwartungen deutet darauf hin, dass die Befragten das derzeitige Finanzierungsumfeld zunehmend eher als kurzfristige Einschränkung denn als länger anhaltendes Problem betrachten.
Bei den Prognosen für Kapitalwerte und Mieten in Europa in den kommenden 12 Monaten auf Sektorebene setzt sich das bekannte Muster. Für Prime-Objekte werden moderate positive Renditen erwartet, während Sekundärobjekte weiterhin zurückbleiben. Rechenzentren bleiben der Sektor mit der stärksten prognostizierten Entwicklung. Hier wird ein Wachstum der Kapitalwerte von 4,4 % erwartet, gefolgt von Mehrfamilienhäusern mit 2,5 %. Sekundäre Büroimmobilien bleiben mit einem erwarteten Wertrückgang von -2,8 % das schwächste Segment, dicht gefolgt von sekundären Einzelhandelsimmobilien.
Auf Länderebene befinden sich Polen und Spanien am positiveren Ende des Spektrums. Dort wird für die Kapitalwerte von Prime-Büroimmobilien ein Anstieg um 6,2 % bzw. 4,5 % erwartet. Auch die Schweiz erwartet ein solides Wachstum, insbesondere bei Prime-Industrieimmobilien. Im Gegensatz dazu bleiben die Erwartungen für Frankreich und Deutschland am gedämpftesten. In beiden Märkten wird für sekundäre Büroimmobilien ein Rückgang der Werte um mehr als 6 % prognostiziert. Doch selbst in diesen Märkten wird für Rechenzentren ein deutliches Wachstum erwartet, das in beiden Fällen bei annähernd 5 % liegt.
Einschätzungen zur aktuellen Phase des Marktzyklus bleiben geteilt
Schließlich haben sich die Einschätzungen darüber, in welcher Phase des Zyklus sich der Markt derzeit befindet, in diesem Quartal etwas verändert. Europaweit sank der Anteil der Befragten, die den Markt in einer frühen Aufschwungphase sehen, von 30 % auf 25 %. Dies wurde jedoch weitgehend durch einen Anstieg des Anteils derjenigen ausgeglichen, die von einer mittleren Aufschwungphase ausgehen. Dieser erhöhte sich von 10 % auf 15 %.
Auf Länderebene sehen die Befragten in Polen, Ungarn und der Schweiz die Marktbedingungen am ehesten im Einklang mit einem Aufschwung, während sich die Rückmeldungen aus Frankreich und Deutschland weiterhin auf die mittlere Abschwungphase und die Talsohle konzentrieren. Spanien stellt eine bemerkenswerte Ausnahme dar. Dort ordnet der größte einzelne Anteil der Befragten den Markt auf seinem Höhepunkt ein.
Deutschland: Kreditkonditionen verschlechtern sich extrem, zudem sieht Mehrheit den Markt in einer Abschwungphase oder am Tiefpunkt im Zyklus
Die aktuellen Ergebnisse für Deutschland zeigen, dass die Stimmung am Immobilienmarkt insgesamt weiterhin gedrückt bleibt, sowohl mit Blick auf den Nutzermarkt als auch auf den Investmentmarkt. Demnach fiel der Gesamtindex CPSI im zweiten Quartal von -20 auf -23. Zudem gibt eine Mehrheit der Befragten an, dass sich der Markt derzeit weiterhin entweder in einer Abschwungphase (39 %, nach 21 %) oder am Tiefpunkt des Marktzyklus (39 %, nach 42 %) befindet. Die Investorenstimmung fiel von -20 auf -27; die Mieterstimmung verharrt bei -20.
Die Investorennachfrage über alle Assetklassen ist weiterhin im negativen Bereich, fällt deutlich und erreicht ein Nettosaldo von -20 % (Q1: -12 %). Bei Büroimmobilien sinkt der Nettosaldo und verzeichnet jetzt einen Wert von -23 % (Q1: -16 %). Bei Industrieimmobilien verändert sich der Nettosaldo der Investorennachfrage ebenfallt und sinkt auf -6 % (Q1: -2 %) und bei Einzelhandelsimmobilien ist der größte Unterschied zu verzeichnen. Hier gibt der Nettosaldo deutlich von -19 % auf -33 % nach. Der Nettosaldo der Mieternachfrage über alle Assetklassen hat sich etwas erholt und erreicht im zweiten Quartal einen Wert von -18 % (Q1: -24 %). Dabei stieg die Nutzernachfrage nach Büros von -33 % auf -13 %. Industrieimmobilien sanken leicht von -6 % auf -8 % und Einzelhandelsimmobilien stiegen fast unmerklich von -33 % auf -31 %.
