05.08.2026 Infrastrukturinvestments: Vorsicht vor Hype-Themen
Infrastruktur profitiert weltweit von langfristigen Investitionsprogrammen in Energie, Digitalisierung und Verkehr. Für Bertrand Cliquet, Lead-Portfoliomanager und Analyst im Global Listed Infrastructure-Team von Lazard Asset Management, reicht dieser Rückenwind allein jedoch nicht aus. Anleger sollten Infrastruktur nicht als homogenes Anlagethema betrachten, sondern sehr selektiv vorgehen. Wichtig seien die Qualität der Geschäftsmodelle und die Bewertung. Deshalb bieten gerade stabile, regulierte Infrastrukturunternehmen attraktive Chancen.
Megatrends sind kein Freifahrtschein
Die langfristigen Wachstumstreiber seien intakt. Weltweit steige der Investitionsbedarf in Stromnetze, Wasserinfrastruktur, Verkehrswege und Kommunikationsnetze. Gleichzeitig sorgten Digitalisierung, Elektrifizierung und der Ausbau erneuerbarer Energien für zusätzlichen Kapitalbedarf, so Cliquet: „Wir haben hier wirklich sehr langfristige Treiber, die bereits breit diversifiziert sind. Es geht nicht nur um ein einzelnes Thema. Wir sehen Chancen bei Energie, Wasser, Transport und Kommunikation.“
Cliquet warnt jedoch davor, Infrastruktur ausschließlich über einzelne Trends wie künstliche Intelligenz oder Rechenzentren zu definieren. Solche Entwicklungen könnten zwar zusätzliche Nachfrage erzeugen, seien aber nicht automatisch attraktive Investments: „Der starke Anstieg und anschließende Einbruch vieler Aktien aus dem Bereich erneuerbare Energien zeigt aus unserer Sicht sehr deutlich: Ein langfristiger Trend ist nicht automatisch ein gutes Investment.“
Bewertung schlägt Narrativ
Für Cliquet beginnt erfolgreiches Infrastrukturinvestieren nicht mit einem Megatrend, sondern mit einer nüchternen Analyse der Risiken. Infrastruktur sei keineswegs risikofrei. Regulatorische Eingriffe, politische Entscheidungen, technologische Veränderungen oder Fehlentwicklungen einzelner Projekte könnten die Erträge erheblich beeinflussen. Sein Fokus bei der Titelauswahl ist daher klar: „Letztendlich geht es um die Bewertung. Infrastruktur ist ein sehr stabiler Asset-Bereich. Aber der Preis, den man dafür bezahlt, ist ein ganz wichtiger Erfolgsfaktor.“
Deshalb investieren Cliquet und sein Team ausschließlich in gelistete Aktienunternehmen, deren Geschäftsmodelle langfristig planbare Einnahmen erwarten ließen. „Nicht jede Infrastruktur ist gleich“, betont der Experte. „Wir konzentrieren uns auf Bereiche, in denen wir eine hohe Visibilität der Erträge haben.“ Dazu gehörten monopolähnliche Strukturen, regulierte oder langfristig vertraglich abgesicherte Erlöse sowie eine weitgehende Inflationsbindung der Cashflows. Beispiele dafür seien etwa regulierte Strom-, Gas- und Wassernetze, Mautstraßen, Flughäfen, monopolartige Schienennetze und Telekommunikationsinfrastruktur. Cliquet dazu: „Das mag zwar langweilig sein, aber es ist profitabel.“
Qualität vor Quantität
Statt möglichst viele Infrastruktursegmente abzudecken, setzen Cliquet und sein Team lieber auf einen konzentrierten Auswahlprozess. Investiert werde dort, wo Fundamentaldaten und Bewertung überzeugten. Daraus ergäben sich zeitweise deutliche regionale Unterschiede im Vergleich zu den Branchenindizes.
