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13.08.2026 Spekulation um VW Immobilien-Verkauf: Folgen für Mieter unabsehbar

Die Volkswagen AG hat kürzlich im Zuge ihrer Sanierungsüberlegungen den Verkauf von rund 10.000 Wohnungen in und um Wolfsburg ins Spiel gebracht. Die Wohnungen gehören zur Konzerntochter VW Immobilien, die wiederum Mitglied im Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Niedersachsen Bremen (vdw) ist. Verbandsdirektorin Dr. Susanne Schmitt hat in dieser Woche in Briefen an Ministerpräsident Olaf Lies, an Wolfsburgs Oberbürgermeister Dennis Weilmann und an den VW-Vorstandsvorsitzenden Oliver Blume vor den sozialen Folgen eines derartig großen Immobiliendeals gewarnt. Sie appelliert, die Spekulationen um einen solchen Verkauf schnellstens zu beenden.

VW steht mit seiner Tochter VW Immobilien GmbH in einer bewährten Tradition von sozial verantwortlichen Immobilienunternehmen, die tausenden Menschen das Zuhause in einer sicheren, modernen und bezahlbaren Wohnung ermöglichen. Dies ist von einem hohen gesellschaftlichen Wert – im Fall eines Verkaufs wäre dieses Zuhause für viele Menschen in Niedersachsen in Gefahr.

In ihren Schreiben verweist Dr. Schmitt auf die durchweg schlechten Erfahrungen, die mit den Verkäufen kommunaler und privatwirtschaftlicher Wohnungsunternehmen vor 20 bis 25 Jahren gemacht worden sind. Damals wurden unter anderem die NILEG, die BauBeCon, Preussag-Immobilien in Salzgitter sowie städtische Unternehmen in Wilhelmshaven, Bremen und Osnabrück vor allem an internationale Investmentfonds verkauft. „Bei all diesen Verkäufen haben wir gesehen, dass die soziale Verantwortung der Unternehmen und das Wohl der Mieter dem Ziel der höchstmöglichen Rendite geopfert wurde“, stellt die vdw-Verbandsdirektorin heraus.

Weiter heißt es in den Briefen: „Die negativen sozialen, wirtschaftlichen und städtebaulichen Folgen dieser „Deals“ lassen sich bis heute in vielen Städten beobachten. An keinem Standort haben sich mit den Verkäufen die Lebensbedingungen für die Menschen verbessert. Vielmehr leiden vor allem Haushalte mit kleinen Einkommen und Transfereinkommensbezieher unter einer strukturellen Vernachlässigung der Wohnungsbestände. Die ‚Heuschrecken‘, wie die Investmentfonds landläufig bezeichnet wurden, haben ihre Spuren im Stadtbild hinterlassen.“

Dr. Schmitt schreibt: „VW Immobilien ist nicht nur ein starkes Mitglied in der Familie der sozial orientierten Wohnungsunternehmen in Niedersachsen, sondern vor allem ein starker und sozial verantwortungsbewusster Vermieter für Tausende von Menschen. Ein Verkauf wäre ein nicht wiedergutzumachender Verlust – insbesondere für Wolfsburg und die Menschen in der Stadt.“

Die vdw-Chefin skizziert die Erfahrungen mit zurückliegenden Verkäufen: „Anders als noch vor 20 bis 25 Jahren, als man die negativen Folgen der Unternehmensverkäufe aus grober Unkenntnis und angesichts der in Aussicht stehenden Erlöse massiv unterschätzt hat, liegen heute die Fakten auf dem Tisch. Wer nur nach dem Geld schielt, nimmt billigend in Kauf, dass sich die Wohnbedingungen der betroffenen Mieter verschlechtern und die Gesellschaft die langfristigen Kosten einer solchen Transaktion trägt. Und diese Kosten sind beträchtlich, wie wir mittlerweile wissen. Denn Stadtreparatur ist um ein Vielfaches teurer als partnerschaftliche Stadtentwicklung. Aber an dieser Form der Partnerschaft mit Kommunen und Akteuren vor Ort sowie an einer klaren Verantwortungsübernahme in den Quartieren und Nachbarschaften haben Investmentfonds kein Interesse. Der Verkauf von VW Immobilien, so sinnvoll er aus Sicht eines Automobilkonzerns auch erscheinen mag, wird für das Land, die Stadt und viele Tausend Wolfsburger sehr absehbar zu einem gravierenden Problem.“

Der vdw Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Niedersachsen Bremen vertritt die Interessen von 180 Wohnungsunternehmen. In ihren rund 400.000 Wohnungen leben fast eine Million Menschen. In Niedersachsen gehört jede fünfte Mietwohnung zum Bestand der vdw-Mitgliedsunternehmen, im Land Bremen liegt der Anteil sogar bei mehr als 40 Prozent. Die vdw-Mitgliedsunternehmen sind somit die wichtigsten Anbieter von Mietwohnungen in den beiden Ländern.

(Originalmeldung des vdw Niedersachsen Bremen e. V.)


























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