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07.08.2026 Diese fünf Planungsfehler machen Solarcarports unnötig teuer

Nicht die Solarmodule treiben die Kosten von Solarcarports in die Höhe, sondern meist Baugrund, Fundament, Statik oder Genehmigungen, die zu spät in der Planung berücksichtigt werden. Das beobachtet das Engineering-Unternehmen PILLAR in der Praxis. Geschäftsführer Vasyl Betsa analysiert die fünf häufigsten Planungsfehler und erklärt, warum sie bei großen Gewerbe- und Kommunalprojekten zu erheblichen Mehrkosten führen können.

Solarcarports gelten als wichtiger Baustein der Energiewende: Sie erschließen versiegelte Flächen für Photovoltaik, schaffen die Basis für Ladeinfrastruktur und helfen Unternehmen sowie Kommunen bei der Eigenversorgung mit Strom. Dennoch geraten viele Projekte schon in der Planungsphase unter wirtschaftlichen Druck. „Die eigentlichen Kostentreiber liegen häufig nicht dort, wo Bauherren sie vermuten“, betont Vasyl Betsa, Geschäftsführer und Gründer von PILLAR.

Das Unternehmen entwickelt und verantwortet seit über zehn Jahren Solarcarport-Projekte. Seiner Erfahrung nach scheitern Solarüberdachungen seltener an der Photovoltaiktechnik als an unzureichend geklärten Rahmenbedingungen wie Baugrund, Statik oder Genehmigungsprozessen. Schon kleinere Nachträge können vierstellige Zusatzkosten verursachen. Bei größeren gewerblichen oder kommunalen Parkplatzanlagen summieren sich Verzögerungen und Fundamentanpassungen schnell zu sechsstelligen Beträgen. Werden mehrere Standorte parallel entwickelt, sind auch Millionensummen möglich. Dieses Kostenrisiko entsteht nach Einschätzung von PILLAR meist nicht während der Bauausführung, sondern deutlich früher: dann, wenn wesentliche Planungsgrundlagen zu spät berücksichtigt werden.

Baugrund entscheidet oft über Zeitplan und Budget

„Die größte Unsicherheit liegt häufig nicht auf dem Parkplatz, sondern darunter“, erläutert Betsa. Entscheidend ist deshalb, Baugrund und Grundwasserverhältnisse frühzeitig zu untersuchen. Bodenkennwerte und der Grundwasserstand werden in der Regel bereits im Rahmen eines Baugrundgutachtens ermittelt. Werden diese Untersuchungen jedoch zu spät beauftragt oder ausgewertet, fließen wichtige Erkenntnisse nicht mehr rechtzeitig in die Planung ein. Tatsächlich zeigen sich meist erst während der Bauarbeiten unerwartete Hindernisse wie bestehende Leitungen, Kabeltrassen, alte Fundamente oder andere Einbauten im Untergrund. Müssen daraufhin Fundamentpositionen angepasst oder Bauabläufe unterbrochen werden, entstehen Verzögerungen und zusätzliche Kosten, obwohl die Photovoltaikanlage selbst davon oft gar nicht betroffen ist.

Die Statik ist mehr als ein formaler Nachweis

Viele Projektverantwortliche betrachten die Statik vor allem als Voraussetzung für die Genehmigung. Das greift nach Einschätzung des Experten zu kurz: „Die Statik basiert immer auf konkreten Annahmen zu Baugrund, Wind-, Schnee- und Verkehrslasten.“ Stimmen diese Annahmen nicht mit den tatsächlichen Standortbedingungen überein, betrifft das häufig nicht nur die Fundamentierung. Unter Umständen muss auch das Tragwerk angepasst werden, weil es auf Basis der ursprünglichen Annahmen unterdimensioniert wurde und die erforderliche Standsicherheit nicht gewährleistet. Die entscheidenden Mehrkosten entstehen deshalb häufig nicht an den Solarmodulen, sondern an Fundamentierung und konstruktiver Ausführung.

