10.08.2026 Bauzinsen vollziehen kleine Aufwärtsbewegung – wie geht es weiter?
Die Europäische Zentralbank hat ihren Hauptrefinanzierungssatz auf ihrer Sitzung Ende Juli bei 2,4 % belassen und damit nach der Zinserhöhung im Juni zunächst eine Pause eingelegt.
Die Entscheidung fiel einstimmig, wie EZB-Präsidentin Christine Lagarde im Anschluss betonte – allerdings hätten sich einzelne Ratsmitglieder durchaus gefragt, ob nicht bereits im Juli ein weiterer Zinsschritt angezeigt gewesen wäre. Die danach veröffentlichten Verbraucherpreise dürften diese Diskussion neu befeuern: Die Inflation im Euroraum zog im Juli vorläufig auf 2,9 % an, nach 2,8 % im Juni. Auch die Kerninflation stieg von 2,4 auf 2,5 %. Haupttreiber war erneut die Energiekomponente, nachdem sich der Konflikt im Nahen Osten im Laufe des Monats wieder verschärft hatte.
„Mit den ersten Inflationszahlen aus dem Juli ist der Spielraum für eine weitere Zinspause deutlich kleiner geworden“, ordnet Marco Schöfl, Director Sales der Qualitypool GmbH, ein. „Sowohl die Gesamt- als auch die Kerninflation liegen wieder oberhalb der Werte vom Juni, und die Terminmärkte preisen für die Sitzung nach der Sommerpause am 10. September vergleichsweise klar eine Anhebung um 25 Basispunkte ein, mit der Möglichkeit eines weiteren Schritts bis Jahresende. Die überraschend robusten BIP-Zahlen für das zweite Quartal – die Eurozone wuchs um 1,0 % gegenüber den erwarteten 0,5 % – nehmen der EZB zumindest die Sorge, mit einer Zinserhöhung das Wachstum abzuwürgen.“
Fed hält erneut still – Märkte reagieren nervös
In den USA hat die Federal Reserve ihren Leitzinskorridor unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh zum zweiten Mal in Folge unverändert bei 3,50 bis 3,75 % belassen. Bemerkenswert war der deutliche Dissens im Offenmarktausschuss: Drei der zwölf stimmberechtigten Mitglieder sprachen sich für eine sofortige Anhebung um 25 Basispunkte aus – der stärkste Widerspruch innerhalb des Gremiums seit zehn Jahren. Die Terminmärkte sehen für die nächste Sitzung am 16. September inzwischen eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung gegenüber einer erneuten Fortführung des Zinskurses.
Die Marktreaktion auf die Fed-Sitzung fiel deutlich aus: Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen stieg auf den höchsten Stand seit 2007, der US-Dollar gab nach, und die Aktienmärkte verloren spürbar. „Das war ein klares Signal, dass die Märkte Warshs zurückhaltender Kommunikationsstrategie bisher nicht ohne Weiteres folgen“, kommentiert Schöfl. „Wenn eine Notenbank die Einschätzung der künftigen Zinsentwicklung stärker den Marktteilnehmern überlassen möchte, wie es Walsh formuliert hat, dann steigt zugleich die Unsicherheit über den tatsächlichen geldpolitischen Kurs. Für den Anleihen- und Zinsmarkt in den USA und gegebenenfalls auch für Europa bedeutet das vorerst mehr Volatilität.“
Entwicklung der Baufinanzierungszinsen
Nach einer spürbaren Veränderung im Juli – die Bestzinsen für 10-jährige Zinsbindungen waren von rund 3,4 % auf etwa 3,7 % gestiegen – zeichnet sich für August zunächst eine Seitwärtsbewegung auf leicht höherem Niveau ab. Aktuell bewegen sich die Bestzinsen für 10-jährige Zinsbindungen in einer Spanne von etwa 3,6 bis 3,8 %, für 15-jährige Zinsbindungen bei rund 3,8 bis 4,0 %.