Bei der Einschätzung von Deutschland als Immobilieninvestitionsstandort haben sich Veränderungen ergeben; als teuer schätzen ihn 46 % (Q1: 30 %) ein und 11 % als günstig (Q1: 12%). Doch die Zahl derer, die die Preise als angemessen ansehen, ist mit 43 % klar gefallen (Q1: 58 %).
Bei den Kapitalwerterwartungen für die nächsten 12 Monate über alle Assetklassen haben sich ebenfalls deutliche Veränderungen ergeben, sie erreichen einen Wert von -31 % (Q1: -17 %). Büroimmobilien fielen stark von -24 % auf -39 %. Die Aussichten bei den Kapitalwerten von Industrieimmobilien sanken ebenfalls von Null auf -10 %. Bei Einzelhandelsimmobilien ist eine starke Verschlechterung eingetreten. Sie erreichten einen Wert von -43 % (Q1: -26 %).
Bei der Einschätzung der Befragten zu den Mieten in den nächsten 12 Monaten ist ein anderes Bild auszumachen. Dort verharrten die Mieterwartungen in den letzten drei Quartalen in Folge bei -14 % bzw. -13 % über alle Assetklassen hinweg. Im zweiten Quartal ist eine Steigerung auf -5 % auszumachen. Büroimmobilien stiegen von -9 % auf Null. Bei Einzelhandelsimmobilien legten ebenfalls zu und erreichten einen Wert von -29 (Q1: -36 %). Industrieimmobilien allerdings sind weiter im positiven Bereich und stiegen von +6 % auf +12 %.
Seit dem zweiten Quartal 2020 nahmen die deutschen Teilnehmer durchgängig eine negative Veränderung bei den Kreditkonditionen wahr. Erst im ersten Quartal 2024 drehte der Wert mit +4 % ins Positive und blieb im Jahresverlauf 2024 deutlich dort. Das Jahr 2025 hingegen zeigte sich volatiler. Hier erreichten die Werte über die vier Quartale hinweg -11 %, +25 %, 0 % und -6 %. Im ersten Quartal dieses Jahr sank der Nettosaldo dann deutlich auf -42 %. Jetzt gibt er erneut extrem nach und verzeichnet einen Wert von -70 %. Das spiegelt sich auch in den Zahlen für den Beginn von Projektentwicklungen. Hier fiel der Nettosaldo über alle Assetklassen hinweg von -26 % auf -45 % und verbleibt damit aber weiterhin im negativen Bereich. Das letzte Mal, dass dieser Wert im positiven Bereich lag, war im vierten Quartal 2019.
Fazit Europa: Geopolitische Unsicherheit und Investitionszurückhaltung drücken den Markt in Europa
Susanne Eickermann-Riepe FRICS, Senior Vice President (SVP) der RICS weltweit: „Zentrale Nachfrageindikatoren bleiben in Europa weitgehend unverändert und das europäische Sentiment zeigt sich schwach. Kreditkonditionen verschlechtern sich erneut und die Investitionszurückhaltung verstärkt sich. Unterschiede in Europa werden im Gesamtindex ausgeprägter. Während Polen, Spanien und Portugal deutlich im positiven Bereich liegen, bleiben Frankreich, Deutschland und Österreich die Schlusslichter. Die Indikatoren für den Nutzermarkt blieben weitgehend stabil, aber die Verfügbarkeit in mehreren Assetklassen nahm zu und das Niveau an angebotenen Incentives stieg erneut. Die Erwartungen an Mietprognosen und Kapitalwerte sind leicht gestiegen, allerdings werden moderate Renditen nur in Prime-Märkten erwartet, sekundäre Märkte bleiben weiterhin zurück. Rechenzentren bleiben der Sektor mit den am stärksten prognostizierten Entwicklungen. Die Aussichten für Prime–Assets bleiben leicht positiv, während für sekundäre Büroimmobilien und Einzelhandelsobjekte kaum Entlastung erwartet wird. Die Einschätzungen zum Marktzyklus bleiben in Europa stark geteilt, nur wenige Länder sehen eine beginnende Aufschwungphase.“
Fazit Deutschland: Nutzer gibt ein Zeichen der Hoffnung, Kapitalmarkt bleibt skeptisch
Jens Böhnlein MRICS, Vorstandsvorsitzender der RICS Deutschland: „Der Nutzer gibt ein Zeichen der Hoffnung, der Kapitalmarkt bleibt skeptisch. Der deutsche Immobilienmarkt zeigt erste Lebenszeichen, aber noch keine Trendwende. Er bleibt in einer schwierigen Übergangsphase. Die im vergangenen Quartal erkennbaren Ansätze einer Bodenbildung haben sich noch nicht zu einer nachhaltigen Trendwende verdichtet. Insbesondere die weitere Verschlechterung der Kreditkonditionen und rückläufigen Kapitalwerterwartungen bremsen die Erholung und belasten die Investitionsbereitschaft.