Aktuell sieht der Portfoliomanager insbesondere in Europa attraktive Chancen. Viele regulierte Versorger profitierten dort von steigenden Investitionen in Stromnetze und Elektrifizierung, würden aber weiterhin mit deutlichen Bewertungsabschlägen gehandelt. „Der Markt bezeichnet diese Unternehmen häufig als langweilig.“ Doch Cliquet widerspricht: „Wir sehen das anders. Diese Unternehmen wachsen, investieren massiv und bieten gleichzeitig attraktive Bewertungen.“
Aktives Management wird wichtiger
Gerade weil Infrastruktur kein einheitliches Anlageuniversum sei, hält Cliquet einen aktiven Investmentansatz für unverzichtbar. Das Ziel sei nicht, jedem Aufschwung vollständig zu folgen, sondern über Marktzyklen hinweg Kapital zu erhalten und attraktive risikoadjustierte Erträge zu erzielen: „Wir möchten Kapital erhalten und gleichzeitig Alpha generieren. Dafür müssen wir sehr selektiv vorgehen und genau unterscheiden, welche Infrastrukturunternehmen dauerhaft stabile Erträge liefern können.“
Megatrends sind kein Freifahrtschein
Die langfristigen Wachstumstreiber seien intakt. Weltweit steige der Investitionsbedarf in Stromnetze, Wasserinfrastruktur, Verkehrswege und Kommunikationsnetze. Gleichzeitig sorgten Digitalisierung, Elektrifizierung und der Ausbau erneuerbarer Energien für zusätzlichen Kapitalbedarf, so Cliquet: „Wir haben hier wirklich sehr langfristige Treiber, die bereits breit diversifiziert sind. Es geht nicht nur um ein einzelnes Thema. Wir sehen Chancen bei Energie, Wasser, Transport und Kommunikation.“
Cliquet warnt jedoch davor, Infrastruktur ausschließlich über einzelne Trends wie künstliche Intelligenz oder Rechenzentren zu definieren. Solche Entwicklungen könnten zwar zusätzliche Nachfrage erzeugen, seien aber nicht automatisch attraktive Investments: „Der starke Anstieg und anschließende Einbruch vieler Aktien aus dem Bereich erneuerbare Energien zeigt aus unserer Sicht sehr deutlich: Ein langfristiger Trend ist nicht automatisch ein gutes Investment.“
Bewertung schlägt Narrativ
Für Cliquet beginnt erfolgreiches Infrastrukturinvestieren nicht mit einem Megatrend, sondern mit einer nüchternen Analyse der Risiken. Infrastruktur sei keineswegs risikofrei. Regulatorische Eingriffe, politische Entscheidungen, technologische Veränderungen oder Fehlentwicklungen einzelner Projekte könnten die Erträge erheblich beeinflussen. Sein Fokus bei der Titelauswahl ist daher klar: „Letztendlich geht es um die Bewertung. Infrastruktur ist ein sehr stabiler Asset-Bereich. Aber der Preis, den man dafür bezahlt, ist ein ganz wichtiger Erfolgsfaktor.“
Deshalb investieren Cliquet und sein Team ausschließlich in gelistete Aktienunternehmen, deren Geschäftsmodelle langfristig planbare Einnahmen erwarten ließen. „Nicht jede Infrastruktur ist gleich“, betont der Experte. „Wir konzentrieren uns auf Bereiche, in denen wir eine hohe Visibilität der Erträge haben.“ Dazu gehörten monopolähnliche Strukturen, regulierte oder langfristig vertraglich abgesicherte Erlöse sowie eine weitgehende Inflationsbindung der Cashflows. Beispiele dafür seien etwa regulierte Strom-, Gas- und Wassernetze, Mautstraßen, Flughäfen, monopolartige Schienennetze und Telekommunikationsinfrastruktur. Cliquet dazu: „Das mag zwar langweilig sein, aber es ist profitabel.“
Qualität vor Quantität
Statt möglichst viele Infrastruktursegmente abzudecken, setzen Cliquet und sein Team lieber auf einen konzentrierten Auswahlprozess. Investiert werde dort, wo Fundamentaldaten und Bewertung überzeugten. Daraus ergäben sich zeitweise deutliche regionale Unterschiede im Vergleich zu den Branchenindizes.
Aktuell sieht der Portfoliomanager insbesondere in Europa attraktive Chancen. Viele regulierte Versorger profitierten dort von steigenden Investitionen in Stromnetze und Elektrifizierung, würden aber weiterhin mit deutlichen Bewertungsabschlägen gehandelt. „Der Markt bezeichnet diese Unternehmen häufig als langweilig.“ Doch Cliquet widerspricht: „Wir sehen das anders. Diese Unternehmen wachsen, investieren massiv und bieten gleichzeitig attraktive Bewertungen.“
Aktives Management wird wichtiger
Gerade weil Infrastruktur kein einheitliches Anlageuniversum sei, hält Cliquet einen aktiven Investmentansatz für unverzichtbar. Das Ziel sei nicht, jedem Aufschwung vollständig zu folgen, sondern über Marktzyklen hinweg Kapital zu erhalten und attraktive risikoadjustierte Erträge zu erzielen: „Wir möchten Kapital erhalten und gleichzeitig Alpha generieren. Dafür müssen wir sehr selektiv vorgehen und genau unterscheiden, welche Infrastrukturunternehmen dauerhaft stabile Erträge liefern können.“