„Die Bauzinsen haben im Juli einen kleinen Sprung gemacht und bewegen sich vorerst auf einem etwas höheren Niveau als im ersten Halbjahr“, sagt Schöfl. „Sollte die EZB im September tatsächlich nachlegen und gleichzeitig auch die Fed die Zügel anziehen, könnte mit weiterem Aufwärtsdruck zu rechnen sein. Finanzierungskunden sollten sich aktuell verfügbare Konditionen nicht auf die lange Bank schieben, sondern eher zeitnah sichern – etwa über ein Forward-Darlehen, falls die Anschlussfinanzierung erst in einigen Monaten ansteht.“
Tendenz:
• Kurzfristig: Leicht aufwärtsgerichtet, erhöhte Schwankungsbreite
• Langfristig: Konstant bis etwas höher; u. a. beeinflusst durch weitere geopolitische Entwicklungen (Iran-Konflikt)
Die Entscheidung fiel einstimmig, wie EZB-Präsidentin Christine Lagarde im Anschluss betonte – allerdings hätten sich einzelne Ratsmitglieder durchaus gefragt, ob nicht bereits im Juli ein weiterer Zinsschritt angezeigt gewesen wäre. Die danach veröffentlichten Verbraucherpreise dürften diese Diskussion neu befeuern: Die Inflation im Euroraum zog im Juli vorläufig auf 2,9 % an, nach 2,8 % im Juni. Auch die Kerninflation stieg von 2,4 auf 2,5 %. Haupttreiber war erneut die Energiekomponente, nachdem sich der Konflikt im Nahen Osten im Laufe des Monats wieder verschärft hatte.
„Mit den ersten Inflationszahlen aus dem Juli ist der Spielraum für eine weitere Zinspause deutlich kleiner geworden“, ordnet Marco Schöfl, Director Sales der Qualitypool GmbH, ein. „Sowohl die Gesamt- als auch die Kerninflation liegen wieder oberhalb der Werte vom Juni, und die Terminmärkte preisen für die Sitzung nach der Sommerpause am 10. September vergleichsweise klar eine Anhebung um 25 Basispunkte ein, mit der Möglichkeit eines weiteren Schritts bis Jahresende. Die überraschend robusten BIP-Zahlen für das zweite Quartal – die Eurozone wuchs um 1,0 % gegenüber den erwarteten 0,5 % – nehmen der EZB zumindest die Sorge, mit einer Zinserhöhung das Wachstum abzuwürgen.“
Fed hält erneut still – Märkte reagieren nervös
In den USA hat die Federal Reserve ihren Leitzinskorridor unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh zum zweiten Mal in Folge unverändert bei 3,50 bis 3,75 % belassen. Bemerkenswert war der deutliche Dissens im Offenmarktausschuss: Drei der zwölf stimmberechtigten Mitglieder sprachen sich für eine sofortige Anhebung um 25 Basispunkte aus – der stärkste Widerspruch innerhalb des Gremiums seit zehn Jahren. Die Terminmärkte sehen für die nächste Sitzung am 16. September inzwischen eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung gegenüber einer erneuten Fortführung des Zinskurses.
Die Marktreaktion auf die Fed-Sitzung fiel deutlich aus: Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen stieg auf den höchsten Stand seit 2007, der US-Dollar gab nach, und die Aktienmärkte verloren spürbar. „Das war ein klares Signal, dass die Märkte Warshs zurückhaltender Kommunikationsstrategie bisher nicht ohne Weiteres folgen“, kommentiert Schöfl. „Wenn eine Notenbank die Einschätzung der künftigen Zinsentwicklung stärker den Marktteilnehmern überlassen möchte, wie es Walsh formuliert hat, dann steigt zugleich die Unsicherheit über den tatsächlichen geldpolitischen Kurs. Für den Anleihen- und Zinsmarkt in den USA und gegebenenfalls auch für Europa bedeutet das vorerst mehr Volatilität.“
Entwicklung der Baufinanzierungszinsen
Nach einer spürbaren Veränderung im Juli – die Bestzinsen für 10-jährige Zinsbindungen waren von rund 3,4 % auf etwa 3,7 % gestiegen – zeichnet sich für August zunächst eine Seitwärtsbewegung auf leicht höherem Niveau ab. Aktuell bewegen sich die Bestzinsen für 10-jährige Zinsbindungen in einer Spanne von etwa 3,6 bis 3,8 %, für 15-jährige Zinsbindungen bei rund 3,8 bis 4,0 %.
„Die Bauzinsen haben im Juli einen kleinen Sprung gemacht und bewegen sich vorerst auf einem etwas höheren Niveau als im ersten Halbjahr“, sagt Schöfl. „Sollte die EZB im September tatsächlich nachlegen und gleichzeitig auch die Fed die Zügel anziehen, könnte mit weiterem Aufwärtsdruck zu rechnen sein. Finanzierungskunden sollten sich aktuell verfügbare Konditionen nicht auf die lange Bank schieben, sondern eher zeitnah sichern – etwa über ein Forward-Darlehen, falls die Anschlussfinanzierung erst in einigen Monaten ansteht.“
Tendenz:
• Kurzfristig: Leicht aufwärtsgerichtet, erhöhte Schwankungsbreite
• Langfristig: Konstant bis etwas höher; u. a. beeinflusst durch weitere geopolitische Entwicklungen (Iran-Konflikt)