Gleichzeitig gibt es erste positive Signale auf der Nutzerseite: Die Nachfrage nach Büroflächen hat sich verbessert und auch die Mietpreiserwartungen entwickeln sich wieder günstiger. Damit zeigt sich ein zunehmend differenziertes Bild des Marktes. Für eine nachhaltige Erholung bleiben stabile Finanzierungsbedingungen, realistische Preisvorstellungen und eine Belebung der Investitionsaktivität die entscheidenden Voraussetzungen.“
Unterhalb der aggregierten Betrachtung zeigen die Ergebnisse auf Länderebene eine deutliche Verschiebung. Einige zuvor stärkere Märkte schwächen sich ab, während mehrere Märkte, die mit schwierigen Bedingungen zu kämpfen hatten, deutliche Verbesserungen verzeichnen. Die Kreditbedingungen sind weiterhin alles andere als einheitlich, auch wenn in einigen Märkten eine teilweise Umkehr der im ersten Quartal gemeldeten Verschärfung eingesetzt hat.
Regionale Besonderheiten: Amerika gewinnt an Stärke, während MEA nachlässt
Der CPSI für die Region Amerika liegt weiterhin vorn. Er stieg im zweiten Quartal auf +12 (nach +10 im ersten Quartal) und setzt damit die positive Dynamik der vergangenen zwei Jahre fort. In den Vereinigten Staaten, die den Wert für Amerika maßgeblich bestimmen, stieg der CPSI auf +13 (nach +10), während Kanada mit +3 (nach -1) leicht in den positiven Bereich wechselte. Rückmeldungen von US-Teilnehmern betonen die Stärke des Industriesegments und eine weitere Verbesserung im Bürobereich. Als wesentliche Stützen werden die Erholung der Kreditvergabe und die reichlich vorhandene Liquidität genannt.
Auch Europa verzeichnete ein etwas günstigeres Ergebnis. Hier bewegte sich der CPSI sich -6 (nach -8) wieder in Richtung null. Frankreich und Italien, die im ersten Quartal die schwächsten europäischen Werte verzeichnet hatten, verbesserten sich beide. Der französische CPSI stieg auf -32 (nach -39), während der italienische Wert mit +4 (nach -8) wieder in den positiven Bereich zurückkehrte. Irland verbesserte sich auf +14 (nach +6), Großbritannien auf -8 (nach -12). Deutschland hingegen gab leicht auf -23 (nach -20) nach, was die anhaltende Zurückhaltung in den größten Metropolen des Landes widerspiegelt. Polen und Spanien gehören mit +27 beziehungsweise +26 weiterhin zu den stärksten europäischen Märkten.
Im Gegensatz dazu verzeichnete die Region Middle East Africa (MEA) den stärksten Rückgang gegenüber dem Vorquartal und fiel auf -1 (nach +3 im ersten Quartal und +11 im vierten Quartal 2025), belastet durch die anhaltenden Beeinträchtigungen infolge der Konflikte in der Region. Die Vereinigten Arabischen Emirate verzeichneten weltweit den stärksten Rückgang eines einzelnen Landes und fielen auf -32 (nach -12 im ersten Quartal und +37 Ende 2025). Saudi-Arabiens CPSI war hingegen nicht im gleichen Ausmaß betroffen, auch wenn der aktuelle Wert von +15 weiterhin unter den Höchstständen von 2024 und Anfang 2025 liegt. Insgesamt weist der Markt bei den zugrunde liegenden Nutzer- und Investmentkennzahlen jedoch weiterhin solide Fundamentaldaten auf. Die Stimmung im Gewerbeimmobilienmarkt Südafrikas bleibt unterdessen positiv; der CPSI stieg leicht auf +13 (nach +11).
Der CPSI für die Region APAC blieb mit -12 (nach -11) weitgehend unverändert und belastet damit weiterhin leicht den globalen Gesamtwert. China (-32 nach -38) und Hongkong (-12 nach -14) verzeichneten jeweils leichte Verbesserungen, auch wenn die Stimmung weiterhin deutlich negativ ist. Die Dynamik in Japan schwächte sich ab; der zentrale Index sank auf +27 (nach +40), bleibt im globalen Vergleich jedoch stark. Indien und Sri Lanka entwickeln sich weiterhin solide und weisen bei allen wichtigen Nachfrageindikatoren deutlich positive Werte auf.
Nutzermärkte zeigen weiterhin Widerstandsfähigkeit
Die relative Stabilität zeigt sich auch in den Kennzahlen der Nutzermärkte. Der globale Occupier Sentiment Index (OSI)*** stieg im zweiten Quartal auf null (nach -2 im ersten Quartal). Die Nutzernachfrage über alle Immobiliensegmente hinweg hielt sich gut; der Nettosaldo lag bei +10 % (nach +12 %) und deutet damit auf eine weiterhin positive Dynamik bei den Vermietungsaktivitäten hin.