Späte Genehmigungen führen zu aufwendigen Umplanungen

Auch Genehmigungsprozesse entwickeln sich regelmäßig zum Zeitfaktor. Blendgutachten, Brandschutzanforderungen, Prüfstatik oder umweltrechtliche Vorgaben werden vielerorts erst vertieft betrachtet, wenn die technische Planung bereits weit fortgeschritten ist. „Werden wesentliche Anforderungen erst im Genehmigungsverfahren sichtbar, entstehen häufig neue Prüfschleifen oder Planänderungen“, so Betsa. Müssen anschließend Stellplatzaufteilungen, Feuerwehrzufahrten oder Tragwerksdetails angepasst werden, wirkt sich das unmittelbar auf Terminplan und Kosten aus.

Netzanschluss und Ladeinfrastruktur werden zu spät mitgedacht

Mit dem Ausbau der Elektromobilität wächst auch die Bedeutung der Energieinfrastruktur auf Parkflächen, etwa für Ladepunkte und Speichersysteme. Dennoch wird sie häufig erst nach Abschluss der eigentlichen Bauplanung mitgedacht. Dabei sollte bereits in einer frühen Projektphase geprüft werden, ob am Standort überhaupt ausreichend Netzkapazität verfügbar ist. Netzanschlussbegehren und Netzverträglichkeitsprüfungen durch den Netzbetreiber nehmen häufig mehrere Wochen oder sogar Monate in Anspruch. Damit entsteht ein Zeitaufwand, der in der Projektplanung regelmäßig unterschätzt wird. Kommen diese Erkenntnisse erst spät, können zusätzliche Tiefbauarbeiten oder nachträgliche Anpassungen erforderlich werden.

„Ein Solarcarport ist heute kein einzelnes Bauwerk mehr, sondern Teil einer gesamten Energieinfrastruktur“, so Betsa. Photovoltaik und Netzanschluss beeinflussen sich deshalb gegenseitig und sollten schon in der frühen Projektentwicklung gemeinsam geplant werden.

Standardlösungen stoßen an standortspezifische Grenzen

Viele Solarcarports basieren auf standardisierten Konstruktionen. Dabei unterschätzen Projektverantwortliche oft, wie stark sich einzelne Standorte tatsächlich unterscheiden, von den Bodenverhältnissen über die Bestandsinfrastruktur bis zu den behördlichen Anforderungen. „Am Ende ist nahezu jedes Projekt ein Einzelfall“, analysiert der Experte. PILLAR prüft deshalb bereits in frühen Projektphasen alle relevanten Randbedingungen anhand eines strukturierten Systems, das laufend aus realisierten Projekten weiterentwickelt wird. Ziel ist nicht, Standardlösungen nachträglich anzupassen, sondern projektspezifische Anforderungen möglichst früh sichtbar zu machen.

Wirtschaftlichkeit entscheidet sich häufig vor dem ersten Fundament

Parkplatzflächen gelten als eines der größten ungenutzten Potenziale für den Ausbau der Photovoltaik. Die Projektpraxis zeigt jedoch: Viele Solarcarports scheitern nicht an der Solartechnik, sondern an vermeidbaren Planungsfehlern. Baugrund, Statik, Genehmigungen und die Einbindung der Energieinfrastruktur beeinflussen den Projektverlauf häufig stärker als die Installation der Module selbst.

„Je größer eine Parkplatzanlage ist, desto stärker wirken sich Planungsfehler wirtschaftlich aus“, resümiert Vasyl Betsa. Die Wirtschaftlichkeit eines Solarcarports entscheidet sich seiner Einschätzung nach oft lange bevor das erste Fundament gesetzt wird. Werden projektspezifische Randbedingungen frühzeitig berücksichtigt, lassen sich Nachträge, Verzögerungen und zusätzliche Bauleistungen deutlich reduzieren. Angesichts wachsender Ladeinfrastruktur und zunehmender Nutzung versiegelter Flächen zur Stromerzeugung gewinnt eine sorgfältige technische Planung dadurch weiter an Bedeutung.



























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