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14.08.2026 Aktuelle Insolvenzzahlen: Kein Grund für Alarm

Leichter Rückgang der Unternehmensinsolvenzen im Mai: Insolvenzen, aber keine Insolvenzwelle. Die aktuellen Zahlen zeigen vor allem, dass sich die deutsche Wirtschaft in einem Veränderungsprozess befindet. Wo alte Geschäftsmodelle nicht mehr tragen, müssen neue entstehen. Den notwendigen Strukturwandel gilt es sachlich zu betrachten und seine Folgen richtig einzuordnen, statt ihn mit Alarmismus zu begleiten.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist zuletzt leicht gesunken. Von einer flächendeckenden Insolvenzwelle kann weiterhin keine Rede sein.
Das Statistische Bundesamt* hat heute die Zahl der Unternehmensinsolvenzen für den Monat Mai 2026 veröffentlicht. Demnach ist die Zahl der beantragten Unternehmensinsolvenzen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,0 Prozent gesunken. Der aktuelle Insolvenztrend des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) weist für Juli 2026 einen leichten Abwärtstrend aus. Bei insgesamt 1.689 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften sind dies ein Prozent weniger als im Juni 2026.

„Die aktuelle Entwicklung ist vor allem Ausdruck eines wirtschaftlichen Strukturwandels. Nicht jedes Geschäftsmodell, das vor zehn Jahren funktioniert hat, passt noch zu den heutigen Marktbedingungen. Verändertes Konsumverhalten, Digitalisierung, höhere Finanzierungskosten und neue Formen der Arbeitsorganisation setzen Unternehmen unter Anpassungsdruck“, erklärt Dr. Christoph Niering, Insolvenzverwalter und Vorsitzender des Berufsverbandes der Insolvenzverwalter und Sachwalter Deutschlands (VID).

Gewerbe- und Büroimmobilien zeigen den Strukturwandel besonders deutlich
Ein gutes Beispiel ist der Markt für Gewerbeimmobilien. Seit der Coronakrise hat sich die Arbeitswelt mit hohem Tempo verändert: Mehr Homeoffice, digitale Prozesse und papierlose Büros reduzieren bei vielen Unternehmen den Bedarf an klassischen Büro- und Archivflächen. Vor-Ort-Besprechungen gehören vielfach der Vergangenheit an. Gleichzeitig steht der stationäre Einzelhandel seit Jahren unter Druck.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Immobilien ihren Wert völlig verlieren. Wertberichtigungsbedarf ja, Totalverlust nein. Entscheidend ist vielmehr, ob sie dort eingesetzt werden, wo Nachfrage besteht. Gerade in Städten mit knappem Wohnraum liegt beispielsweise die Umnutzung geeigneter Gewerbe- und Büroimmobilien zu Wohnungen nahe. Wohnraum wird dauerhaft benötigt, auch wenn nicht jede Wohnimmobilie wirtschaftlich erfolgreich ist.

„Die aktuelle Entwicklung des Insolvenzgeschehens ist kein Anlass für Alarmismus, sondern ein Zeichen des wirtschaftlichen Wandels. Für die Betroffenen ist jede Insolvenz schmerzhaft und mit erheblichen Folgen verbunden. Zugleich werden dort, wo Geschäftsmodelle nicht mehr tragen, Kapazitäten frei. Entscheidend ist, dass Kapital, Flächen und Arbeitskräfte anschließend in zukunftsfähige Nutzungen und Geschäftsmodelle fließen können“, so Niering.

Die Insolvenzzahlen sind ernst zu nehmen. Sie sind aber kein Beleg für eine flächendeckende Krise der deutschen Wirtschaft. Vielmehr braucht es Anpassung, Innovation und den Mut, bestehende Strukturen zu verändern.


























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