Die Region Amerika weist weiterhin die stärksten Fundamentaldaten auf den Nutzermärkten auf. Der OSI stieg auf +15 (nach +11), während sich die Nutzernachfrage auf einen Nettosaldo von +36 % (nach +32 %) erhöhte. Dies deckt sich mit Branchenkommentaren, die auf eine stärkere Büropräsenz sowie eine anhaltende Dynamik bei der Vermietung von Industrie- und Logistikflächen hinweisen. Auch die Nutzernachfrage in MEA blieb mit +11 % deutlich positiv, wenngleich dies eine Abschwächung gegenüber +24 % im vierten Quartal darstellt. Der Nettosaldo der europäischen Nutzernachfrage verbesserte sich leicht auf -2 % (nach -3 %), während APAC mit -6 % (nach +4 %) leicht ins Negative drehte, bedingt durch schwächere Werte in Australien, Hongkong und Festlandchina.
Trendwende bei Kreditbedingungen in einigen Märkten, Unterschiede bleiben jedoch bestehen
Während sich die zu Jahresbeginn gemeldete starke Verschlechterung der Kreditbedingungen im zweiten Quartal in einigen Märkten teilweise abschwächte, stellten die Finanzierungsbedingungen in anderen Märkten weiterhin einen erheblichen Gegenwind dar. Darüber hinaus bleibt das globale Umfeld unsicher. Die jüngsten Energiepreissteigerungen und die anhaltenden geopolitischen Spannungen haben die Sorgen hinsichtlich Inflation, Zinserwartungen und Volatilität an den Anleihemärkten erneut verstärkt.
Die stärksten Verbesserungen im zweiten Quartal verzeichneten Ungarn, wo der Nettosaldo auf +72 % (nach +11 %) stieg, Singapur (+33 % nach -14 %), Polen (+50 % nach +15 %) und China (+37 % nach +7 %). Auch in Großbritannien wurden die Kreditbedingungen weniger restriktiv. Hier verbesserte sich der Nettosaldo auf -23 % (nach -44 %).
Im Gegensatz dazu verschlechterten sich die Finanzierungsbedingungen deutlich in Saudi-Arabien (+8 % nach +71 %), Belgien (-67 % nach -25 %) und Deutschland (-70 % nach -42 %). Dies unterstreicht, dass die Kreditbedingungen zunehmend marktspezifisch geprägt sind. Während bestimmte europäische Märkte mit den Auswirkungen volatiler Energiepreise konfrontiert sind, werden die Volkswirtschaften des Nahen Ostens weiterhin durch regionale Konflikte beeinträchtigt, insbesondere durch Störungen wichtiger Energieinfrastrukturen und Öltransportrouten. Der MEA-Wert für die Kreditbedingungen sank auf +7 % (nach +17 % im ersten Quartal und +34 % Ende 2025) und spiegelt damit den Dynamikverlust beim zentralen CPSI der Region wider.
Erwartungen an Kapitalwerte steigen auf Sicht von 12 Monaten leicht
Auf globaler Ebene stieg der Nettosaldo der Kapitalwerterwartungen für die kommenden 12 Monate auf +13 % (nach +4 % im ersten Quartal). Gemessen an konkreten Punktschätzungen liegt die globale Prognose für alle Immobiliensegmente für die kommenden 12 Monate nun bei +0,2 % (gegenüber zuvor -0,2 %). Für erstklassige Büroimmobilien wird ein Wachstum von +2,2 % erwartet (nach zuvor rund +1,5 %), für erstklassige Industrieimmobilien +1,6 % und für erstklassige Einzelhandelsimmobilien +1,6 % (nach +0,9 %). Sekundäre Segmente zeigen weiterhin ein schwächeres Bild, das Tempo des erwarteten Rückgangs hat sich jedoch verlangsamt.
Auf Basis des Nettosaldos führen Indien (+68 %), Sri Lanka (+82 %) und die Schweiz (+56 %) die Rangliste der Kapitalwertprognosen auf Länderebene an, während China (-41 %), Österreich (-39 %) und Deutschland (-31 %) am anderen Ende der Skala liegen. Zu den auffälligsten Veränderungen zählen Italien (von -7 % auf +15 %) und Malaysia (von +13 % auf +40 %), während Neuseeland (von +21 % auf -9 %) und Bulgarien (von +41 % auf +17 %) die stärksten Abwärtskorrekturen verzeichneten.
Die Erwartungen für die Mieten in den kommenden 12 Monaten folgen einem ähnlichen Muster. Der globale Nettosaldo über alle Immobiliensegmente hinweg stieg auf +14 % (nach +9 %). Für die kommenden 12 Monate wird bei erstklassigen Büroimmobilien ein Mietwachstum von 2,1 % erwartet, bei erstklassigen Industrie- und Einzelhandelsimmobilien von 2,2 % bzw. 1,8 %. Rechenzentren bleiben im Bereich der alternativen Immobiliensegmente herausragend, mit einem Mietwachstum von 4,3 % und einem Kapitalwertwachstum von 4,9 % (nach zuvor 4,1 % bzw. 4,0 %).
Pflegeeinrichtungen, Hotels, Studierendenwohnheime und Mehrfamilienhäuser weisen weiterhin positive Wachstumsprognosen auf, während die Erwartungen für Life-Sciences-Immobilien im Vergleich etwas verhaltener ausfallen.
Frühe Aufschwungphase des Zyklus wird häufiger genannt
Die Einschätzung der Befragten zur aktuellen Phase des Immobilienzyklus verschob sich im zweiten Quartal leicht in eine positivere Richtung. Der Anteil derjenigen, die die derzeitigen Bedingungen als frühe Aufschwungphase einstuften, stieg auf 28 % (nach 24 %) und übertraf damit die Kategorien „mittlere Abschwungphase“ (19 %) und „Talsohle“ (18 %), womit er die größte Einzelgruppe bildet.
Zusammen mit der leichten Festigung der zentralen Stimmungsindizes deutet dies darauf hin, dass die Befragten vorsichtig optimistisch sind, dass die Talsohle des aktuellen Zyklus inzwischen durchschritten sein könnte, auch wenn das Tempo einer möglichen Erholung von Markt zu Markt weiterhin unterschiedlich ausfällt.
Die Einschätzungen des aktuellen Bewertungsniveaus blieben weitgehend stabil. 49 % der Befragten bezeichneten den Markt als fair bewertet (gegenüber 47 % im ersten Quartal), 30 % hielten ihn für teuer (nahezu unverändert) und 16 % stuften die Bedingungen als günstig ein. Der Anteil derjenigen, die den Markt als sehr teuer bezeichneten, sank leicht auf 5 % (nach 7 %). Dies steht im Einklang mit einer allgemeinen Abschwächung der Preissorgen nach der stärkeren Korrektur zu Beginn des Jahres 2026.
Europa: Zentrale Nachfrageindikatoren bleiben weitgehend unverändert, doch das Kreditumfeld verschlechtert sich weiter
Der europäische CPSI machte einen Teil der im ersten Quartal verlorenen Boden gut und stieg leicht von zuvor -8 auf einen Wert von -6. Damit liegt der Index wieder weitgehend auf dem Niveau vom Ende des vergangenen Jahres, wenngleich er sich weiterhin in leicht negativem Bereich befindet. Die geringfügig weniger pessimistische Stimmung zeigte sich sowohl auf Nutzer- als auch auf Investorenseite des Marktes.
Sowohl der Occupier Sentiment Index (OSI) als auch der Investment Sentiment Index (ISI) haben sich in den vergangenen Jahren zu verschiedenen Zeitpunkten auseinanderentwickelt. Die jüngsten Werte zeigen jedoch, dass sie sich in den vergangenen beiden Quartalen wieder angenähert haben. Noch ist keiner der beiden Indizes in den positiven Bereich zurückgekehrt, allerdings war die Entwicklung im vergangenen Jahr eher von einer allmählichen Stabilisierung als von einem erneuten Rückgang geprägt.
Unterschiede innerhalb Europas werden ausgeprägter
Die Analyse auf Länderebene zeigt weiterhin deutliche Unterschiede bei der Stimmung innerhalb Europas, wobei sich dieses Muster im aktuellen Quartal noch verstärkt hat. Polen weist inzwischen die positivsten Werte aller untersuchten europäischen Märkte auf. Der CPSI stieg dort auf +27, dicht gefolgt von Spanien mit +26. Auch Portugal und Irland liegen weiterhin deutlich im positiven Bereich. Zudem sind Ungarn, Griechenland, die Schweiz, Zypern und Italien in diesem Quartal ebenfalls in den expansiven Bereich vorgerückt.
Am anderen Ende des Spektrums bleibt der CPSI-Wert in Frankreich mit -32 der schwächste in der gesamten Region, wenngleich dies gegenüber den im ersten Quartal verzeichneten -39 eine leichte Abschwächung des Pessimismus darstellt. Österreich fiel deutlich von -9 auf -24, während Deutschland mit -23 noch tiefer in den negativen Bereich rutschte. In Großbritannien verbesserte sich der zentrale Stimmungsindex von -12 auf -8 und fiel damit weniger pessimistisch aus.
Kreditbedingungen verschlechtern sich weiter
Unterhalb des stabileren Gesamtindikators verschlechtert sich das Kreditumfeld weiter. Der Nettosaldo für die Kreditbedingungen sank weiter auf -27 %, verglichen mit -24 % im ersten Quartal und einem eindeutig positiven Wert von +15 % Ende des vergangenen Jahres. Damit weist Europa weltweit den negativsten Wert auf, während der globale Durchschnitt bei +3 % liegt.
Die anhaltende Verschlechterung in Europa deutet darauf hin, dass sich die im ersten Quartal beobachtete Verschärfung auf regionaler Ebene nicht wesentlich zurückgebildet hat, wobei die Auswirkungen des Energiepreisschocks auf die Inflation weiterhin Anlass zur Sorge geben. Darüber hinaus unterstreicht die jüngste Entscheidung der EZB, die Zinssätze anzuheben, die anhaltenden Inflationssorgen in der Region und dürfte das schwierige Kreditumfeld kurzfristig weiter verschärfen.
Wichtig ist, dass einige der in der vorherigen Umfrage möglichen Probleme nun tatsächlich eintreten. Im ersten Quartal wurde festgestellt, dass die Investitionsanfragen trotz der deutlichen Verschlechterung der Kreditbedingungen stabil geblieben waren und dass der historische Zusammenhang zwischen den beiden Datenreihen auf ein nachlassendes Investoreninteresse hindeutete, sollten sich die Kreditbedingungen nicht wieder verbessern. Die Kreditbedingungen haben sich nicht verbessert, und die Investitionsanfragen stagnieren nun entsprechend; der Nettosaldo sank von zuvor +4 % auf null. Am deutlichsten zeigt sich die Abschwächung im Bürosegment, wo der Wert von +1 % auf -6 % fiel, während Industrieimmobilien unter den traditionellen Sektoren mit +8 % weiterhin das stärkste Investoreninteresse auf sich ziehen.
Allerdings verläuft die Verschlechterung der Kreditbedingungen innerhalb Europas keineswegs einheitlich. Österreich verzeichnete die stärkste Veränderung aller untersuchten Märkte. Hier fiel der Nettosaldo deutlich von einer zuvor neutralen Position, während er in Deutschland weiter zurückging und nun bei -70 % liegt. Auch Bulgarien und Rumänien verzeichneten eine deutliche Verschärfung.
Im Gegensatz dazu entwickelten sich mehrere Märkte klar in die entgegengesetzte Richtung. Ungarn und Polen verbesserten sich deutlich, während sich ein Großteil der negativen Einschätzung in Großbritannien gegenüber dem ersten Quartal abschwächte. Dennoch stellt die durch den anhaltenden Konflikt im Nahen Osten verursachte Störung ein erhebliches Risiko dar und dürfte kurzfristig weiterhin für Volatilität bei den Zinserwartungen sorgen.
Nutzerindikatoren stabil, allerdings verschiebt sich der Branchenmix
Die Indikatoren für den Nutzermarkt blieben weitgehend stabil; der aggregierte Nettosaldo der Nachfrage veränderte sich mit -2 % nur geringfügig. Die Zusammensetzung nach Sektoren verschob sich jedoch etwas. Die Nachfrage nach Industrieimmobilien stieg auf +6 %, und der Einzelhandel entwickelte sich mit -5 % weniger negativ als zuvor (-9 %), während sich die Nachfrage nach Büroflächen von -2 % auf einen Nettosaldo von -8 % verschlechterte.
An anderer Stelle in den Nutzerdaten nimmt die Verfügbarkeit weiterhin zu, wenn auch mit einem leicht nachlassenden Tempo (gemessen am Nettosaldo), und auch das Niveau der angebotenen Incentives stieg erneut. Beides entspricht einem Markt, in dem Vermieter außerhalb der Prime-Segmente weiterhin nur über eine begrenzte Preissetzungsmacht verfügen.
Zukunftsgerichtete Erwartungen verbessern sich leicht
Was die Erwartungen betrifft, sind die zukunftsgerichteten Daten ermutigender, als es die Indikatoren für die aktuellen Bedingungen vermuten lassen. Die Mietprognosen für die kommenden 12 Monate verbesserten sich auf einen Nettosaldo von +13 % (nach +5 %), während die Erwartungen für die Kapitalwerte über 12 Monate wieder in den positiven Bereich zurückkehrten und nun bei +3 % liegen, verglichen mit zuvor -2 %. Auch die kurzfristigen Prognosen verbesserten sich. Der Wert für die Kapitalwerte über drei Monate erholte sich von -10 % auf -4 %.
Der Gegensatz zwischen sich verschlechternden Kreditbedingungen und sich verbessernden Erwartungen deutet darauf hin, dass die Befragten das derzeitige Finanzierungsumfeld zunehmend eher als kurzfristige Einschränkung denn als länger anhaltendes Problem betrachten.
Bei den Prognosen für Kapitalwerte und Mieten in Europa in den kommenden 12 Monaten auf Sektorebene setzt sich das bekannte Muster. Für Prime-Objekte werden moderate positive Renditen erwartet, während Sekundärobjekte weiterhin zurückbleiben. Rechenzentren bleiben der Sektor mit der stärksten prognostizierten Entwicklung. Hier wird ein Wachstum der Kapitalwerte von 4,4 % erwartet, gefolgt von Mehrfamilienhäusern mit 2,5 %. Sekundäre Büroimmobilien bleiben mit einem erwarteten Wertrückgang von -2,8 % das schwächste Segment, dicht gefolgt von sekundären Einzelhandelsimmobilien.
Auf Länderebene befinden sich Polen und Spanien am positiveren Ende des Spektrums. Dort wird für die Kapitalwerte von Prime-Büroimmobilien ein Anstieg um 6,2 % bzw. 4,5 % erwartet. Auch die Schweiz erwartet ein solides Wachstum, insbesondere bei Prime-Industrieimmobilien. Im Gegensatz dazu bleiben die Erwartungen für Frankreich und Deutschland am gedämpftesten. In beiden Märkten wird für sekundäre Büroimmobilien ein Rückgang der Werte um mehr als 6 % prognostiziert. Doch selbst in diesen Märkten wird für Rechenzentren ein deutliches Wachstum erwartet, das in beiden Fällen bei annähernd 5 % liegt.
Einschätzungen zur aktuellen Phase des Marktzyklus bleiben geteilt
Schließlich haben sich die Einschätzungen darüber, in welcher Phase des Zyklus sich der Markt derzeit befindet, in diesem Quartal etwas verändert. Europaweit sank der Anteil der Befragten, die den Markt in einer frühen Aufschwungphase sehen, von 30 % auf 25 %. Dies wurde jedoch weitgehend durch einen Anstieg des Anteils derjenigen ausgeglichen, die von einer mittleren Aufschwungphase ausgehen. Dieser erhöhte sich von 10 % auf 15 %.
Auf Länderebene sehen die Befragten in Polen, Ungarn und der Schweiz die Marktbedingungen am ehesten im Einklang mit einem Aufschwung, während sich die Rückmeldungen aus Frankreich und Deutschland weiterhin auf die mittlere Abschwungphase und die Talsohle konzentrieren. Spanien stellt eine bemerkenswerte Ausnahme dar. Dort ordnet der größte einzelne Anteil der Befragten den Markt auf seinem Höhepunkt ein.
Deutschland: Kreditkonditionen verschlechtern sich extrem, zudem sieht Mehrheit den Markt in einer Abschwungphase oder am Tiefpunkt im Zyklus
Die aktuellen Ergebnisse für Deutschland zeigen, dass die Stimmung am Immobilienmarkt insgesamt weiterhin gedrückt bleibt, sowohl mit Blick auf den Nutzermarkt als auch auf den Investmentmarkt. Demnach fiel der Gesamtindex CPSI im zweiten Quartal von -20 auf -23. Zudem gibt eine Mehrheit der Befragten an, dass sich der Markt derzeit weiterhin entweder in einer Abschwungphase (39 %, nach 21 %) oder am Tiefpunkt des Marktzyklus (39 %, nach 42 %) befindet. Die Investorenstimmung fiel von -20 auf -27; die Mieterstimmung verharrt bei -20.
Die Investorennachfrage über alle Assetklassen ist weiterhin im negativen Bereich, fällt deutlich und erreicht ein Nettosaldo von -20 % (Q1: -12 %). Bei Büroimmobilien sinkt der Nettosaldo und verzeichnet jetzt einen Wert von -23 % (Q1: -16 %). Bei Industrieimmobilien verändert sich der Nettosaldo der Investorennachfrage ebenfallt und sinkt auf -6 % (Q1: -2 %) und bei Einzelhandelsimmobilien ist der größte Unterschied zu verzeichnen. Hier gibt der Nettosaldo deutlich von -19 % auf -33 % nach. Der Nettosaldo der Mieternachfrage über alle Assetklassen hat sich etwas erholt und erreicht im zweiten Quartal einen Wert von -18 % (Q1: -24 %). Dabei stieg die Nutzernachfrage nach Büros von -33 % auf -13 %. Industrieimmobilien sanken leicht von -6 % auf -8 % und Einzelhandelsimmobilien stiegen fast unmerklich von -33 % auf -31 %.
Bei der Einschätzung von Deutschland als Immobilieninvestitionsstandort haben sich Veränderungen ergeben; als teuer schätzen ihn 46 % (Q1: 30 %) ein und 11 % als günstig (Q1: 12%). Doch die Zahl derer, die die Preise als angemessen ansehen, ist mit 43 % klar gefallen (Q1: 58 %).
Bei den Kapitalwerterwartungen für die nächsten 12 Monate über alle Assetklassen haben sich ebenfalls deutliche Veränderungen ergeben, sie erreichen einen Wert von -31 % (Q1: -17 %). Büroimmobilien fielen stark von -24 % auf -39 %. Die Aussichten bei den Kapitalwerten von Industrieimmobilien sanken ebenfalls von Null auf -10 %. Bei Einzelhandelsimmobilien ist eine starke Verschlechterung eingetreten. Sie erreichten einen Wert von -43 % (Q1: -26 %).
Bei der Einschätzung der Befragten zu den Mieten in den nächsten 12 Monaten ist ein anderes Bild auszumachen. Dort verharrten die Mieterwartungen in den letzten drei Quartalen in Folge bei -14 % bzw. -13 % über alle Assetklassen hinweg. Im zweiten Quartal ist eine Steigerung auf -5 % auszumachen. Büroimmobilien stiegen von -9 % auf Null. Bei Einzelhandelsimmobilien legten ebenfalls zu und erreichten einen Wert von -29 (Q1: -36 %). Industrieimmobilien allerdings sind weiter im positiven Bereich und stiegen von +6 % auf +12 %.
Seit dem zweiten Quartal 2020 nahmen die deutschen Teilnehmer durchgängig eine negative Veränderung bei den Kreditkonditionen wahr. Erst im ersten Quartal 2024 drehte der Wert mit +4 % ins Positive und blieb im Jahresverlauf 2024 deutlich dort. Das Jahr 2025 hingegen zeigte sich volatiler. Hier erreichten die Werte über die vier Quartale hinweg -11 %, +25 %, 0 % und -6 %. Im ersten Quartal dieses Jahr sank der Nettosaldo dann deutlich auf -42 %. Jetzt gibt er erneut extrem nach und verzeichnet einen Wert von -70 %. Das spiegelt sich auch in den Zahlen für den Beginn von Projektentwicklungen. Hier fiel der Nettosaldo über alle Assetklassen hinweg von -26 % auf -45 % und verbleibt damit aber weiterhin im negativen Bereich. Das letzte Mal, dass dieser Wert im positiven Bereich lag, war im vierten Quartal 2019.
Fazit Europa: Geopolitische Unsicherheit und Investitionszurückhaltung drücken den Markt in Europa
Susanne Eickermann-Riepe FRICS, Senior Vice President (SVP) der RICS weltweit: „Zentrale Nachfrageindikatoren bleiben in Europa weitgehend unverändert und das europäische Sentiment zeigt sich schwach. Kreditkonditionen verschlechtern sich erneut und die Investitionszurückhaltung verstärkt sich. Unterschiede in Europa werden im Gesamtindex ausgeprägter. Während Polen, Spanien und Portugal deutlich im positiven Bereich liegen, bleiben Frankreich, Deutschland und Österreich die Schlusslichter. Die Indikatoren für den Nutzermarkt blieben weitgehend stabil, aber die Verfügbarkeit in mehreren Assetklassen nahm zu und das Niveau an angebotenen Incentives stieg erneut. Die Erwartungen an Mietprognosen und Kapitalwerte sind leicht gestiegen, allerdings werden moderate Renditen nur in Prime-Märkten erwartet, sekundäre Märkte bleiben weiterhin zurück. Rechenzentren bleiben der Sektor mit den am stärksten prognostizierten Entwicklungen. Die Aussichten für Prime–Assets bleiben leicht positiv, während für sekundäre Büroimmobilien und Einzelhandelsobjekte kaum Entlastung erwartet wird. Die Einschätzungen zum Marktzyklus bleiben in Europa stark geteilt, nur wenige Länder sehen eine beginnende Aufschwungphase.“
Fazit Deutschland: Nutzer gibt ein Zeichen der Hoffnung, Kapitalmarkt bleibt skeptisch
Jens Böhnlein MRICS, Vorstandsvorsitzender der RICS Deutschland: „Der Nutzer gibt ein Zeichen der Hoffnung, der Kapitalmarkt bleibt skeptisch. Der deutsche Immobilienmarkt zeigt erste Lebenszeichen, aber noch keine Trendwende. Er bleibt in einer schwierigen Übergangsphase. Die im vergangenen Quartal erkennbaren Ansätze einer Bodenbildung haben sich noch nicht zu einer nachhaltigen Trendwende verdichtet. Insbesondere die weitere Verschlechterung der Kreditkonditionen und rückläufigen Kapitalwerterwartungen bremsen die Erholung und belasten die Investitionsbereitschaft.
Gleichzeitig gibt es erste positive Signale auf der Nutzerseite: Die Nachfrage nach Büroflächen hat sich verbessert und auch die Mietpreiserwartungen entwickeln sich wieder günstiger. Damit zeigt sich ein zunehmend differenziertes Bild des Marktes. Für eine nachhaltige Erholung bleiben stabile Finanzierungsbedingungen, realistische Preisvorstellungen und eine Belebung der Investitionsaktivität die entscheidenden Voraussetzungen.“




